Real artists ship!

Bildquelle: Technologizer.com

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Ein berühmtes und viel gesagtes Zitat von Steve Jobs ist „Real artists ship!„. Lange hat sich Apple an diesem  Leitziel orientiert. Wenn Produkte von Apple vorgestellt wurden, dann waren die vorgestellten Neuerungen sofort in Apple Online Store bestellbar. In den letzten drei Jahren kam Apple aber ein bisschen ab von dieser Strategie. Zuerst waren es nur ein paar wenige Tage, mittlerweile sind es Wochen bis Monate. Angefangen hat es mit dem iPhone und ist jetzt noch mehr spürbar mit dem iPad.

Am 27. Januar 2010 wurde das Apple Tablet iPad, nach vielen Gerüchten und Spekulationen, endlich der Öffentlichkeit vorgestellt. Damals nannte Steve Jobs den März 2010 als Auslieferungsmonat. Inzwischen wissen wir, dass es April wird bis das iPad in den Händen von Otto-Normal-Benutzer landet. Wie immer wird die amerikanische Bevölkerung bevorzug! Die Konsument drüben am grossen Teich können das iPad bereits am 3. April 2010 in den Händen halten. Die Europäer hingegen müssen sich gedulden bis Ende April. Hier in Europa wurde noch nicht einmal die Vorbestellung gestartet! Noch nicht einmal die Preise sind bekannt…

Allerdings, in Relation zu anderen Computerhersteller ist Apple dann doch wieder weit voraus. HP hat zwar das Slate Tablet vor dem iPad der Öffentlichkeit vorgestellt, dafür wussten die Macher selber nicht welche technischen Details das Slate eigentlich hat, was der Anwendungsfall ist und was es genau kann, abgesehen von dem Touchscreen. Es war lediglich ein Prototyp welcher, wenn überhaupt, frühestens Ende Jahr auf den Markt kommt. Selbst das Courier Tablet von Microsoft ist noch nicht über das Stadion des Reissbretts hinweg. Habt Ihr Euch eigentlich auch schon mal gefragt, wie viele der Microsoft Surface Tische wirklich verkauft wurden?

Im Vergleich zu anderen Hersteller im technologischen Bereich ist Apple also immer noch auf Kurs mit dem Spruch „Real Artists ship“. Was vorgestellt wird, wird auch so ausgeliefert. Neu kann es einfach ein paar Wochen oder Monate später sein als der Vorstellungstermin. Vielleicht ist das wirklich einfach der bessere Weg keine öffentlichen Konzeptprodukte zu erstellen als irgendwelche Versprechen zu machen, welche dann, aus welchen Gründen auch immer, doch nicht umgesetzt werden.

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  • The_Mac

    Ich weiss ja nicht wirklich, Renato. Dein Blog ist super und unterhaltsam, aber wird doch immer mehr auch zur Apple-Verteidigungsplattform.

    Selbstverständlich weiss auch ich nicht, wann und ob das Courier von MS auf den Markt kommt, aber wenn man die „über den Tellerrand“-Community so sieht und hört sind die Leute doch überzeugt von einem grandiosen Konzept und einem echten Mehrwert für den Endkunden.

    Also den beiden Dingen, die dem IPad fehlen. Und wenn ich also schon 3 Monate auf ein grösseres IPhone warten muss, ohne auch nur das geringste Körnchen News nach einer völlig überzogenen Präsentation? Dann kann ich genausogut 6 Monate auf ein „richtiges“ Produkt warten und freue mich zwischenzeitlich über ein paar Concept Arts. Der Community zufolge wird das Teil weggehn wie warme semmeln – nicht WEIL, sondern OBWOHL es von MS kommt – und dass ist ein echter Vorteil. Also ist davon auszugehen, auch wenn diese Concepts noch früh sein sollten, dass das bestimmt weiterverfolgt wird.

    Ich denke (und hoffe), dass es Microsoft diesmal wirklich gelingt den Aepfeln mal zu zeigen, dass sie nicht alleine Innovativ sind und es doch noch was mehr braucht als zu sagen „hier – ihr brauchts – wir wissen nicht wozu, aber ihr brauchts unbedingt“.

    Konkurrenz belebt schliesslich auch das Geschäft, denn ich hab keine Lust dass dann 2012 tatsächlich der „iCarpet“, das iPhone in Teppichgrösse erscheint :)

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  • d-sieben

    Mir persönlich ist es ziemlich egal, was die Konkurrenz macht und wie sie ihre Liefertermine wahrnehmen, oder auch nicht. Wie lange sie den Kunden warten lassen. Was mich früher an Apple, nebst wirklich Spitzenprodukte, sehr beeindruckte, war ihre puritanische Linie in der Geschäftsleitung. Ihre Philosophie war klar, einfach und konstant und dazu gehörte es eben auch, dass Produkte direkt nach der Präsentation gekauft werden konnten. War irgendwie ein echt geiles Lebensgefühl. Klar, es stirbt niemand, wenn er ein Monat oder mehr warten muss. Aber Apple verliert hier klar an Markenzeichen. Hinzu kommt, dass auch beim iPad Lieferengpässe entstehen werden……wie immer. Auch wenn ich mir kein iPad kaufen werde, sondern warte, was der Markt diesbezüglich noch zu vermelden haben wird, empfinde ich es als Verarschung an den Kunden, sooooo lange Wartezeiten hinnehmen zu müssen! Irgendwie werde ich hier das Gefühl nicht los, dass diese Strategie etwas mit Aktien und so zu tun hat, obwohl ich in diesem Bereich weniger als „0“ Ahnung habe.

  • @The_Mac: Versteh mich nicht falsch. Das Concept-Video vom Courier finde ich wirklich cool. Aber das coole dabei ist nicht die Hardware, sondern die Software! Das war auch der Erfolg vom iPhone! Ich wünsche mir auch das MS weiter an dem Courier arbeitet denn mit mehreren Mitbewerber können wir alle nur profitieren!

    In dem Artikel geht es einfach nur darum, wie lange es dauert bis ein Gerät auf dem Markt ist von der Vorstellung. Früher war das bei Apple null Tage. Inzwischen sind es Monate. Bei MS waren es zwischen zwei Concept Videos schon Monate. Dabei verliert MS einfach viel Marktanteil und hat es im nach hinein viel schwerer noch ernst genommen zu werden.

    Von Apple wünsche ich mir, dass man wieder zu den null Tagen Verzögerungen zurück kehrt und man sich wieder etwas mehr der Qualität widmet.

  • Dennis

    Am Ende des Tages ist die Frage immer ob der Markt nach der Präsentation bereit ist für das präsentierte Gerät.
    Was hilft mir ein iPad, ohne iPad Apps?
    Ich denke der Hauptgrund für die „Verzögerung“ ist, dass die richtigen Apps am Markt da sein sollen, damit man sich gleich in das Gerät verliebt, und nicht ein Gerät hat, was wirklich nur ein großes iPhone ist…..

  • Die frühe Vorstellung des iPhones und des iPads vor dem Verkaufsstart hatten genau einen Grund:
    In den USA müssen Produkte mit Modulen für den Mobilfunk durch die FCC (Federal Communications Commission) geprüft und abgenommen werden. Da die FCC ihre Prüfdokumente veröffentlicht, würden so neue Apple-Produkte indirekt durch die FCC veröffentlicht, was Apple die Kontrolle über Produktvorstellungen entzieht.

    Alle Produkte, die kein Mobilfunkmodul integriert hatten, wurden von Apple kurz vor Verkaufsstart vorgestellt (iPod Nano, MacBook, iMac, etc.).

  • Hallo,

    auch wenn ich nur Hobby „Techniker“ bin (arbeite in einer komplett anderen Branche ;)), finde ich diese ganzen feinheiten doch sehr interessant.
    Gerade das mit der FCC ist hoch interessant und erklärt einiges. Ob der Nutzer wirklich was davon hat, wenn die Produkte gleich erscheinen wenn man sie ankündigt ist ja die andere Sache.
    Auch das mit den Apps dürfte vermutlich ein guter Grund sein – iPohne ohne Apps ist ja mittlerweile eigentlich unvorstellbar. Google hat ja damals auch beim Android einen gewissen Vorlauf gehabt (mit Preisgeldern).

    Interessant ist es aufjedenfall, wenn sich eine Firma ein bisschen neu ausrichtet.

    Gruß Simon

  • The_Mac

    @Renato:

    Wirklich gute Argumente. Ich finde aber auch die Hardware am Courier geil. Endlich was (IF done right!), was mir nicht zerkratzt wenn ich keine Hülle mit rumschlepp – und die beiden Screens scheinen wirklich optimal aufeinander abgestimmt zu sein (nein – ich mein nicht die Abmessungen :) ).

    Das mit dem ausliefern ist definitiv so. Und wenn daran die FCC „schuld“ trägt, dann ist das natürlich ärgerlich …

    Ich persönlich bin nur sehr erschrocken, da ich mich echt von MS abgewandt hatte und nur gezwungenermassen wegen dem Studium weiter mit Windows arbeiten musste. Nur ich hab das Gefühl, dass die ganz bös am Aufholen sind. Windows 7 läuft besser als XP, und XP war genial. Der Courier kommt und Office 2010 ist im Beta schon super brauchbar.

    Ich mag Apple – liebe mein IPhone – immer noch und bin überzeugt, dass es nichts gibt, was mir einen Mac im Bezug auf Photobearbeitung und weitere Medienverarbeitung (ausser Office) ersetzen könnte.

    Aber genau wenn man sich um eine Marke/Firma kümmert, dann ist es schade, wie man aus lauter arroganz plötzlich die Konkurrenz ignoriert, die langsam aber sicher wieder voll an Fahrt gewinnt.

    Mal sehn, was das IPad mit seinen Apps bringt – ich bin jedenfalls abgesprungen – ich wart mal ab. Ich kann mir theorethisch auch beides kaufen, einfach in jeweils kleineren Ausführungen (mal auf das IPad bezogen), aber der Ersttagskauf ist hier schonmal gestorben – und da dürfte ich beileibe nicht der einzige abgesprungene Kunde sein …

    Es bleibt spannend :)

  • z4ph0d

    wer hat nun eigentlich den ipad gewonnen

  • @z4ph0d: Wie beim Wettbewerb kommentiert, wird der Gewinner heute Abend bekannt gegeben.

  • @The_Mac: Man muss ja nicht nur Produkte von einer Firma kaufen. Meistens sind die Produkte ja irgendwie kompatibel. Ich war schon immer überzeugt davon, dass man sich klar darüber werden muss, was man will, welche Bedürfnisse man abdecken möchte und dann das passende Geräte dazu sucht. Egal ob mit oder ohne Apfel!

  • @Renato: Der 22. März war gestern :-)

  • Da wollte HP eben schneller sein und Apple zuvor kommen, was einerseits verständlich ist, andererseits aber natürlich nicht gerade optimal für den Kunden, der die Vorstellung vielleicht sieht und sich schon auf das neue Geräte freut. Aber ganz ehrlich, etwas besseres als seine neuen Geräte schon Wochen im Voraus vorzustellen kann Apple doch gar nicht machen. Wenn man sich im Netz so umschaut, gibt es da doch jetzt schon tonnenweise kostenlose Publicity für das iPad, mit manchen Werbekampagnen erreicht man weniger Menschen.

  • @Michael: Der Gewinner wurde auch am 22. März ausgelost, bloss erst heute veröffentlicht! Man seit Ihr ungeduldig… =)

  • @Renato: Hehe, wie kleine Kinder halt so sind, wenn’s ums Spielzeug geht! ;-)