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Final Cut Pro X – Das ändert alles.

4. Juli 2011

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Final Cut Pro X – Das ändert alles.

Wie beim iPhone, kann man nun auch den Werbespruch für Final Cut Pro X anwenden… Bei der ersten Vorstellung von Final Cut Pro X in Las Vegas waren alle aus dem Häuschen und haben sich gefreut, dass Apple nun endlich die Video-Bearbeitungs-Software überarbeitet. Aber nach dem Release und den ersten echten Tests kam das grosse Erwachen.

Was früher bei Apple mit „Pro“ als Software für Professionals ausgezeichnet wurde, scheint heute nicht mehr so zu sein! Reihenweise melden sich die wirklichen Profis und beschimpfen die Software als unausgereift, oder zumindest für das falsche Zielpublikum. Tatsächlich scheint Apple einige wichtige Features für die echten Film-Profis „vergessen“ zu haben, oder Final Cut Pro X wurde ganz bewusst für die Semi-Professionals erstellt. Böse Zungen nennen Final Cut Pro X auch iMovie Pro und damit liegen diese nicht einmal weit daneben.

Meine Wenigkeit beispielsweise arbeitet sehr gerne mit iMovie. Es ist leicht und verständlich aufgebaut und in wenigen Sekunden kann ich so schnell ein einfach meine Film-Projekte erstellen und im World Wide Web verteilen. Denn genau dort kann ich meine Inhalte in Sekunden einem Millionen-Publikum zur Verfügung stellen. Und genau das ist auch die Zukunft… Journalisten und Medien-Häuser werden es immer schwieriger haben gegen die Blogger und Co. anzukommen weil diese meistens näher an den Geschehnissen sind und in Sekunden Text, Bilder und Video veröffentlichen können. Selbst auf dem iPhone kann man mit iMovie schnell was zusammen schneiden!

Wem iMovie nicht genug ist, der musste sich bisher mit der komplizierten Profi-Software Final Cut auseinander setzen. Aber jetzt gibt es eine Software welche besser ist als iMovie, aber dennoch viel einfacher bedient werden kann als Final Cut, nämlich Final Cut Pro X. Ich denke Apple hat ganz bewusst auf die Semi-Professionals abgezielt! Im Vergleich zu den echten Profis ist das ein aktuell lukrativer und weit grösserer Markt als die echten Profis. Das hat auch der Leser Barry beim Profi Larry Jordan entdeckt:

They planned this move. They knew there would be a fuss. But they also knew that they were out of the broadcast business, so they can’t too much if the broadcast folks hate them now. Apple is too smart a company to have not understood what they were doing.
It’s a great move. I’m buying Apple stock. And Adobe Premiere.

Einige haben dann genauer hingeschaut und entdeckt, dass ein paar der viel besagten und vermissten Features eigentlich bereits im Code von Final Cut Pro X integriert sind. Auch Apple hat reagiert und ein FAQ aufgeschaltet. Darin ist zu lesen, dass Apple bereits an einem Update arbeitet und dann Features wie XML Export, Audio Export oder Multicam mit kommenden Updates nachgereicht werden sollen. Auch die echten Pro-Features wurden noch einmal hervorgehoben…

Einige Wenige in der Video-Profi-Welt sehen es aber wie ich. Beispielsweise Markus Hündgen sagt es wie es ist: Die Medienrevolution ist mit Verzögerung auch bei den Bewegtbildprofis angelangt:

Das muss der Profi-Garde im Elfenbeinturm nicht gefallen. Alte Workflows, überholte (vermeintliche) Qualitätsmerkmale und antike Technik sind die wahren Probleme der Zunft. Und diese sind hausgemacht. Aber Rumgeheule ohne Wille zur Veränderung im eigenen Haushalt sind kein Grund, den Fortschritt da draußen zu verteufeln.

Auch die Online-Petition belächelt er und meint:

Liebe Kollegen – macht nicht den gleichen Fehler wie die Print-Vertreter unserer Medienzunft. Ignorieren, belächeln, verfluchen, verklagen. Mit solchen Kindern spielt niemand gern.

Jetzt stellt sich für mich die Frage, ist Final Cut Pro X wirklich der schlechteste Software-Launch der Geschichte, abgesehen von Windows Vista, oder war Apple einfach der Zeit voraus und hat vor allem die Semi-Professionals in die Produktentwicklung integriert und die echten Pros vernachlässigt? Ich persönlich glaube, dass Apple die Medienrevolution verstanden und berücksichtigt hat. Natürlich bin ich aber auf Eure Meinungen und Kommentare gespannt.

P.S.: Ich hab Final Cut Pro X installiert und beginne mich in die Software einzuarbeiten um selber einen Eindruck von den Features und der Bedienung zu erhalten. Ein Review eines Semi-Pro, also mir, kommt ab nächster Woche hier im ApfelBlog.ch.

ist ein leidenschaftlicher Vollblut-Blogger. Apple Experte. MINI Fan. Kommuniziert leidenschaftlich gerne über digitale Kanäle. Ansonsten: Try, fail, think, learn, repeat.
17 Comments
  1. Roger

    Ich gebe Markus Hündgen zu 100% recht. Ich bestreite selber einen Teil meines Lebensunterhaltes als Cutter (mit FCP7 und FCPX) und bin nach einem ersten Schreckmoment mehr als angetan von FCPX. In der laufenden Kritik an FCPX durch sogenannte "Professionals" sehe ich zweierlei Exponenten: - Da sind mal die Cutter und Zulieferer der Broadcasthäuser. Die haben tatsächlich eine Problem. DIe Medienhäuser haben noch vor wenigen Jahren In Equipment investiert, welches heute ab der technischen Entwicklung überholt, aber bei weitem nicht amortisiert, ist. Die werden durch die Fernsehanstalten gezwungen z.B. Bandbasierte Workflows bei zu behalten. - Dann gibt es da noch die "Pros" mit dem dicken Hals. Menschen die, wenn überhaupt, knapp eine Ahnung von Bildgestaltung und Komposition haben und ihre Professionalität rein damit begründen, dass sie ein Programm wie FinalCut Studio 7 bedienen können und dementsprechend mit Fachbegriffen zum Tools um sich schmeissen, welche sie noch nie in ihrem Leben verwendet haben. Die Seh- und Konsumationsgewohnheiten verändern sich rasend schnell. In meinen Augen hat es Apple mit FCPX hervorragend verstanden, diesem Umstand bereits heute Rechnung zu tragen. Fehlende Erweiterungen in FCPX wie z.B. XML im- und export wird in Updates oder von Drittherstellern bereitgestellt werden. Und in 5 Jahren? Werden alle auf Apple zurückblicken und wie immer bewundernd deren Zukunftsvisionen loben.

  2. mike

    Ich war früher im Pro- Video Bereich tätig. icg arbeitete mit Adobe Premiere. Von Software wir FCPX hatte ich nur geträumt. ich liebe Apple genau dafür, dass sie den Mut haben altbewährtes zu hinterfragen und nötigenfalls komplett neu zu beginnen. Zu FCPX selbst: Neuerungen wie die magnetische Timeline jmd. compound

  3. Sam Steiner

    Hmm. Der Artikel kommt mir nun ein bisschen zu stark aus der iMovie Ecke daher. Kombiniert mit Fanboytum. Es kommt nirgends heraus, ob bzw was Apple nun in X besser macht als in 7, sondern einfach: es wurden Dinge ausgelassen, aber das ist geil. Wie logisch ist das denn? (ich habe mich mit Final Cut Pro X nicht beschäftigt bisher, sonst wüsste ich es sicher besser aber beispielsweise Multicam ist eine Funktion, die nicht nur für böse Medienhäuser nützlich ist und man vermisst nur schon 1 positives Feature des neuen Tools im Artikel - ich hoffe, dein Review vergleicht nicht nur mit iMovie, sondern auch mit 7)

  4. Guru

    Vorsicht mit dem Zitieren! Das Zitat stammt nicht von Larry Jordan (Du hast den Artikel nicht gelesen :-p), sondern ist ein provokativer Spruch von einem, der den Blogartikel gelesen hat. Ich habe in Deinem anderen FCPX ja auch schon ausführlich kommentiert. Für den Prosumerbereich ist FCPX herrvorragend. Apple hat den Begriff "Pro" ganz einfach umdefiniert. Broadcasttauglich ist es jedoch noch lange nicht, neben den fehlenden Features (welche von nicht Pros irgendwie nicht ganz verstanden werden) gibt es momentan auch sehr viele konzeptuelle Probleme. Es macht den Anschein, als haben die Entwickler nicht wirklich mit der eigenen Software gearbeitet - gar nicht Apple-like. Apple hat ganz klar auch kein Interesse daran, FCPX broadcasttauglich zu machen. Auch die sofortige Einstellung der Vorgängerprodukte ist eine Riesensauerei. Erwartet denn Apple, dass Fernsehstationen und Filmemacher von heute auf morgen Bloggerfernsehen und -filme machen sollen? Ich hoffe sehr, dass das auch nicht die (einzige) Zukunft ist. Bildqualität z.B. ist nicht nur ein vermeintliches Qualitätsmerkmal. Für schnelle News ist es ja ok, ich mag ja Blogs und Social Media offensichtlich auch. Die "Qualität" ist diejenige von z.B. 20minuten Online. Schnell, aber keine Qualität. Mit Final Cut wird aber auch anderes geschnitten. Oder sollen Dokfilme, Serien oder gar Spielfilme nun wirklich aussehen wie Youtube? Das FAQ von Apple ist auch ein Scherz. FCPX unterstützt seltsamerweise 4k (was nun wirklich nichts für Prosumer ist, die meisten wissen gar nicht, was das ist), aber weder RED RAW, noch ARRIRAW werden nativ unterstützt? Das iPhone kann auch kein 4k. @Roger: Bandbasiete Workflows sind weniger ein Problem, AJA und bald auch BMD haben Tools bereit. Dafür ist der Multiuserbetrieb nicht möglich. FCPX ist ein Inselsystem. Hündgen schreibt: "Und 98 Prozent der weltweiten Videoproduzenten werden nichts vermissen." Das sind auch die Prosumer. "Videoproduzent" ist auch ein dehnbarer und nicht geschützter Begriff. Ich habe die Warterei satt. Zuerst nach Jahren das Miniupdate auf FCP7 und nun das. Ich habe kein Vertrauen, dass Apple das bringen wird, was kommen soll, denn sie haben ja deutlich gemacht, dass sie kein Interesse daran haben. Ich werde, wie alle die Professionalität wollen, mich auf das lange belächelte Premiere CS5.5 (vor 10 Jahren hat man auch Final Cut belächelt) und auf das von mir 15 Jahre lang gehasste AVID einarbeiten. Adobe und AVID sind diejenigen, die es verstanden haben, sie bieten Profiwerkzeuge und reagieren auf Apple. FCP7 (bzw. FCS3) Besitzer kriegen übrigens nach wie vor grosse Rabatte. Das Adobe Production Premium CS5.5 Paket gibt es z.B. zum halben (!) Preis. Ich werde mir das Update von CS5 kaufen. Falls aus FCPX noch was wird, ok. Natürlich habe ich mich auch darauf eingearbeitet und werde es weiterverfolgen. Ich bin offen für Neues, ich war von der Präsentation in Vegas begeistert, aber das...

  5. Almajo

    Ich glaube, die vielen Negativreaktionen beim Launch von Final Cut Pro X haben eher weniger mit dem Produkt selber zu tun, als vielmehr mit der Art und Weise, wie die Software lanciert worden ist. Natürlich hätte ich mir als Cutter ein Update gewünscht, das von der Benutzeroberfläche nahtlos an FCP 7 anknüpft. Apple hat FCP X einfach gesagt schlecht kommuniziert, die ganze Produktlancierung war für mich persönlich zu überhastet und hat viele FCP-Fans vor den Kopf gestossen. Die Änderungen sind grossartig und z.T. revolutionär, vieles ist viel einfacher und schneller geworden (nicht zuletzt fällt das elendige Render-Fenster endlich weg), leider ist das Ding so revolutionär, dass nicht einmal leitende Apple-Angestellte genau wissen, was alles in FCP X drinsteckt (oder eben auch, was noch fehlt). Es ist auch noch kein wirklicher Experte da, der die Änderungen im Detail erklären kann - auch bei Apple sucht man Workshops noch vergeblich. Zur Zeit sitzen FCP X-Benutzer vor einem Tool, das sie noch nicht richtig bedienen können und FCP 7-User wundern sich, warum Apple die Änderungen nicht sanfter und eleganter einführen konnte. Ich selber werde mir FCP wahrscheinlich zulegen, warte jedoch noch, bis Plug-Ins und zusätzliche Komponenten vorhanden sind und Apple gewisse Konstruktionsfehler beseitigt hat. Grundsätzlich gilt: Von 1.0-Versionen erst mal die Finger lassen.

  6. bigh

    Find ich super. Hoffentlich wird auch mal die Code Basis von Logic neu geschrieben!

  7. Guru

    @Almajo: Es gibt doch bereits Tutorials... http://www.rippletraining.com (empfehlenswert & günstig) http://www.larryjordan.biz (habs nicht gesehen, aber Larry macht allgemein erstklassige Tutorials) Die Oberfläche finde ich eigentlich gut, eine neue war eh überfällig. Dunkel und diskret, ich will nicht von der Oberfläche angeleuchtet werden. Die Schriftgrösse müsste man noch anpassen können, es kommt alles etwas klobig und gedrängt vor auf einem MacBook, erst recht auf einem Air. Backgroundrendering ist eine gute Sache, aber bitte nicht permanent! Meine Notebooks föhnen permanent bei banalen Operationen. Und auch das Handling ist sehr träge, wenn das Rendering dauernd stoppt. Das war beim Fast Silver so, das ist aber bald 10 Jahre her. Plugins sind mir eigentlich relativ egal, auch wenn ich damit zur Minderheit gehöre. Ich brauche ganz einfach XML Export für die Übergabe in Resolve 8. Brauchbares Grading ist in FCPX so gut wie nicht möglich. Soll mir jetzt keiner damit kommen, das komische (nicht animierbare) Colorboard und nur ein gleichzeitig sichtbares Messgerät sei "revolutionär" und der Zeit voraus. Das ist Schwachsinn. Resolve ist ein high-end Tool und wird nie von FCPX erreicht. Das sind keine nur vermeintliche Qualitätsmerkmale, ausser man hat gar keine Ansprüche. Auch wenn mal der Magic Bullet Spielzeugkasten rauskommt, Presets klicken ist kein Grading. Noch etwas zum Thema "Pro". Ich war heute an einer Sitzung mit ein paar Cuttern. Ich war schockiert wie wenig Ahnung die von der Materie haben. Kein Plan! Und sowas macht Fernsehen... Einfach ein wenig rumklicken macht keinen Editor. Auch wenn FCPX einfacher zu bedienen ist, wenn man nicht weiss, was man tut, wird das Resultat auch nicht gut (Reim nicht beabsichtigt :-p). Das Problem kam schon vor über 10 Jahren auf mit FCP, "Videoproduzenten" schossen wie Pilze aus dem Boden, alle boten ihre Dienste zu Dumpingpreisen an, waren aber völlig überfordert. Das wären dann wohl die 98%, die Hündgen erwähnt. Diejenigen, die meinen, man braucht keinen Videomonitor, produzieren Sendungen und Werbespots auf ihrem Desktop und wundern sich, dass die ganze Angelegenheit dann im Fernsehen flimmert. Wenn sie es überhaupt merken. Was Fielddominanz ist, wissen sie natürlich nicht. "Profis". Ich hab dauernd mit so Zeug zu tun. Ich muss die Probleme lösen, die den anderen egal sind. Natürlich meint man dann, es sei einfach. Video- und Audiolevels werden in Zukunft noch schlechter aussehen, da ja alles vermeintlich automatisch behoben wird. Ich finde Dilettantismus nur mässig revolutionär.

  8. Renato

    @Sam: Ein Vergleich mit FCP7 und FCPX macht wohl kaum mehr Sinn, denn Apple ha ganz offensichtlich das Zielpublikum gewechselt. Wie gesagt, Stichwort Medienrevolution. Alle Pros sagen wie es ist, FCPX kann man im Broadcasting so nicht brauchen. Daher macht ein Vergleich, aus meiner Sicht, mit iMovie mehr Sinn. Man mag meinen Text auch als Fanboytum bezeichnen. Das gleiche galt es damals als Apple das iPhone vorstellte und sich die vermeintliche Fachwelt fragte, wer denn ein so teures Telefon ohne Tastatur wolle. Hat man es in Schutz genommen, wurde man mit dem Stempel Fanboy klassiert... Mir soll's recht sein. =)

  9. Guru

    Apple nennt es weiterin Final Cut Pro und sagt, dass es für Pros gemacht ist. Ebenfalls wurde die gesamte Final Cut Familie ohne Vorwarnung eingestampft, da kann man nichts schönreden. Uns hat man einfach den Boden unter den Füssen weggezogen. Also muss man FCP mit FCPX vergleichen. Apple hat das treuste Zielpublikum verarscht und komplett verlassen. Es gehört unterdessen zur Minderheit, also weg damit. Aber sich beschweren, dass Adobe Apple verlassen hat, als es schlecht ging. Der professionelle Markt hat immer zu Apple gehalten, jetzt wo der Erfolg nicht mehr aufzuhalten ist, haben sie es nicht mehr nötig, uns für die Treue zu danken. Pros stehen halt nicht weltweit nächtelang Schlange, damin schöne Bilder in der Weltpresse rumgehen. Bilder, die übrigens von Profis gemacht werden. Consumer können schnell wechseln, aber es sind unzählige Fernsehstationen, Produktionsfirmen usw. die komplett auf Apple basiert sind. Wenn von einem Tag auf den anderen komplette Systeme verschwinden, ist Apple kein Partner, dem man vertrauen kann. Was, wenn Ubillos in 5 Jahren wieder plötzlich eine neue Furzidee hat und die Welt verändern will, indem er uns das aufzwingt? Zuerst XSan, dann XServe, jetzt das. Und als Nächstes die MacPros, da Steve an den Keynotes nicht von Millionenverkäufen erzählen kann? Dann ist auch fertig mit Smoke, Resolve, Scratch, Baselight und all den anderen High-End Systemen, die erst gerade auf Mac portiert wurden. Der Vergleich mit dem iPhone dagegen hinkt eher. Das iPhone ist ein Consumergerät, und schliesslich gab es schon lange vorher PDAs und Smartphones nur mit Touchscreen bedienbar, und die waren weit teurer. Die Amerikaner wussten das bloss nicht, weil sie vor dem iPhone locker 5-10 Jahre zurücklagen, und den lange sehr erfolgreichen Palm haben sie wohl vergessen. Für die war SMS neu, als hier MMS schon ein alter Hut war. Aber das ist ein anderes Thema. Diese Art von Medienrevolution klingt nach Youtube im Kino. Gute Nacht dann. Jekami ohne Anspruch. Ich tendiere gern zu Fanboyism, aber auch das hat seine Grenzen. Die ganze Sache hat übrigens wenig mit einer Revolution zu tun, es ist mehr eine Diktatur. Die Proteste und möglichen anstehenden Wechsel zu anderen Systemen, das ist die Revolution.

  10. Roger

    @Guru Ja, aktuell ist FCPX eine Insellösung. Aber wie lange noch? Hoffentlich wird kein Mensch aus der MedienProduktion, der Geld damit verdienen muss, alleine auf die 1.0 Version von FCPX setzen. Dies wäre dilettantisch. Aber für kleinere und vor allem schnelle Produktionen kann man eine Workstation bereitstellen und parallel mit FCP7 oder 6 noch gut einige Jahre bei grossen Dingen weiterfahren. Gerade im Bereich des Autorenfilms oder bei Indieproduktionen kann ich mir FCPX gut vorstellen. Die Ausgabe aus FCPX hat meiner Meinung nach auch gar nichts mit Youtube oder so zu tun. Bildkompositen, Schnittrhythmus und alle anderen gestalteten Dinge aus dem Film haben rein gar nichts damit zu tun. Wer sein Handwerk versteht wird auch mit FCPX gute Ergebnisse erzielen und diese hochwertig zur Weiterverarbeitung oder Fazen ausspielen können. Und wie lange kennen moderne NLE's den Multicamschnitt schon? Sind noch ganz wenige Jahre meine ich. Verwechseln wir den Begriff "Professionell" nicht mit den Budgetkosten einer Produktion, sondern setzen wir ihn ein für Menschen die ihr Handwerk verstehen und berührende oder mitreissende Inhalte generieren können. Wobei auch FCPX ab seinem intuitiven Workflow wohl wieder einige Anwender dazu verleiten wird, sich eine "vielversprechende" Titulierung zu geben. Übrigens: die Colorgradingfunktionen sind bei Weitem noch nicht das Mass der Dinge in FCPX. Bisher wurde Colorista von RedGiant über alle Masse gelobt. Warum? Weil Color vermutlich für viele sogenannte "Pros" zu kompliziert war. Die diesbezüglichen Unkenrufe von vielen FCPX Kritikern verhallen für mich so in Schall und Rauch. Ich bin aber immer noch voller Hoffnung, dass da bei FCPX in diesem Bereich noch was dazu kommt. Ob nun von Apple, oder eines Drittanbieters. Sonst bleibt noch immer das baldige DaVinci Resolve von Blackmagic (wobei bei der Bezahlversion dann das Preis-Verhältnis von FCPX und DaVinci seltsam anmutet ;-)) Das grösste Manko erkenne ich bei FCPX im Moment aber klar bei der Audiobearbeitung. Mehrere Audiospuren sauber abmischen wird zu einem frustrierenden Gefummel. Fazit: - Ich nutze mit Freude FCPX für kleinere Produktionen und geniesse den neuen, angenehmen, Workflow. - Bei grösseren Projekten oder Anpassungen bei ehemaligen Projekten setze ich weiterhin auf FCP7

  11. Guru

    @bigh: ich prophezeihe ein baldiges Logic X, basierend auf Garageband, die Audioguys sind auch noch sauer und ProTools wird erschwinglicher. @Renato: Du hast das Zitat immer noch fälschlicherweise als eines von Larry Jordan deklariert. So ist wird auch Larrys Sichtweise komplett falsch dargestellt, denn seine Meinung geht in die gleiche Richtung wie meine. Oh, jetzt kommt Roger... Na meinetwegen :-D @Roger: natürlich wechselt man nicht sofort, das macht man nie bei Produktionssystemen. Aber FCS3 wurde per sofort eingestellt. Zuerst haben sie sogar die Updatefiles entfernt. Ich arbeite an einem Ort mit 30 Lizenzen (leider nicht Volume, war nicht meine Entscheidung), was ist, wenn wir dort eine zusätzliche Lizenz brauchen? Pech? Apple sagt ganz klar, dass man die bestehenden Projekte noch schnell fertig machen soll, und dann wechseln. Das ist natürlich grober Unfug. Was ist, wenn man auf alte Projekte zurückgreifen möchte? Was ist mit all den Vorlagen, die man auch in Zukunft nutzen wird, alles neu bauen? Es gibt Newsroomsysteme, die auf Final Cut Server basieren. Was, wenn da ausgebaut werden muss? Was ist mit den Anbietern dieser Systeme? Die können entweder einpacken, oder sehr viel Zeit und Geld investieren zur Umstrukturierung. Ein Serversystem von einem Tag auf den anderen einzustellen, das gab es noch nie. Noch nie von einer Firma, der es besser geht als all den anderen. Einfach wegen der blöden Revolution mal alles auf Hobbybetrieb umkrempeln? Willst Du wirklich etwas Fazen, was Du noch nie auf einem Referenzmonitor gesehen hast, und nicht einmal anständig mastern konntest? Hier bewegen wir uns schon im high-end Bereich, also weit weg von FCPX. Multicam gibt es seit Ende 1994, das ist in dem Bereich eine Ewigkeit her. Home Improvement (Tool Time) wurde z.B. ab dann mit so auf AVID geschnitten. FCP bekam glaubs mit 4.5 Multicam, ca. 10 Jahre nach AVID. Multicam wurde jedoch schriftlich von Apple versprochen. Irgendwann. Ich habe ja auch an unzähligen low- und nobudget Produktionen gearbeitet. Natürlich geht es um Inhalte, aber der Anspruch zur bestmöglichen Umsetzung fehlt leider vielen. Und die Menschen müssen ihr Handwerk auch wirklich verstehen, was leider häufig nicht der Fall ist. Colorista ist ok, aber für mich als Colorist ziemlich unbrauchbar. Einerseits will ich meine Controls auf einer Seite sehen, und nicht im Viewerfenster rumscrollen, andererseits ist Grading vom FCP Handling her mehr als mühsam. Grades können nicht schnell übernommen/gespeichert werden, ich kann nicht einfach von Schnitt zu Schnitt gehen und via Control Surface arbeiten, keine Library zum Vergleichen (der Frameviewer hilft nur im Notfall). Im FCP reicht mir der 3-Way. In FCPX ist das Handling noch mühsamer, und man kann momentan z.B. auch keine einzelnen Attribute einfügen, nur alle... In FCPX sehe ich keine Lösung, nur den XML Export. Color ist doch nicht kompliziert, das hat man in einem Tag gelernt, zumindest die Software zu bedienen. Natürlich muss man wissen was damit anzufangen. Wenn man das nicht weiss, kann man das auf keinem System. Die meisten schauen auf den (erst noch unkalibrierten) Compibildschirm und haben keine Scopes offen, da sie diese ohnehin nicht lesen können. Und am Ende nennen die es Grading, was ich ehrlich gesagt als eine Beleidigung auffasse. Entweder man lernt und kann es dann, oder eben nicht. Grading ist nicht Jekami, und es gibt auch keine One-Click-Abkürzungen oder Presets. Was meinst Du von wegen Preis-Leistungsverhältnis? Resolve ist saugünstig (ca. 2800 mit Wave Panel)... Und wieso das baldige Resolve, es ist doch schon draussen...? Übrigens: https://twitter.com/#!/editblog/status/87731964420960256 So jetzt, fertig.

  12. Roger

    So, und nun wieder der roger ;-) @Guru Da haben wir uns jetzt missverstanden, bzw. habe ich mich zu später Stunde ev falsch ausgedrückt. Die grossen "Häuser" nehme in meinen Überlegungen sicher zu wenig Platz ein. Ich habe aber die pessimistische Ansicht, dass 95% der negativen Meinungen zu FCPX von Leuten kommt die sich mit einer "Pro" Anwendung brüsten ohne deren Möglichkeiten je zu nutzen. "... Apple sagt ganz klar, dass man die bestehenden Projekte noch schnell fertig machen soll, und dann wechseln. ..." Absoluter Mist von Apple, auch meine Meinung. Darum fahre ich für den Moment doppelgleisig. Neue Projekte mit FCPX und Alte mit FCP7. " Willst Du wirklich etwas Fazen, was Du noch nie auf einem Referenzmonitor gesehen hast, und nicht einmal anständig mastern konntest? ..." Natürlich nicht. Aber wer sagt denn heute dass es Morgen diesbezüglich keine Möglichkeiten gibt? Ob nun Apple selber, Blackmagic oder sonst wer wird in Kürze eine entsprechende Lösung präsentieren. Aktuell nutze ich meinen 2. Monitor (kallibriert) als Referenz und lasse den Film aus FCPX auf diesem anzeigen. "... aber der Anspruch zur bestmöglichen Umsetzung fehlt leider vielen. Und die Menschen müssen ihr Handwerk auch wirklich verstehen, was leider häufig nicht der Fall ist." Das ist genau das was ich meine. Auch mit FCP7 sehen sehr viele Filme Youtube like aus. Das liegt sicher nicht an fcpx. " Colorista ist ok, aber für mich als Colorist ziemlich unbrauchbar. ..." + "Color ist doch nicht kompliziert, das hat man in einem Tag gelernt, zumindest die Software zu bedienen. Natürlich muss man wissen was damit anzufangen. ..." Dies wollte ich eigentlich aussagen. Viele der fcpx Kritiker habe ich als glühende Verehrer von Colorista erlebt (Forenerfahrung). Dies ist in meinen Augen ein Wiederspruch und bestärkt mich in meinem Glauben an die 95% FCP-Nutzer die die Software nur wegen der Bezeichnung "Pro" für das eigene Ego einsetzen ;-) " ... Was meinst Du von wegen Preis-Leistungsverhältnis? Resolve ist saugünstig (ca. 2800 mit Wave Panel)… Und wieso das baldige Resolve, es ist doch schon draussen…? ... " Hier meine ich das Verhältnis von CHF 325.00 für fcpx und die rund CHF 1200.00 für Resolve (Software only) lustig gemacht. Ja, Blackmagic hat gerade Version 8 veröffentlicht. Mein "baldiges" bezieht sich auf die freie Version die irgendwann diesen Sommer kommen soll. Abschliessend: Meine Überlegungen kommen aus dem Low- Med-/Budget und Indiebereich und ich habe die "Grossen" mit Serverlösungen in meinen Überlegungen tatsächlich zu wenig berücksichtigt. Mich nerven aber die unzähligen Negativpostings von Pro Verehrern die sich bloss wegen dem Pro so auslassen. Lasst doch fcpx mal Version 2.0 erreichen und sehen dann weiter. Apple hat sich noch nie zurückhaltend über eigene Dinge ausgelassen. Also findet in meinem Hirn bereits bei den Keynotes eine Übersetzung der Superlativen in die Realität statt. So freue ich mich immer wieder über dieses und jenes Future das ich entdecke. Und für alle Anderen: Adobe verkauft die "CS5 Production Suite" aktuell mit 50% Nachlass bei Eingabe des Codes "SWITCH". In Adobe lassen sich Projekte aus FCP7 getreu öffnen und weiterverarbeiten. Asta la Vista und einen sonnigen Tag

  13. Indy

    Für mich kein Test sondern... Hmm Apple Hype.... Apple ist der Comunity schon lange ein vernünftiges Update von Final Cut schuldig.. und nun das ... Schade eigentlich ....

  14. Guru

    @Roger ;-) Jaja, die späten Stunden, die sind ja auch branchenbedingt... "Aktuell nutze ich meinen 2. Monitor (kallibriert) als Referenz und lasse den Film aus FCPX auf diesem anzeigen." Ist zwar besser als nix, aber Du weisst ja, dass auch ein kalibrierter Compibildschirm keine Referenz ist ;-) Colorista geht ja noch, viel schlimmer finde ich MB Looks, die meisten klicken da nur mit Presets rum und alles sieht gleich aus. Die 1000 für Resolve sind immer noch saugünstig, früher waren's eher 400'000, ich weiss aber schon, was Du meinst. Ich habe meine ersten Gradingversuche auf dem DaVinci 2k+ gemacht, der hat 1.5 Millionen gekostet. Und nochmal so viel für den Philips Datacine Abtaster. Ich habe Resolve 8 mal runtergeladen, im Moment nützt es mir leider nix, da ich wegen Wohnungsrenovation bei meinen Eltern wohne (Resolve braucht 1920x1080, also nix mit Air oder 15" MBP)... Wenn Du Resolve ernsthaft nutzen willst, rate ich Dir dringend ein Control Surface an, ohne ist es ziemlich mühsam zu bedienen (nicht so wie Color, man hat z.B. keine grafischen Wheels). Absurd finde ich eher, dass FCPX 300 kostet und der OMF Export von Automatic Duck 500. Es ist nur ein Exporter, aber ein wichtiger, drum abzocken... @Indy: ich möchte an dieser Stelle festhalten, dass Renato mich heute Morgen gefragt hat, ob ich ein Review aus professioneller Sicht schreiben möchte. Danke nochmal dafür! 1. gibt es bereits viele gute Reviews, die Pros kennen die eh schon 2. ein ausführliches und strukturiertes Review, dass ich selber damit zufrieden bin, ist sehr aufwändig 3. habe ich hier und hier: https://apfelblog.ch/mac/software/heute-final-cut-pro-x bereits viel darüber geschrieben (ok, vor allem über die Mängel, aber die würde ich bloss wiederholen), und wie man sieht, schweife ich auch gerne mal ab... 4. Ich lasse mich lieber hinreissen und schreibe einfach drauflos 5. es sind wenige, die hier darüber diskutieren Also wenn jemand konkret Fragen hat, los!

  15. Roger

    @guru Das mit MB Looks wurde in fcpx ja 1 zu 1 übernommen, leider. Thx für den spannenden Disskurs der mir geholfen hat, über den eigenen Tellerrand zu blicken. Bin gespannt was die Zukunft bringt. Vielleicht halt dann auch eine CS5 Version ;-)

  16. Guru

    ;-)

  17. Guru

    Neuste Informationen, welche an einem Apple Meeting bekanntgegeben wurden: 1. FCPX XML I/O via Dritthersteller bald* FCP6/7 Import wie erwartet nie 2. FCP7 Firmenlizenzen sollten in den nächsten Wochen (wieder) käuflich sein 3. FCPX EDL I/O bald* 4. AJA Plugins für Tape I/O bald*. Capture direkt in FCPX Events 5. XSan Unterstützung in den nächsten Wochen (wahrscheinlich wie ich vermutet habe im Zusammenhang mit Lion) 6. Broadcast Monitoring mit AJA und Blackmagic bald* 7. Support für zusätzliche Codecs von Drittherstellern bald* 8. Wählbarer Timecode in Sequenzen bald (weiss nicht, was daran so schwierig sein soll) *bald kann bis zu mehreren Monaten dauern, bis die Dritthersteller die APIs im Griff haben. Und bis Apple die jeweiligen APIs rausgibt. Mal sehen. Das XML Plugin wird wahrscheinlich wieder eine $500 Automatic Duck Abzocke...

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