Apple klaut Video-Material für eigenen Film.

Casey Neistat

Keine Frage. Apple versteht keinen Spass wenn man ihnen Produkte, Ideen oder Inhalte klaut. Andersherum will man es aber nicht so genau nehmen… Abgesehen davon, dass die hervorgebrachten Innovationen von Apple immer einen Ursprung ausserhalb von Apple hatte, ist vor einer Zeit ein Fall bekannt geworden, der wirklich bedenklich ist.

Der Regisseur Casey Neistat hat einen sehenswerten Film gedreht mit dem Titel „The Dark Side of the iPhone 5S Lines„. Wie der Titel schon erahnen lässt, geht es darum, dass es nicht immer nur rosig ist in der Warteschlange. Was früher nur von Apple-Fans gemacht wurde, wird heute kommerziell ausgeschlachtet. Firmen schicken ihre Mitarbeiter in die Linie, welche mit Logos auf den Shirts Stunden in der Schlange verbringen müssen. Es gibt auch immer mehr Leute, welche nur früh anstehen, um den Platz dann dem Meistbietenden zu verkaufen. Einige wissen eigentlich gar nicht warum sie eine oder mehrere Nächte vor dem Apple Store verbringen. Mit Freude und Enthusiasmus hat das leider nicht mehr viel zu tun. Und Casey weiss wovon er spricht, schliesslich hat er sich selber in die Warteschlange beim ersten iPhone gestellt und tolle Erlebnisse gemacht. Sogar für die Sega Dreamcast wartete er 1999 mehrere Stunden vor der Shopping Mall.

Aber zurück zu besagtem Film. „The Dark Side of the iPhone 5S Lines“ hat er, wie die meisten seiner Filme, auf YouTube veröffentlicht. Jedoch mit der YouTube Standard-Lizenz, welche nicht erlaubt das Videomaterial ungefragt zu benutzen. Das hat aber Apple nicht daran gehindert den Film zu nehmen, die negativen Szenen und Hinweise zum tatsächlichen Filmemacher zu entfernen und daraus einen internen Motivationsfilm zu machen. Der Film kann im Blog der New York Times angesehen werden. Wirklich dreist was sich hier Apple erlaubt hat.

5 Comments Apple klaut Video-Material für eigenen Film.

  1. Benjamin

    Naja, solange es nur für interne(!) Zwecke ist. Apple wird diesen ka jaum freiwillig veröffentlicht haben. Oder irre ich mich?

  2. chris

    Interne Zwecke? – OK, ab sofort kopiere ich Kinofilme und schneide ein wenig dran herum und entferne die Credits, sowie das Intro und Studiohinweise und schaue die Zuhause (intern) mit Freunden an.
    Ich weiß das Urheberrecht gilt auch in diesem Fall und interne Zwecke, lieber Benjamin, sind bei Apple auch kommerzieller Natur, d.h. auch hier muss sauber gearbeitet werden. Casey N. hat Arbeit rein gesteckt, Apple hätte ihn ja auch fragen können, und er hat das zu entscheiden, denn er ist und bleibt für IMMER der Urheber und darf Apple Nutzungsrechte einräumen, muss er aber nicht.

  3. Renato Mitra

    Apple hat das Video nicht veröffentlicht. Das stimmt. Aber auch wenn Bilder und Texte „nur“ intern verwendet werden, so gelten trotzdem Urheberrechte! Kommt dazu, dass Casey einen kritischen Film machen wollte, und das selbe Bildmaterial in einen selbstlobenden Film umgeschnitten wurde… Nicht die feine Art!

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