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Apple und Foxconn weiterhin in der Kritik!

Letzte Woche hat mich der Journalist Barnaby Skinner mit einer haltlosen Unterstellung auf seinen Artikel in der SonntagsZeitung aufmerksam gemacht.

Grundsätzlich ist mir das Thema bekannt, jedoch war mir dieser Artikel bis zum Tweet des Autor unbekannt. Aber natürlich kommentiere ich als Apple Evangelist auch gerne dieses Thema, denn auch das gehört zu Apple.

Der Artikel zeigt schon in der Einleitung um was es geht:

Apple-Chef Steve Jobs gibt sich mit Produkten erst zufrieden, wenn die eigenen Qualitätskriterien hundertprozentig erfüllt sind. Weniger wichtig ist ihm offenbar, wer seine durchdachten Elektronikgeräte zusammensetzt und unter welchen Arbeitsbedingungen sie entstehen.

Schon im letzten Jahr war Apple und Foxconn das Gespräch in den europäischen Medien. Leider scheint sich seit her nicht getan zu haben. Man hat damals die Löhne aufgestockt und es dann, so scheint es, bei dem belassen. Seit damals gab es einen schweren Unfall, verursacht durch feiner Aluminium-Stab in der iPad Polierabteilung und einer nicht funktionstüchtigen Lüftung. Weiter wird Foxconn angelastet Jugendliche auszubeuten. Besonders dreist ist, dass Foxconn Schüler aus den umliegenden Schulen anwirbt für ein kostenloses Praktikum an den Fliessbänder. Was aber auch erstaunt ist, dass nicht weniger als 119 Schulen ihre Schüler in die Ausbeutungsfabriken schicken wollten!

Foxconn scheint einfach jedes Mittel recht zu sein, für minimalste Lohnkosten und ohne Sozialleistungen die Arbeiten für die amerikanischen Arbeitgeber ausführen zu wollen. Apple ist längst nicht der einzige Auftraggeber. Firmen wie Acer Inc., Amazon.com, Asus, ASRock, Intel, Cisco, Hewlett-Packard, Dell, Nintendo, Nokia, Microsoft, MSI, Sony Ericsson, Vizio und Weitere gehören zu den Firmen welche schweigend die Missstände bei Foxconn hinnehmen und sich über tiefe Produktionskosten freuen.

Zuerst dachte ich: Ok. Apple muss einmal mehr den Kopf hinhalten damit sich in der Szene etwas bewegt. Denn genau gleich war es bereits beim Thema umweltfreundliche Devices. Nachdem Greenpeace Apple mächtig angegriffen und auf allen möglichen Kanälen entblösst hat, hat Steve Jobs reagiert. Apple Geräte gehören nun zu den grünsten Geräten im Markt und Apple wird auch nicht müde das bei jeder erdenklichen Präsentation zu erwähnen!

Aber der Artikel geht eben noch weiter… Während nämlich Unternehmen wie beispielsweise Hewlett Packard mit Nichtregierungsorganisationen wie Sacom oder Good Electronics Network in Gesprächen ist für Projekte zur Verbesserung der Arbeitsverhältnisse, verweigert Apple jegliche Gespräche mit diesen Organisationen. Diese Verweigerung könnte man noch gut heissen, wenn Apple wenigsten selber etwas gegen diese unsozialen Verhältnissen in den Fertigungshallen tun würde. Leider ist das bisher nicht der Fall… So muss sich Apple hat auch in den Medien einiges gefallen lassen, so zum Beispiel im Satiremagazin Nebelspalter:

Die Freude über das Rekordquartal von Apple hat auch die chinesische Provinz erreicht. In den Foxconn-Fertigungsstätten in Shenzhen und Chengdu kam es im Anschluss an die 14-Stunden-Schicht zu spontanen Freudenmärschen zu Ehren der Kultmarke.
„Wir sind stolz darauf“, wird ein Mitglied der Belegschaft zitiert, „mit unseren Monatsgehältern von 120 bis 160 Franken etwas zum Umsatz von 28 Mia. Dollar und zum Rekordgewinn von 7.3 Mia Dollar beigetragen zu haben.“
Viele von ihnen würden sich nun umso mehr freuen, so der Mann weiter, sich in vielleicht 10 Jahren auch einmal eines dieser tollen Geräte leisten zu können, welche sie täglich zusammenschrauben.

Tatsächlich kommt es einem sehr makaber vor wenn man die neuen Quartalszahlen von Apple denkt, an die riesigen finanziellen Reservemittel welche in Cupertino lagern und dennoch scheint dieses grossartige Unternehmen nicht in der Lage sein, für ein bisschen mehr Menschlichkeit in den Fertigungsfabriken von Foxconn und Co. sorgen zu können. Unglaublich wie machtlos der grosse Apfel plötzlich erscheint…

Natürlich konnte man in gewissen Blogs und Twitter-Accounts sofort lesen: boykottiert Apple! Das wäre ein Anfang, würde aber wohl wenig bringen. Denn dann freuen sich Amazon, Dell, HP und Co., dass in besagter Firma Kapazitäten für die Mitbewerber-Produkte frei geworden sind… Denn wie gesagt, mit dem Kundenauszug von Foxconn, also Acer Inc., Amazon.com, Asus, ASRock, Intel, Cisco, Hewlett-Packard, Dell, Nintendo, Nokia, Microsoft, MSI, Sony Ericsson, Vizio, etc. sind wir alle mit all unseren Produkten Betroffen. Jeder Computer, jedes Mobiltelefon und Fernseher wird ein Teil aus den Foxconn-Fabriken beherbergen…

Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass Apple nicht nur ein fantastischer Hersteller von Geräten und nicht nur der grünste Computer-Hersteller ist, sondern auch mit stolz sagen kann, dass die Geräte unter menschenwürdigen Bedingungen geschaffen wurden.