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Daimler-Chef Zetsche glaubt nicht an ein Auto von Apple.

Dieter Zetsche

Bildquelle: Autoevolution

Nicht nur bei General Motors hat man keine Angst über ein mögliches Auto bei Apple. Auch der Daimler-Chef Dieter Zetsche erwartet kein Auto von Apple, dass zumindest sagt er im Interview mit Welt am Sonntag. Ganz gelassen geht Herr Zetsche an das Thema:

Wenn Apple ins Geschäft mit Autos einsteigen will, was ich nicht weiss, würde ich viel Erfolg wünschen und den neuen Wettbewerber begrüssen. Weltweit gibt es über hundert Automarken, einige stehen mit uns in direktem Wettbewerb, andere weniger. Ob es da nun eine mehr oder weniger gibt, ist irrelevant. Wir gehen unseren Weg

Allerdings weiss der Daimler-Chef auch, Apple hat eine nicht unbeachtliche Geldreserve von 178 Milliarden US-Dollar. Damit liesse sich ganz einfach einen Autobauer kaufen.

Wir haben Respekt vor jedem ernst zu nehmenden Wettbewerber. Und wenn das eine Firma ist, die einen wirtschaftlich starken Hintergrund hat, ist das zweifellos eine potenzielle Stärke eines Wettbewerbers. Aber wir haben lange Erfahrung im Automobilbau, wir haben das Auto erfunden. Und Erfahrung ist in einem so komplexen Geschäft wie dem Automobilbau mit entscheidend. Wer dort neu einsteigt, hat die nicht.

Immerhin hat man also Respekt von einem möglichen Einstieg von Apple in die Automobilebranche. Aber auch Google könnte den alten Traditionsmarken gefährlich werden. Denn auch eine frische Automarke wie Tesla ist bereits dabei, Mercedes-Benz, BMW und Co. das Leben schwer zu machen… Eines ist klar, die Mobilität verändert sich in sehr naher Zukunft. Der Besitz eines Autos wahrscheinlich nebensächlich. Was zählen wird, sind Dienste. Aber davor hat Herr Dieter Zetsche keine Angst und nimmt das Thema sogar noch ein bisschen in’s Lächerliche:

Wenn wir morgen ankündigten, dass Daimler künftig Smartphones baut, würde das Apple nicht beunruhigen oder aus der Bahn werfen. Und das gilt auch für uns.

Man muss den Chefs der grossen Automarken auch zugestehen: sie müssen so reagieren. Keiner würde in der Öffentlichkeit zugeben können, dass das ein echtes Problem sein wird! Die Mitarbeiter und Investoren würden den Chef sofort fallen lassen. Ein bisschen Selbstsicherheit muss schon vorgezeigt werden. Vielleicht arbeitet man ja im Geheimen tatsächlich an Lösungen. Vielleicht sogar schon länger als Google und Apple… Einige Aussagen der Herren könnten in Zukunft dann aber die Zitate werden, welche man als Firmenboss nie lesen oder erfahren möchte. Wir erinnern uns…

Noch ist unsicher ob Apple tatsächlich an einem Apple Car arbeitet, aber wenn daran gearbeitet wird, dann sicher nicht zum Spass. Und sicher nicht um sich von alten Firmen wie Mercedes-Benz oder GM belächeln zu lassen.

Apple Car soll erst 2020 in Produktion gehen.

iMove

Bildquelle iMove

In Sachen Apple Car überschlagen sich aktuell die Ereignisse. Nach der Erkenntnis, dass Apple bereits gut ein Dutzend Auto-Experten angeheuert hat, ist das Unternehmen aus Cupertino auch auf der Suche nach Batterie-Spezialisten. Die gewonnenen Erkenntnisse bezüglich der Batterie könnte übrigens auch dem iPhone gut tun… Aber das ist eine andere Geschichte.

Bloomberg hat inzwischen ausgerechnet, dass wenn Apple auch bereits vor zwei oder drei Jahren mit der Planung des Apple Car begonnen hat, das Ganze noch gut fünf Jahre dauern kann, denn Apple beginnt hier auf komplett grüner Wiese.

Es gab auch schon das Gerücht, dass Apple den Laden von Tesla kaufen könnte. Nun ganz realistisch gesehen könnte Apple Tesla mit der gut geführten Portokasse übernehmen. Aber ich denke der CEO Elon Musk würde das wohl nie zulassen. Und wenn ich mir ansehe, was Apple alles für Spezialisten in den Gebieten Auto und Batterie einkauft, so muss man davon ausgehen, dass die das wirklich selber durchziehen wollen. Wohl so ähnlich wie es Google schon gemacht hat.