Die Luxusmarken-Strategie von Steve Jobs geht auf.

Die Luxusmarken-Strategie von Steve Jobs geht auf.

Seit dem vergangenen Freitag kann das iPhone X, das neue Smartphone-Flaggschiff aus dem Hause Apple, käuflich erworben werden. Vor den Apple Stores bildeten sich Warteschlangen wie zu guten alten Zeiten. Selbst für das teuerste iPhone aller Zeiten! Wie schafft Apple es immer wieder neue Verkaufsrekorde zu erzielen, wo doch die Konkurrenz in Sachen Technologie und Design teilweise besser aufgestellt ist als Apple?

Man muss Apple nicht mögen. Man kann es kritisieren oder gar Hassen. Jedoch muss man auch anerkennen, dass Apple etwas gut kann: Marketing und Positionierung. Denn Steve Jobs hat früh erkannt, dass Apple sich von den Mitbewerbern abheben muss. Das geht nicht mit Produkten, denn diese können rasch kopiert werden. Aber in das Luxusmarken-Segment kommt man nicht so schnell… Zu dieser Strategie gehören auch Wartezeiten! Neben Apple kennen wir das von Marken wie Tesla oder Hermès und das Prinzip ist immer das selbe: Sehr früh schon kündigt Apple Produkte an um die Stimmung anzuheizen. Mit Vorbestellungen und Reservationen wird es spannend vor dem Verkaufsstart. Und dann heisst es wieder warten… Alle die kurz gezögert haben bei den Vorbestellungen. Rund vier Wochen muss man aktuell warten. Dabei fällt auch gerne mal der Ausdruck „künstliche Verknappung“. Aktuell geht man davon aus, dass Apple in diesem Jahr nur 20 der geplanten 40 Millionen iPhone X verkaufen wird. Man spricht von Produktionsproblemen und Zubehör-Engpässen.

Die Nachfrage aber scheint ungebrochen zu sein. Eben wegen der Luxusmarken-Strategie welche Steve Jobs dem Konzern aus Cupertino hinterlassen hat:

Eine konsequent umgesetzte Luxusmarken-Strategie ermöglicht hohe Preise. Dazu kommt eine exzellent aufgestellte Wertschöpfungskette, die hohe Qualität und tiefe Kosten gleichzeitig liefert.

Auch wenn der Kommentar von Christiane Hanna Henkel in der NZZ nicht nur positiv über diese Strategie von Apple spricht, so ist halt viel wahres dran:

Ein iPhone ist somit zu einem Gebrauchsgegenstand mit hohem, in Teilen quasireligiösem Symbolwert geworden: Es steht für die Kaufkraft des Besitzers, für seine digitale Kompetenz und lässt ihn sich zugehörig fühlen zu der weltweiten «Apple-Elite»: zur schönen Welt des Apple-Scheins.

 

  • buntstifter

    Zum Kommentar von Frau Henkel: ich empfinde es zusehends als anmassend, bei Applekäufern von Quasireligiosität zu reden. Es gibt auch motorische Samsung-Käufer. Fakt ist, dass Apple’s Ökosystem einfach und nutzerfreundlich funktioniert. Das lässt sich Apple bezahlen, richtig. Manchmal wartet man bei Apple etwas länger. Auf beispielsweise akkukillendes Schnelladen sollte man aus ökologischer Sicht eh verzichten. Ich arbeitete ab 1994 auf Silicon Graphics, wechselte 1999 auf PC und bin dann bis 2011 im Win/Android Ökosystem hängen geblieben. Hunderte Stunden voll Ärger, viele tausende von Franken sogenanntes Topp-Grafik-Equipment später, welches unter Windows nie hundertprozentig funktionierte, fand ich (leider?) erst 2011 zu Apple. Und siehe da, das Atem Anhalten beim Scrubbing über die Videoschnitt-Timeline hatte endlich ein Ende. Die Bluescreens verschwanden und ungesicherte Arbeiten wegen Systemfehlern zu verlieren war plötzlich Gestern.

    Ich habe mir das iPhone X bestellt, weil ich es als daily Driver nutze und nun endlich von einem OLED Display und der neuen „vollgefederten“ Kamera profitieren will, ohne das Ökosystem verlassen zu müssen. Das hat nichts mit Religion zu tun. Auch wenn der Preis wirklich weh tut. Schnäpplijägertum macht Produkte kaputt. Wer zu billig kauft, kauft zwei mal. Apple Produkte halten, was sie versprechen und wenn nicht, wurden sie stets umgetauscht. Wieso fragt sich bloss niemand beim Auto, warum es jetzt unbedingt ein superteurer SUV sein soll? Die Antwort scheint simpel: weil sich sich in der heutigen Gesellschaft mehr Zustimmung für Prügel gegen Apple erzeugen lässt, als gegen irre Karren auf den Strassen zu wettern.

  • Marken werden zunehmend zu Ersatzreligionen. Das ist nicht nur bei Apple so, sondern auch Microsoft, Samsung, Android, etc. Ich glaube, die anderen Marken haben es einfach noch nicht so weit geschafft wie Apple mit allumfassenden Ökosystem und darum fallen diese noch nicht so als Religionen auf. Aber leider gibt es, wie in jeder Religion, Extremisten. Und wenn die aufeinander prallen, ist es nicht mehr lustig. Schnell wird beleidigt und beschimpft ohne die eigentlichen Bedürfnisse des anderen zu kennen. Ich arbeite auch mit Windows PC, Android Geräten und mache so meine Erfahrungen. Am Ende versuche ich meine Erfahrungen und Einschätzungen weiterzugeben. Jeder darf damit machen was man will. Es ist aber unnötig Andersdenke als „dumm“ zu beschimpfen. Leben und leben lassen…

    Apropos Autos und so, schon mal in einem Elektroauto-Forum die neue Antriebsform in Frage gestellt? Da sind echte Extremisten unterwegs…

  • buntstifter

    Hi Renato, leider wahr. Es nervt mich einfach zunehmend, wie aus Technologien Glaubenstempel mit all ihren Dogmen gemacht werden. Es reicht doch wohl, Menschen wegen ihrer Herkunft, Hautfarbe, Religion oder Kleidung in Schubladen zu stecken. Das Bashing hin und her mag‘ ich nicht. Weshalb darf man kein Smartphone aus der Tasche kramen, ohne gleich eine Glaubens-Diskussion anzufachen? Ich wehre mich einfach gegen dieses Bild der Religionen. Es ist eine äusserst traurige Entwicklung.