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Das iPad und die Zeitungsverleger

Gestern Abend strahlte das Schweizer Fernsehen, bzw. die Wirtschaftssendung ECO einen interessanten Bericht im Zusammenhang mit dem iPad und den Zeitungsverleger aus: Das iPad als Hoffnungsträger.

Einmal mehr wurde darin der Axel Springer Chef Mathias Döpfner zitiert:

Jeder Verleger sollte sich einmal am Tag hinsetzen, beten und Steve Jobs dafür danken, dass er mit diesem Gerät die Verlagsindustrie rettet.

Eine happige Aussage welche nicht nur in der Branche für Kopfschütteln sorgte. Schliesslich ist es ja nicht so, dass Apple das kostenlos macht… Denn 30% der Einnahmen welche mit dem Verkauf der Apps gemacht werden behält Apple für sich. Wird die Werbeplattform iAd von Apple aktiviert, dann behält Apple da sogar 40% der Einnahmen! Eine mehr als grosszügige Abgabe!

Der Beitrag zeigt schöne Einblicke in die Verlage USA Today, welche sich mit Werbung finanzieren wollen, oder  das Wall Street Journal (WSJ), welches bereits auf bezahlte Inhalte setzt. Die Washington Post ist noch am konzipieren und weiss noch nicht wie man die Finanzierung lösen will.

iPad als Hoffnunsträger in der Schweiz
Der zweite Teil schwenkt den Fokus auf die Schweizer Verleger.

Der Unternehmsberater Kurt W. Zimmermann glaubt immer noch nicht an den Erfolg des iPads. Einmal mehr stellt sich die berechtigte Frage, bezahlen Benutzer für die Inhalte in den Zeitungs-Apps, wenn es doch die gleichen Inhalte bereits kostenlos im Internet zur Verfügung stehen?

Neben dem Blick (App folgt im Spätsommer) wird auch ein Blick auf den Tagi und 20 Minuten geworfen. Der 20 Minuten Online Chefredaktor Hansi Voigt ist überzeugt das Leser für guten Inhalt bezahlen! Nach seiner Aussage verdiene 20 Minuten bereits jetzt schon sehr viel Geld mit der iPhone Applikation. Und zwar weniger bei der Werbung als bei dem Payed Content.

Weiter erklärt Kurt W. Zimmermann, dass man für das iPad das Angebot ergänzen muss um Erfolg zu haben. Das Stichwort lautet: Mehrwert! Herr Zimmermann ist der Meinung, dass eine vernünftige iPad App Millionen, wenn nicht sogar dutzende Millionen kosten würde. Beim Blick winkte man aber ab, die kosten gehen nicht in die Millionen…

Im aktuellen Stand der Dinge sind die Zeitungsverlage aber noch lange nicht gerettet. Vielleicht muss Mathias Döpfner noch etwas lauter oder intensiver zu Steve Jobs beten, oder aber die Verlage sollten Ihre Konzepte genau prüfen und vorantreiben. Ich bin gespannt ob das iPad dafür sorgt, dass in Zukunft noch weniger Zeitungen auf Papier gedruckt werden…