iPad

Zeitungs-Abonnemente auf dem iPad?

25 Kommentare 16 Februar 2010

Der ApfelBlog Leser Damian hat mich auf einen Artikel in der Weltwoche aufmerksam gemacht. Kurt W. Zimmermann schreibt im Beitrag “Der Pad der Hoffnung” über die Medien, welche sich dank dem iPad wieder über bezahlte Inhalte erfreuen würden. Kritisch hinterfragt aber Zimmermann, ob die Konsumenten überhaupt bereit sind für ein Zeitungs-Abonnement Geld auszugeben, wenn man auf der Website der selben Zeitung sowieso alles kostenlos nachlesen kann.

Es ist natürlich kein ausschliessliches iPad Problem, denn bemerkt hat es Herr Zimmermann anhand seines Kindle. Dennoch ist es eine berechtigte Frage. Die Medien müssten den mutigen Schritt machen, im Web die Artikel nur noch anzuteasern. Doch wer macht den ersten Schritt? Es wird kaum eine Zeitung diesen Schritt einfach so tun, denn dann wandern wohl viele Online-Leser ab zu einer anderen Zeitung. Und dann gibt es noch die Gratis-Blätter wie 20Minunten… Wie will man gegen die ankommen?

Funktioniert es vielleicht gar nicht, die Zeitungen als Abonnement für digitale Lesegeräte zu verkaufen? Schaffen das eventuell doch nur Magazine? Magazine haben es nämlich geschafft eine gute Balance zwischen bezahlten Offline-Inhalten und kostenlosen Online-Inhalten zu erhalten.

Kurt W. Zimmermann glaubt, dass Apple ein Jahreabonnement von CHF 368 (soviel kostet das aktuelle digitale Abo der Neue Zürcher Zeitung) nicht akzeptieren wird. Nun, es gibt App die teurer sind und trotzdem geduldet werden. Zudem braucht niemand mehr ein Jahresabo zu lösen denn mit dem In-App-Purchase Modell können einzelne Ausgaben gekauft werden, oder Wochen oder Monatsabo angeboten werden. Was vielleicht auch besser ist für den Kunden. Man sollte hier definitiv die eingetretenen Pfade verlassen und neue Modelle kreieren.

Herr Zimmermann mag auch immer wieder darauf hinweisen, dass Apple ja dann noch satte 30% des Verkaufserlöses für sich behält. Auch hier streitet man sich immer wieder, ob das zuviel ist. Fakt ist, dass darin die kosten für die Plattform beinhaltet ist und auch das Inkasso darf nicht vergessen werden. Kreditkarten-Transaktionen sind ja auch nie gratis. Ganz verborgen bleibt aber die Tatsache, dass Amazon von seinen E-Book Anbieter mehr als 30% einfordert. Ich hab mal irgendwo gelesen, dass Amazon 50% für sich beansprucht! Übrigens, auch ein Buchhändler hat eine Marge von 55%!

Ich bin der Meinung, dass Zeitungen sich langsam aber sicher neu erfinden müssen. Auch der Markt um Bücher wird neu definiert. Braucht es noch Buchverlage, wenn Jedermann sein eigener Verleger bei Amazon und Apple sein kann? Braucht es Musikkonzerne welche Musik vertreiben, wenn jedes kleine Label das auf eigene Faust via Download-Plattformen tun kann? Willkommen in der Publikations-Revolution!


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25 Comments so far

  1. Bruno sagt:

    Klar!!!
    Wenn es gleich viel kostet wie die Printausgabe, dann bin ich bereit dafür zu zahlen – denn ich arbeite auch nicht (gerne) gratis.
    Es wäre cool wenn das kommt und die iPad-Version so anzuschauen ist wie die heutige Printausgabe.
    Druck und Verteilung kosten ja heute auch was und das alles entfällt, oder geht dann in die Taschen von Apple :-)

  2. Knubbelog sagt:

    Die iPads, Kindle & Co. werden aus meiner Sicht den Medienmarkt ergänzen. Das Gewicht wird dabei zeitweise etwas mehr bei den elektronischen Angeboten liegen – hier liegt derzeit auch eher die Zukunft. Das Papier wird aber dennoch nie ganz verschwinden.

    Die elektronischen Medien wie Zeitungen, Magazine und Bücher werden kostenpflichtig. Und es wird sich durchsetzen. Wo z.B. ein 20Min Agenturmeldungen zwischen der vielen Werbung platziert, sehe ich bei den ‘richtigen’ Zeitungen die umfassenden und recherchierten Artikel und Beiträge. Für die bin ich bereit zu zahlen; so wie heute bei einer üblichen Tageszeitung. Welche Bezahlmodelle sich durchsetzen werden ist für mich offen. Je flexibler diese sind, desto grösser wird die Akzeptanz sein. Nur über Werbung finanzierte Zeitungen & Co. sehe ich höchstens in Ausnahmefällen oder ggf. als Lockangebot.

  3. blogo sagt:

    Auch ich bin bereit für die Digitale Ausgabe einer Tageszeitung zu bezahlen,allerdings erwarte ich dann schon einen deutlichen Mehwert gegenueber den Infos welche gratis im Internet angeboten werden; z.B. das magazin des Tagis als elektronische Vollversion nur für Abonennten.
    Was das iPAD aber fuer mich so interessant macht ist das ich sehr hoffe ausländische Publikationen welche bei uns nicht oder nur schwer erhaeltlich sind als Vollausgabe elektronisch zu Abonnieren oder einzeln zu kaufen.
    Waere doch schoen an einem verregneten Sonntag die New York Times zu lesen oder im Golf Magazine die neusten Schwungtipps nicht nur zu lesen sondern sie auch als Video vorgeführt zu bekommen!

  4. Ralph sagt:

    Also ich würde mich sehr freuen, wenn ich die NZZ, den Tagi, die FuW, den Economist und den Blick Sporteil am morgen auf meinem iPad hätte und dann im Zug lesen könnte (ja klar, natürlich nicht alle). Und ich würde wohl fast den normalen Preis zahlen………. aber das ganze müsste ein bisschen interaktiver gemacht werden. Z.b. mit links zu den meistens aktuelleren Online Inhalten.

    Ich hoffe, dass Tamedia und Co. etwas im April etwas am Start haben, was sich sehen lassen kann. Ich meine die NZZ App ist ja voll der Witz. Kostet 3.30 und hat praktisch nur Online Conent drauf. Und der NZZ Online Content ist meisten 1:1 das gleiche (Copy Paste von Agenturmeldungen) was es auch auf 20min und Co zu lesen gibt!

    Und selbstverständlich freue ich mich über die Tür die dann auf einmal aufgeht zu all den internationalen Magazinen!

    Mhhh, wenn ich mir das genauer überlege, muss ich wohl nochmal einen bisher unbudgetierten Batzen auf die Seite legen für all diese Magazine und E-Books. Sh#@#it

    :)

  5. Pinacol sagt:

    Quote [...]Kurt W. Zimmermann glaubt, dass Apple ein Jahreabonnement von CHF 368 (soviel kostet das aktuelle digitale Abo der Neue Zürcher Zeitung) nicht akzeptieren wird[...]

    Warum sollte Appple das Jahresabo von 368.- nicht akzeptieren?!?!? Apple kriegt dann 30%… ist doch klar! Dieses Modell hat sich im App-Store (für Apple) bewährt und werden es nicht ändern.

  6. Christian sagt:

    Ich könnte mir schon vorstellen für eine digitale Ausgabe einer Zeitung zu bezahlen, denn auch ein gedrucktes Magazin hat seinen Preis. Allerdings muss sich die abonnierte Version dann schon auch von einer Gratisversion unterscheiden. Dennoch bin ich auch der Meinung, dass Printausgaben von Zeitungen und Magazinen bzw. Bücher an sich sicherlich nie verschwinden werden. Für ausländische Publikationen ist da iPAD aber absolut interessant und empfehlenswert.

  7. Renato sagt:

    @Pinacol: Naja, Abos mit kleinen Preisen (pro Tag/ pro Monat) werden sich wohl besser verkaufen als teure Jahresabos… Das wird der Herr Zimmermann wohl gemeint haben.

    Eigentlich könnte ich ja dann ab mitte Jahr auch ein ApfelBlog-Magazin mit Premium-Inhalten anbieten und so MacLife und Co. konkurrieren… Wie gesagt, der Markt der Medien wird wohl neu aufgemischt!

  8. Lonely Loon sagt:

    Ich frage mich auch, woher Zimmermann zu wissen glaubt, Apple würde den Preis für ein Zeitungsabo nicht akzeptieren. Soviel ich weiss, überlässt Apple im iPhone-AppStore die Preisgestaltung dem Anbieter und zieht einfach 30% des Umsatzes ein. Warum sollte das beim iPad anders sein?

    Ich hab den Eindruck, dass Zimmermann hier mal einfach wild drauflos spekuliert hat. Hauptsache, der Artikel kommt möglichst süffig daher. Wenn die etablierte Presse von uns Lesern Geld für ihr Angebot einkassieren will, erwarte ich als potentieller Bezahl-Kunde bitteschön sauber recherchierte Artikel. (Wobei so ein Köppel-Blatt von mir sowieso nie einen Rappen sehen wird. ;-)

  9. Mitsch@71 sagt:

    Ich würde die Idee der elektronischen Zeitung klasse finden. Das würde dem iPad zwischen dem iPhone und dem Mac Book auch definitiv seinen Platz geben. Denn als portables Zeitung und Filmtable wäre das iPad Spitze!

    Es ist die Frage, bis wann der ganze Urheberstreit in der Schweiz endlich geklärt wird, denn das ist der Hauptgrund warum über iTunes keine Filme und elektronische Zeitungen angeboten wird.

  10. Gabriel Stadlin sagt:

    Ich sehe für die NZZ wie auch den BLICK gute Absatzmärkte. Während die NZZ durch ein solches Abo ortsunabhängig ihre Artikel zu Verfügung stellen kann (sehr interessant für internationale Business-Menschen) wird der BLICK auf dem grossem Farb-Display die neusten Klatsch-/Promibilder mit ihren überproportionierten Titeln an den Herr und Frau Schweizer bringen können.

    Es wäre sinnvoll wenn man entweder einzelne Tagesausgaben, Monats- oder Jahresabo kaufen könnte. Und je nach dem nur einzelne Rubriken wie Sport, Inland, Börse, Wirtschaft,… sodass zu einem etwas günstigeren Preis jeder gezielt das kaufen kann, was er auch wirklich lesen möchte.

  11. marc69 sagt:

    “Druckereitechnologe – Ein Beruf mit Zukunft”. Klar, fragt sich nur wie lange noch.

    Ich kann mir gut vorstellen, das die ganze Zeitungs- und Zeitschriftenlandschaft in den kommenden Jahren komplett umgepflügt wird. Das war bei der Musik nicht anders, da ist ja mittlerweile auch die gute alte CD dem Tod geweiht.

    Ich würde wohl zu den ersten gehören, die sich die MacLife und MacWelt (..und natürlich auch das Apfelblog-Magazin…), und aktuelle, mit dynamischen Inhalten angereicherte Tageszeitungen auf’s iPad laden würde. Wenn es denn mal soweit ist. Bis dahin bleibt das iPad für mich ein “nice to have”-Teil.

  12. Gabriel Stadlin sagt:

    Schade finde ich allgemein dass die Konkurrenz von Apple nun nur versucht, auf Apples Erfolgswelle mitzureiten (das führt zwar kurzfristig zu einem Preisdruck) und alles nahezu 1:1 kopieren/imitieren anstatt ebenfalls etwas neues zu erfinden/entwicklen.

    Apples Erfolg liegt in der Schlichtheit. Eine kleine Auswahl an Hardware (vereinfacht die Wahl des richtigen Produktes), drei elektronische Shops. Nun springen so viele auf den Zug, dass am Schluss wieder ein Wirrwarr an Dienstleistungen, Geräten etc. herrscht.

    Passend zum Thema: Schaut euch mal in einem Mobilfunkladen die ausgestellten Geräte an und ihr werdet erschrecken wie viele den silbernen Rahmen vom iPhone besitzen.
    Nur durch Innovation kommt man vorwärts, und nicht durch Imitation (siehe Microsoft vs. Apple)!

  13. Nico sagt:

    Habe gerade etwas auf der Homepage von Swisscom gesehen: http://www.swisscom.ch/res/int.....guageId=de

    Ist dies schon allen bekannt, dass in der Schweiz das iPad von Swisscom angeboten wird?

  14. Gabriel Stadlin sagt:

    @Nico: Die verkaufen ja auch schon Netbooks etc. in ihren Shops… Jeder will ein Stückchen von der Torte, v.a. wenn man via Abo über längere Zeit davon profitieren kann! ;)

    Schlussendlich bringt es dir nichts wenn du dich dort in die List einträgst. Swisscom sieht einfach wie gross so ungefähr das Interesse am Produkt ist, kann damit statistisch den Absatzmarkt ausrechnen… Und bevor Swisscom die Preise veröffentlicht hat, steht es schon hier auf Apfelblog!

  15. Samson sagt:

    Die meisten Zeitungen und Magazine veröffentlichen ja nicht ihre komplette Ausgabe kostenlos im Internet, sondern nur einzelne Artikel oder aktuelle Nachrichten. Hab aber schon gerne die ganze Ausgabe meiner Lieblingszeitung oder Zeitschrift. Hinzu noch die schon vorhandenen Onlineangebote (mit Videos, etc.).
    Ein Vorteil des iPads wäre, man braucht nicht daheim zu sein, um ein Abo entgegen zu nehmen.
    Die 30% an Apple würden die Verlage gut verkraften können, da Vertrieb, Versand, Druck, etc. ja wegfallen würden. Könnte mir gut vorstellen, ein Abo abzuschließen und mir das iPad dabei (zum Teil) subventionieren zu lassen.

  16. Stefan sagt:

    Ich finde die Idee eigentlich auch nicht schlecht. Wenn man das Gerät eh dabei hat ist es ja auch etwas praktischer als eine Zeitung. Außerdem kann man, wie hier ja schon erwähnt wurde, auch Multimediainhalte einbinden. Außerdem kann man sich vielleicht auch seine persönlichen Vorlieben direkt zusammenstellen.

    Das ganze erreicht man natürlich auch mit einer Webseite, aber wenn das ganze auf das iPad optimiert wird, wäre diese Variante wahrscheinlich noch etwas komfortabler.

  17. Peter sagt:

    Das Argument mit den kostenlosen Newsinhalten zählt meiner Einschätzung nach nicht. Weil die gibt es momentan ja auch und trotzdem werden (Tages-) Zeitungen gekauft. E-Papers sollen ja nicht die Onlineinhalte ersetzen sondern die Printausgaben. Und dabei besteht durchaus Potential.

    Ich persönlich lese keine Tageszeitungen sondern benutze hierfür das Internet. Wenn ich mir allerdings die Zeitungen selbst zusammenstellen (z.B. interessieren mich nur bestimmte Resorts) und auf einem E-Book-Reader lesen könnte, würde ich mein Verhalten wahrscheinlich anpassen.

    Was ich damit sagen will: Eine 1:1-Übertragung von Tageszeitungen auf ein digitales Medium wird scheitern. Wenn durch die Übertragung allerdings ein Mehrwert generiert wird, könnte es durchaus klappen.

  18. Thorsten sagt:

    Gut wäre, wenn es dann eine Lösung gäbe, bei der ich meiner Frau den Sportteil auf ihr iPad geben kann…
    Und wie sehr wünsche ich mir hier ein Abo der “Süddeutschen”, das aber als Auslandsabo viel zu teuer ist. Wenn es das aufs iPad gibt (und vielleicht noch den Guardian) und dazu die Geschichte mit dem Sportteil geht,…

    Dann kaufe ich auch zwei iPads!!

  19. Rene sagt:

    Ich bin schon bereit für eine Zeitung zu bezahlen, doch sollte ein Jahresabo nicht über 120,– kosten. Bei einem solchen Preis finden sich dann auch mehr Leute, die ein Abo abschliessen werden, resp. bin dann auch bereit, ev. eine zweite Zeitung zu Abonnieren.


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  1. Renato Mitra - 16. Februar 2010

    Zeitungs-Abonnemente auf dem iPad? http://ow.ly/16Avq5

  2. ApfelBlog.ch - 16. Februar 2010

    Zeitungs-Abonnemente auf dem iPad? http://ow.ly/16Avq6

  3. Reinachblog.ch - 16. Februar 2010

    RT @apfeltweet: Zeitungs-Abonnemente auf dem iPad? http://bit.ly/9cvKAh – JA, wird kommen und genutzt werden!

  4. Christian Deysson - 10. März 2010

    Tageszeitungs-Abonnement auf dem # iPad: http://is.gd/a6zzm

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