Bye bye ZFS-Projekt

Mac 27. Oktober 2009

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Bye bye ZFS-Projekt

Im Juni 2007 habe ich noch darüber geschrieben, dass Leopard mit einem neuen Dateisystem Namens ZFS ausgestattet werden soll. ZFS wurde dann aber aus Leopard und auch aus Snow Leopard ausgeklammert. Schade eigentlich, denn die Beschreibung klang nicht schlecht:

…das revolutionäre und leistungsfähige Dateisystem ZFS aus dem Hause Sun an. ZFS soll Selbstheilungskräfte besitzen mit welchem es selbst Plattenausfälle zu kompensieren vermag. Damit wird dann wohl auch die von Apple versprochenen integrierten Backup-Lösung Time Machine angetrieben.

MacRumors weiss, dass das ZFS-Projekt nun ganz eingestellt wurde! ZFS wurde als ernsthafter Nachfolger für HFS+ und Apple wollte die Lösung von Sun auf Mac OS X portieren. In Mac OS X Leopard tauchte ZFS zum erstmals auf, jedoch ohne Schreibmöglichkeit. Später dann wurde ZFS für Snow Leopard als bahnbrechende Neuerung neben 64 Bit und Grand Central auf der Website von Apple angekündigt. Kurz vor dem Release verschwand dann aber jede Erwähnung von ZFS ohne jegliche Begründung.

Warum nun das ZFS Projekt gänzlich fallen gelassen wird, darüber kann man nur spekulieren. Vermutet werden mögliche lizenzrechtliche Probleme mit ZFS nach der Übernahme von Sun durch Oracle. Die Portierung selber dürfte weniger das Problem gewesen sein…

So oder so bedaure ich die Einstellung von ZFS sehr. Ich hätte mir wirklich ein „selbstheilendes“ Dateisystem für Snow Leopard, oder eine der folgenden Katzen gewünscht.

ist ein leidenschaftlicher Vollblut-Blogger. Apple Experte. MINI Fan. Kommuniziert leidenschaftlich gerne über digitale Kanäle. Ansonsten: Try, fail, think, learn, repeat.
9 Comments
  1. christian

    Man braucht nicht zu spekulieren, man kann auch einfach den Projektleiter fragen: http://mail.opensolaris.org/pipermail/zfs-discuss/2009-October/033125.html (Via daringfireball.net). Schade, besonders das Medien-übergreifende Dateisystem wäre sehr interessant gewesen. Aber keine Angst, Apple sucht sich jetzt neue Ingenieure und bastelt weiter: http://jobs.apple.com/index.ajs?method=mExternal.showJob&RID=42559

  2. Martin Thomas

    @christian

    ...keine Angst, Apple sucht sich jetzt neue Ingenieure und bastelt weiter.
    Naja, Ansichtssache: Wenn mir diesbez. etwas Angst machen könnte dann wären es wohl am ehesten die von dir genannten Indikatoren ;-)

  3. christian

    Ah, immer so pessimistisch... Wir haben den Zwecksoptimismus aus unseren Windowszeiten verlernt und sind derart von Apple verwöhnt, dass es nur noch abwärts gehen kann. ;-)

  4. Rainer

    Natürlich ist das bedauerlich. Aber faktisch hätte das eh' kaum jemand brauchen können. Wieviele % arbeiten mit Leopard auf dem Server? Wieviel mehr mit MacPro und so viel externem Diskspace, dass es sich lohnt dafür RAIDz2 zu machen bzw. ein Thin-Striping? 99.9999% der typischen MacUser würden sich mit ZFS über kurz oder lang in den Fuss schiessen - und zwar gewaltig. Weil die Materie in der Praxis doch etwas komplizierter ist, als man auf den ersten Blick denkt. Wer ZFS will, muss nur einen (Open)Solaris Server aufsetzen und das Dateisystem per NFS exportieren. Oder iSCSI. Oder CIFS (SMB), was schon im Kernel ist und kein Aufsatz wie Samba. Wir haben über 20 TB Daten auf zwei ZFS Fileservern (zum grössten Teil auf Diskshelves von Promise, die Apple auch unter eigenem Namen verkauft...). Wen es interessiert: http://www.promise.com/product/product_detail_eng.asp?product_id=190 Die Teile gibt es z.B. bei Microtonica für einen Spotpreis. Platten kann man bei Digitec kaufen. Wenn man 30 Stück kauft, kriegt man nochmal extra Rabatt ;-)

  5. christian

    @Rainer: Äh, bist du überhaupt mit Mac OS X vertraut? Apples Erfolgsrezept ist es, komplexe Systeme einfach bedienbar zu gestalten. OS X ist nichts mehr als das benutzerfreundlichste Unix. Time Machine eine überzeugende graphische Oberfläche für rsync etc. etc. Ich bin überzeugt, dass sie sogar ZFS in eine einfach benutzbare Form gebracht hätten...

  6. Rainer

    Ich bin schon mit OS X vertraut. Allerdings bin ich auch einigermassen mit ZFS vertraut - und die mehrzahl der Kommentatoren in den diversen Apple-Foren ist das ganz offensichtlich nicht. Daher meine Frage: was bringt ZFS dem gemeinen User mit Laptop-HD und externer Festplatte für Time-Machine? OK, man hat "billige" Snapshots und das Data-Checksumming - aber dafür braucht man im Idealfall eben mehrere Disks um die ganzen Vorteile auszuspielen. ZFS lohnt sich, wenn man ein paar Platten in einem Server hat, gerne auch eine zwei bis dreistellige Anzahl. Dann ist es wirklich "the last word in filesystems".

  7. Martin Thomas

    @Rainer Datenintegrität und Datensicherheit sind beides ein jeden Anwenders Anliegen und gleichzeitig eine Kernkomponente des Fundaments eines guten Dateisystems. Ein modernes Dateisystem wie ZFS hätte für viele Funktionen in MacOS X künftig die technologische Grundlage bilden können um so jene Systemfunktionalitäten stabiler und verlässlicher zu gestalten. Ein Full-Featured-ZFS böte bereit heutzutage weit mehr als dasjenige, was der durchschnittliche Heimanwender auf seinem Setup kurz- bis mittelfristig in seinem Alltag wohl einsetzten würde, was in der Tat daran liegen mag dass das besagte Dateisystem auch für den Einsatz auf komplexeren Serversetups konzipiert wurde. Es wäre jedoch ein Trugschluss daraus zu folgern dass ein Heimanwendersetup kaum bis gar keine Vorteile aus der Verwendung eines modernen Dateisystems wie ZFS hätte. Gruss, MT

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