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Greenpeace: Apple könnte grüner sein.

Die SonntagsZeitung hat ein altes Thema wieder etwas aufgewärmt. Bekanntlich hat Greenpeace vor einiger Zeit Apple an den Umweltsünder-Pranger gestellt, jedoch mit einer sehr guten Kampagne welche auch einige Preise abgeräumt hat. Dank der Kampagne haben sich dann über 50’000 Personen bei Steve Jobs gemeldet mit der Bitte umweltverträglichere Produkte herzustellen. Einige Monate später hat Steve Jobs mit der Mitteilung „A Greener Apple“ sich selber hohe Umwelt-Auflagen erstellt und sich so Genugtuung bei den Umweltaktivisten geholt.

Doch dem Greenpeace-Chef Gerd Leipold geht das ganze, wie sich jetzt herausstellt, zu wenig schnell und hat das bei einem Meeting mit Steve Jobs auch offen gesagt. Gemäss den Aussagen von Leipold brachte das dann den eher sanftmütigen Jobs auch auf die Palme. Andererseits hat Apple sich hohe Ziele gesteckt und diese auch sehr offen kommuniziert. Steve Jobs hat sich und sein Unternehmen also selber zur Zielscheibe gemacht.

Wie dem auch sei. Mit dem neuen iPod nano und den MacBook-Modellen ist Apple auf dem besten Weg zum grünsten Elektronik-Hersteller zu werden: Arsenfreies Glas, keine bromierten Flammschutzmittel, kein Einsatz von Quecksilber, keine Verwendung von PVC und recycelbares Aluminiumgehäuse. Das musste auch Greenpeace eingestehen und man ist zuversichtlich, dass Apple wirklich sehr grün wird im nächsten Jahr.

Meiner Meinung nach ist Apple ein gutes Zugpferd für die Greenpeace-Kampagne. Wenn die Umweltschützer die selbe Kampagne gegen Dell oder Lenovo gefahren wäre, dann wäre das ganze im Mediensumpf untergegangen. Bei Apple-Themen melden sich nämlich die Fan-Extremisten und die Neider gerne und ausführlich zu Wort und tragen so die Diskussion in die Welt. Auch die Sonntagszeitung hat wohl verzweifelt einen Artikel gesucht und die alte „Apple vs. Greenpeace“ Geschichte als dankbaren Artikel gefunden. Das Microsoft und Nintendo seit Jahren als die grössten Umweltsünder gelten, darüber regt sich niemand auf.

Übrigens, Greenpeace selber setzt in den eigenen Büros Lenovo ein. Lenovo ist in der Rangliste der Grünen Elektronik-Hersteller hinter Apple. Eigentlich schade das selbst eine Umweltschützer-Organisation nicht etwas mehr Geld in die Hand nimmt um umweltfreundliche Produkte zu fördern.