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Apple ist nicht mehr innovativ. Wirklich?

ApfelBlog - Apple Innovationen

Kürzlich hat Watson einen Artikel veröffentlicht mit dem Titel „Analyse: Apple ist nicht mehr innovativ“ von Raphael Schuppisser. Eine bewusste Herausforderung der Apple-Fans inmitten des Sommerlochs? Egal. Schauen wir mal rein.

In der Einleitung weisst der Journalist darauf hin, dass Apple mit dem iPhone die Touchscreen Smartphones und mit dem iPad die Tablets massentauglich gemacht hat:

Der US-Konzern Apple hat unser Leben mit iPhone, iPad und iPod geprägt. Doch nun hechelt die Firma mit dem angebissenen Apfel-Logo der Konkurrenz hinterher.

Damit hat er sicher nicht unrecht. Jedoch, wirklich erfunden hat Apple das jeweils nicht. Es gab schon vor dem iPhone Smartphones mit Touchscreen von LG. Auch das Tablet haben gleich mehrere Hersteller bereits vor dem iPad angeboten. Apple hat das alles nicht wirklich erfunden, bloss vereinfacht und mit nützlichen Features im eigenen Umsystem angereichert und eben massentauglich gemacht. Genau das ist es was eine Innovation ausmacht. Für eine Innovation muss nicht etwas neu erfunden werden, sondern der Markt muss darauf anspringen, erst dann ist es eine Innovation.

Innovation gemäss Wikipedia:

In der Umgangssprache wird der Begriff im Sinne von neuen Ideen und Erfindungen und für deren wirtschaftliche Umsetzung verwendet. Im engeren Sinne resultieren Innovationen erst dann aus Ideen, wenn diese in neue Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren umgesetzt werden, die tatsächlich erfolgreiche Anwendung finden und den Markt durchdringen…

Beispielsweise Google Glass. Das mag eine Revolution sein wie wir Daten konsumieren aber eben noch keine Innovation, weil das Produkt zum einen kaum oder gar nicht erhältlich ist und zum anderen der Nutzen und alltagstauglich noch nicht transportiert wurde. Genau darin ist Apple stark. Zuerst kommt das Problem und dann warum Apple das Problem mit den eigenen Produkten oder Diensten lösen kann.

Die Erkenntnis von Innovation abgeleitet auf die Apple Watch und Apple Music muss man sagen, doch Apple ist immer noch Innovativ! Spotify gibt es schon wesentlich länger als Apple Music, hat jedoch „nur“ 20 Millionen Benutzer. Apple hat vom ersten Tag an 800 Millionen potentielle Benutzer! Zumindest in den ersten kostenlosen drei Monaten, danach wird sich zeigen ob Apple überzeugen konnte. Auch bei der Apple Watch gab es vorher schon diverse Datenuhren für’s Handgelenk. Der damalige Marktführer Samsung hat 2014 1,2 Millionen Smartwatches verkauft. Ein fünftel vom gesamten Marktvolumen. 2015 hat Apple bereits über 50% Marktanteil! Über Smartwatches wird in der breiten Öffentlichkeit erst seit dem Markteintritt von Apple debattiert. Worin liegt der Nutzen? Kann das Business davon profitieren? Das alles hat erst Apple in Bewegung gebracht.

Fehlt Steve Jobs für Innovationen?

Wahrscheinlich war Steve Jobs einfach sowas wie der perfekte Kunde! Was er mit Apple entwickelt hat, waren alles Produkte welche seine Probleme lösten, er selber benutzte oder einen direkten Nutzen abdeckte. Es musste einfach und vor allem fehlerfrei funktionieren! Für die schlechten Apple Maps sind damals Köpfe gerollt… Fehlt jetzt eine solche kompromisslose Person? Bisher, so finde ich, macht Tim Cook einen guten Job. Wie bereits erwähnt ist die Apple Watch erfolgreich gestartet. Wie sich Apple Music entwickelt werden wir sehen und die Entwicklungen im Umweltschutz wie auch in neuen Bündnissen wie mit IBM steckt grosses Potential.

Ist Apple nun Innovativ oder nicht?

Sofern man bei Innovation gemäss der richtigen Definition auch von Markt-Durchdringung spricht, dann ist Apple auch 2015 noch innovativ. Verwechselt man innovativ mit revolutionären Erfindungen, dann ist Apple nicht mehr Innovativ… Vielleicht ist Apple im Grossen und Ganzen auch nicht mehr Revolutionär, sondern Evolutionär oder ein Beschleuniger in einer revolutionären Bewegung.

Wie seht ihr das? Ist in der Bevölkerung nicht bekannt was eine Innovation ist? Hinkt Apple wirklich nur hinterher? Woher kommt der Erfolg mit den „alten Innovationen“?

Apple ist für den Low-End-Markt nicht geeignet!

Walter Isaacson

Walter Isaacson ist der Schreiber hinter der offiziellen Steve Jobs Biografie. Und dieser meinte kürzlich, dass Google nun innovativer sei als Apple. Je nach Standpunkt hat er vielleicht gar nicht mal so unrecht. Doch was ist Innovation? Wie genau definiert sich diese? Und wie wird der Erfolg gemessen?

Eine Sache die dem Biografie-Schreiber wohl auch keine Ruhe liess, obwohl er sich mit dem „Misserfolg“ des iPhone 5C und der Nest-Akquisition von Google bestätigt fühlte. Denn in einem späteren Interview wollte er eines noch unbedingt los werden:

[tweetable]Innovation ist gut, aber sie ist nicht alles. Die Ausführung ist das, was wirklich zählt. Und bei dieser ist Apple am besten.[/tweetable]

Das dürfte bei Tim Cook und seinen Mannen runter gelaufen sein wie Honig. Oder war es Öl? Egal. Die Apple Führung selber musste zugeben, dass man das Absatzziel mit dem iPhone 5C verpasst hat. Auch dafür hat Isaacson eine einfache Erklärung:

[tweetable]Apples konsequenter Fokus auf die Qualität wird es nicht zulassen unterdurchschnittliche Produkte zu produzieren und solche anzubieten.[/tweetable]

Will heissen, im Low-End-Markt wird es nie Apple Produkte geben, weil Qualität unter dem Strich eben Geld kostet.

Ist Apple innovationslos?

Die Kommentare zu der iPhone 4 Vorstellungen damals haben mich darauf aufmerksam gemacht, dass einige Leser Apple seit rund 3 Jahren innovationslos halten… Und seit her höre ich immer wieder „Apple ist auch nicht mehr so innovativ wie früher…“. War Apple früher wirklich innovativer?

Vielleicht zu der Zeit des Apple 1 schon, vielleicht auch noch beim Macintosh. Beim iPod und iPhone aber schon nicht mehr. Denn sämtliche Technologien gab es bereits. Apple hat keine neuen technischen Errungenschaften erfunden… Apple ist aber sehr stark ist, bestehendes zu vereinen und in ein leicht zu bedienendes Gerät zu verpacken!

Nehmen wir wieder das Beispiel des iPod. Es gab bereits MP3-Player auf dem Markt. Aber erst mit dem iPod konnte man kinderleicht neue Songs auswählen und die Synchronisation zwischen der Musik-Bibliothek auf dem Rechner und dem iPod ging praktisch von alleine… Der iPod war damals auch der Ausschlag dafür, dass ich mich nochmals mit der Marke Apple und deren Produkte und Computer auseinander gesetzt habe. Die Ankündigung des iPhone gab mir dann den Rest und hat dafür gesorgt dass ich nun seit vier Jahren dieses Blog schreibe und diverse Apple-Geräte benutze…

Aber auch beim iPhone hat Apple nicht den Touchscreen erfunden. Da sind andere Smartphone-Hersteller schneller gewesen und haben noch vor dem Ur-iPhone Touchscreen-Mobiltelefone auf den Markt gebracht. Aber wie so oft stimmte bei den Produkten das Gesamtpaket nicht. Es gab keinen guten mobilen Internet-Browser, kaum Apps und schon gar keinen komfortablen App Store. Beim iPhone hat vor allem das einfache Vertriebssystem überzeugt mit dem omnipräsenten App Store. Jeder Benutzer konnte sein Mobiltelefon nach dem eigenen Geschmack mit Programmen individualisieren. Ein neues Betriebssystem konnte einfach installiert werden und damit unter Umständen völlig neue Funktionen freischalten. Andere Hersteller wie Nokia haben dann immer ein neues Gerät veröffentlicht. Beispielsweise das Nokia 1610 war nur zum telefonieren und das Nokia 1611 konnte auch SMS versenden…

Mein Fazit zu der Frage „Ist Apple innovationslos?“ lautet:
Vielleicht geht Apple selber kaum mehr eigene Schritte in der technischen Innovation. Dafür aber werden technische Errungenschaften für die Masse zugänglich gemacht in dem nur nützliche Features verwendet werden und diese kinderleicht in der Anwendung sind. Apple macht neue Technik einfacher zugänglich! Das ist die Innovation!

Und jetzt bin ich auf Eure Meinungen zu der Frage gespannt…