Apple: Vom Underdog zum Innovationsverhinderer?

In der aktuellen Ausgabe der Schweizer SonntagsZeitung, danke Michael für den Hinweis, wird der umstrittene Apple App Store unter beschuss genommen. Einmal mehr geht es um Programme mit sexuellem Inhalt. Wo sind die Grenzen für Apple? Warum kommt eine kostenlose Kondom-Finder App der AIDS-Hilfe Schweiz (noch) nicht in den Store, dafür aber „Asian School Girls“ für CHF 2.20?

Einmal mehr kommt die Forderung für mehr Transparenz. Apple würde gut daran tun die Richtlinien für die Freigabe offen zu legen und Ablehnungen, wie auch Freigaben zu begründen…

Der App Store ist mit Sicherheit eine gute Idee und wohl schon jetzt eine Cash-Cow für Apple. Zunehmend werden aber Angebote um den App Store gebaut:

  • Google weicht aus auf das Internet wie beispielsweise mit Latitude. Dort kann man tun und lassen was man will und trotzdem beispielsweise die Lokalisierung ansprechen.
  • Der Schweizer Programmierer Steve Sheraton hat eine Technik entwickelt, Anwendungen direkt auf seiner Website www.hottrixdownload.com zu verkaufen.
  • Nach einem Jailbreak kann man im Cydia App Store Anwendungen kaufen und herunter laden.

Wie man sieht, es gibt Möglichkeiten. Jedoch sind dann die Vermarktungsaufwände auch grösser. Dem Otto-Normal- iPhone-Benutzer muss man zuerst erklären, warum man das App nun nicht im App Store findet und wie das mit der Installation über eine alternative Plattform funktioniert. Kommt natürlich hinzu, dass Apple wo immer möglich empfiehlt, eben genau das nicht zu tun…

Wie ist Eure Meinung zu dem App Store? Eine geniale Erfindung? Oder ein Software-Laden mit Möchtegern-Kontrollfreaks?

  • Pingback: Renato Mitra()

  • Claudio

    Ich habe den Artikel auch gelesen. Und mich darüber gewundert, warum Apple die App von der Aids Hilfe Schweiz nicht annimmt. Schliesslich zeigt die Applikation den nächsten Automaten an, wo es Kondome zu kaufen gibt. Und im Zeitalter von Aids, finde ich dies nicht mal so eine dumme Idee.

    Das Apple die Konkurrenz (wie Google Voice) versucht auszubremsen ist klar. Doch mit dieser Entscheidungspolitik nähert sich Apple auch immer mehr Microsoft und verliert viel Sympathie.

    Der Apple Store finde ich aber im Grossen und Ganzen eine gelungene Sache. Was mir aber irgendwie fehlt und (bei vielen Apps) noch praktisch wäre, ist die Möglichkeit meine Apps am Desktop fürs iPhone anzuordnen.

  • rk

    Letzte Woche hat Apple im Rahmen einer Untersuchung der FCC zum Zulassungsprozess Stellung genommen. Wen’s interessiert:
    http://www.engadget.com/2009/08/21/atandt-tells-the-fcc-it-had-no-role-in-removing-google-voice-fro/
    http://www.apple.com/hotnews/apple-answers-fcc-questions/

  • Heiko Looke

    Auch der Papst ist gegen Kondome !!!!

  • Giuseppe

    @Claudio: http://movementapp.com/ zum anordnen von icons. muss aber ein jailbrocken phone sein..

  • yimmii

    einer der haupt Kaufgründe war der APP store

    ich hatte über die jahre hinweg sehr viele verschiedene Smart Phones
    und auf jedem war es ein Gefummel neue Programme darauf zu installieren

    Der Appstore auf dem Iphone ist genial, das mit der Anti-Porno Industrie find ich auch i.o. Wie auch beim ATV keine schlüfrigen Filme zu zeigen ist gut!

    und wer nich damit leben kann der solls jailbreaken, oder ein anderes phone kaufen…

  • mike

    Hab den Artikel nicht gelesen… Aber apple lehnt Apps nicht nur wegen ihrem Inhalt ab. Wenn der Inhalt der App gegen Urheberrechte verstösst (nicht lizenzierte Karten beispielsweise), oder die App instabil ist, oder das iPhone überlastet, wird sie ebenfalls abgelehnt.

    Ich glaube, dass viele der Reklamationen rund um den Approval Prozess eigentlich auf diese paar Ursachen zurückzuführen sind.

    Natürlich passieren Fehler… das Approval Team ist extrem überlastet – logisch, wenn täglich 400 iFart apps zu testen sind ;)

  • Nur kurz zu der google App, lest doch mal die neusten Nachrichten die wurden gar nicht abgelehnt, Sondern sind noch im zulassungs Prozess und der ist seit ca. Einer Woche auch nicht mehr ganz so untransparent wie du schreibst oder (was ich für die sonntagszeitung extrem schlechte recherche finde).
    Apple wurde von der FCC aufgefordert den zulassungsprozess mit 6 fragen zu beantworten,dies haben sie auch gemacht, schaut doch bitte mal auf diversen newssites die schon seit Tagen über das berichten…
    Bitte mehr recherchieren vor ihr solche „News“ an die öffentlichkeit seitzt liebe sonntagszeitung.

    Gruß Martin

    (und ansonnsten wiedermal gratis werbung für apple*g*)
    der App. Store ist einfach das geilste was es gibt auf dem markt und da wird auch android oder microshrott nichts mit ihren klonen ändern können…

  • mike

    Bei Jailbreakphones sieht man ja, warum so ein Approvalprozess wichtig ist. Ein bekannter hat 3(!!) iPhone 3GS innert einem Monat zum Überhitzungstod gebracht… Schlecht geschriebene Apps überlasten den Prozessor und überhitzen das Gerät.

    Traurig, dass Apple sogar den Jailbreakern das iPhone auf Garantie ersetzt!

  • Claudio

    @Giuseppe: vielen Dank für den Tipp. Aber ich möchte mein iPhone nicht jailbreaken. Genau darum bin ich vom 2G auf ein 3G umgestiegen.

  • Pingback: Iteliup's NewsBot()

  • Ich habe letzte Woche ein paar Gedanken zur Qualität des iTunes App Store niedergeschrieben. Ich denke im Endeffekt muss Apple die Einstiegshürden durch eine Preiserhöhung für die App Entwickler oder eine vorgeschriebene PublicBeta mit einer Mindestanzahl an Usern die die App installieren einführen um sich auch bei solchen Entscheiden zu entlasten. Wenn die Aids Hilfe Schweiz 500 Testuser für die App findet kann Apple danach auch davon ausgehen dass die App ein Bedürfniss ist.

  • jamie oliver

    Ich denke die fehlende Transparenz ist vorallem nervig.

    Gerne würde ich z.B Civilization Revolution spielen fürs iPhone. Leider ist es im schweizer Store nicht enthalten. Gründe oder Auskünfte wann es erscheint habe ich nicht gefunden. Die Leute vom Support konnten mir nicht helfen. Ist es nicht da ist es nicht da. Fertig. Solche Sachen nerven. Man hat das Gefühl vieles werden von Amerika aus entschieden.

    Irgendwie wünschte ich mir eine wirkliche Lokale schweizerische Niederlassunge die auch Kompetenzen hat was das Zulassungsverfahren oder die Aufnahme im App Store angeht. Man kann so etwas nicht global steuern. Sonst wirkt es einfach nach reiner willkür. Apple soll endlich kommunizieren.

  • cybi

    Apple Stores offline – Kommt Snow Leopard?

  • rk

    @Martin Rechsteiner
    Die Aussage, dass Google voice gar nicht abgelehnt worden sei, sondern nur weiter geprüft werde, hat so ziemlich überall für Erheiterung gesorgt – aber wirklich geglaubt hat’s keiner.
    http://www.geekculture.com/joyoftech/joyarchives/1285.html

  • mr nice guy

    @jamie oliver: wenn programme in einzelnen stores nicht verfügbar sind, hat das einzig und alleine mit dem Anbieter zu tun. Als Entwickler / Publisher kannst du auswählen, in welchen Stores dein Game erscheinen soll.

  • yimmii

    @Cybi hehe ich würde tabble mac book sagen ^^

    und snow würde isch sofort bestellen

  • iDamian

    http://www.apple.com/chde/macosx

    Kommt doch ab September?

  • iDamian
  • Dennis

    Ich finde es auch wirklich schade, dass Apple die Bedingungen für die Freigabe von Apps so willkürlich trifft. Das abgelehnte App trägt dazu bei Aids zu verhindern und Apple lehnt es vermutlich wegen der “ schlüpfrigen Hintergründe“ ab. Besonders im Bezug auf diese App sollte man Apple wirklich vermehrt Leserbriefe zusenden um die Freigabe zu gewähren!

  • Lonely Loon

    Apples Zulassungspraktiken im App Store nerven mich ganz gewaltig. Als Konsument lasse ich mich nicht gerne von einer Firma gängeln; auch nicht von Apple. Nervig ist übrigens nicht nur der App Store, sondern auch der SIM-Lock.

    An sich läuft das iPhone ja fast einwandfrei – nur eben nicht mit allen Applikationen und Konfigurationen, die ich gerne hätte. Doch es gibt ja mittlerweile auch andere Hersteller, die ebenfalls sehr gute Smartphones herstellen. Heute bin ich Besitzer eines iPhone 3G ohne Jailbreak, dafür mit SIM Lock. Wenn irgendwann mal ein neues Gerät fällig wird, werde ich vor dem Kauf einen sehr genauen Blick auf ein Android Phone werfen.

  • michael

    soviel zu der aussage zu google voice, diese meinung kann ich gut teilen…

    „Der TechCrunch-Gründer Michael Arrington hält die Aussagen Apples für falsch oder zumindest irreführend: Er wisse aus sicherer Quelle, dass Apple die Anwendung sehr wohl abgelehnt habe, auch ersetze sie keine Funktionen des iPhones, sondern biete lediglich eine Alterantive. Außerdem synchronisiere die Anwendung keine Adressbuchdaten mit Google.“

  • Der Schweizer Programmierer Steve Sheraton hat eine Technik entwickelt, Anwendungen direkt auf seiner Website http://www.hottrixdownload.com zu verkaufen.

    Seltsam, dass die SonntagsZeitung ausgerechnet auf diesen eher dubiosen «Programmierer» verlinkt … wie sollen denn Anwendungen ohne App Store direkt verkauft werden?

    Die «Technik» dafür nennt sich Jailbreak … aber vielleicht zaubert Herr «Sheraton» ja die Anwendungen aufs iPhone? ;)

  • Passend zum Thema:

    Remember Steve Sheraton, the guy who created the iBeer application for the iPhone? (For those of you who haven’t seen the iBeer application yet it’s basically a virtual beer application that allows you to mimic the drinking of a beer.) Steve Sheraton is suing Molson Coors, the company that made the iPint app for $12.5 million in damages. Steve’s iBeer application was available in the iTunes App Store for $2.99 while Molson Coors iPint application was available for free.

    http://www.quickpwn.com/2008/10/creator-of-ibeer-sues-maker-of-ipint.html

  • Cyrill

    Wir haben die angesprochene Aids-App auf die Beine gestellt. Ich kann garantieren, dass weder schlechte Programmierung noch unnütze Funktionen o.ä. für die Ablehnung (bislang) verantwortlich sind.

    Auf http://www.localizr.ch findet Ihr ein paar Infos und Screens zur App.

    Die erste Ablehnung war wegen ein paar wenigen Strichmännchen, welche die «Sex-Rules» erklären und was für «Safer Sex» beachtet werden muss. Diese haben wir umgehend entfernt und die App neu eingereicht.

    Dann gab es eine Ablehnung, weil keine Altersbegrenzung gesetzt wurde. Dies haben wir ebenfalls korrigiert – obwohl gerade die Jugendlichen von dieser Applikation profitieren könnten. Umgang mit Kondomen, Sex Rules, etc.

    Nun sind wir in einer weiteren Warteschleife. Es wurde uns lediglich mitgeteilt, dass es zu Verzögerungen bei den Überprüfungen gibt.

    Schade. So warten wir halt und schauen uns so lange die tausendfach vorhandenen Bikini-Girls an, anstelle uns sinnvoll mit dem Thema «Safer Sex» der Schweizerischen Aids-Hilfe auseinander zu setzen und den Kampf gegen Aids zu unterstützen…

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