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App Konzepte einfach erstellen mit Briefs

Designer und Konzepter haben es nicht immer einfach die Ideen einer App richtig an Investoren oder Programmierer vorzustellen. Das haben auch die Macher von Briefs entdeckt und eine entsprechenden Software gebaut. Hier können einzelne, gestaltete Screens einfach mit Funktionen, Übergängen und einer Logik angereichert werden. Die Ergebnisse können als App wiedergegeben werden. So kann auch ein Amateur ein App-Konzept auf seinem Endgerät erleben und testen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Einziger Wermutstropfen ist, danach muss die App trotzdem noch aus programmiert werden. Nach wie vor gibt es keine vollständigen und guten WYSIWYG-Editoren für iOS Apps. Immerhin, Briefs gibt aber viele nützliche Informationen an die Entwickler ab wie beispielsweise die Bildgrössen oder Positionen von Elementen. Wie ein kleiner Bauplan.

Was uns Nicht-App-Entwickler jetzt aber noch davon abhalten kann Briefs zu nutzen könnte nur noch der Preis sein. Denn Briefs kostet stolze CHF 200.-. Natürlich im Vergleich anderen professionellen Lösungen ein Schnäppchen und auch wenn man bedenkt, welche Schritte wie Mockup, Testing und Developer Dokumentation man hier vereint hat…

Briefs - Briefs, LC

Jakob Nielsen: iPad-Apps sind inkonsistent!

Jakob Nielsen

Der Usability Experte Jakob Nielsen hat sich mit dem iPad, besser mit den iPad-Apps auseinander gesetzt und ist zur folgenden, zusammenfassenden Schlussfolgerung gelangt:

iPad-Apps sind inkonsistent; ihre Funktionen sind schwer zu finden, und es gibt oft Bedienungsfehler wegen versehentlicher Gesten. Eine übertrieben ausgeprägte Zeitungsmetapher und sonderbare Interaktionsstile verursachen weitere Usability-Probleme.

Neben dieser Zusammenfassung und der Erkenntnis, dass die meisten Tester das iPad als grosses, schweres iPhone betrachteten, haben die Experten folgendes heraus gefunden:

  • Die Tab-Leiste an der unteren Bildschirmkante funktioniert beim iPad viel schlechter als beim iPhone. Der Benutzer verliert auf dem grossen Screen den Fokus und vergisst die Buttons am unteren Rand.
  • Auf dem iPad funktionieren normale Websites besser. Beim iPhone werden Websites wie Facebook oder Zeitungen nicht via Webbroser angesteuert, sondern man konsumiert die Inhalte mit Apps weil die Darstellung viel besser optmiert werden kann. Die Benutzer müssen sich jetzt wieder umgewöhnen.
  • Problem mit den dicken Fingern. Wie alle Touchscreens hat auch das iPad das Problem, kleine Ziele zuverlässig zu treffen. Das iPad weist eine Asymmetrie zwischen Lesen und Antippen auf, weil der Text zwar gross genug ist zum Lesen, aber zu klein, um ihn anzufassen.
  • Die iPad-Apps sind wie Website von 1993. Alles, was man zeigen und berühren kann, kann auf diesem Gerät ein Benutzungselement seien. Es gibt keine Standards und keine Erwartungen.
  • Inkonsistentes Interaktions-Design. Um das Problem auf die Spitze zu treiben, können die Nutzer, wenn sie einmal herausgefunden haben, wie etwas funktioniert, dieses Wissen nicht von einer App auf die andere übertragen. Jede Anwendung verwendet für ähnliche Funktionen völlig andere Benutzungselemente.

Das Problem, so die Usability-Experten, liegt bei den Apps. Natürlich hat jeder Entwickler seine Vorlieben eine App zu gestalten. Das wiederrum führt dazu, dass jede App ein wenige anders bedient wird. Natürlich könnte hier Apple auf die Developer-Richtlinien pochen und entsprechende Apps nicht zulassen, aber wir wissen ja dann was passiert… Daher bleibt den den Experten nur an die Vernunft der App-Entwickler zu appellieren um benutzerfreundliche Apps zu bauen.

Fluch oder Segen – iPhone App Entwicklung mit Flash Professional CS5

iPhone App Development mit Flash CS5

Ich muss sagen, als ich gelesen habe, dass es nun möglich sein wird mit Flash Professional CS5 die Flash-Animationen als iPhone App zu exportieren kamen bei mir gemischte Gefühle hoch. Daher auch der Titel Fluch oder Segen.

Segen
Das man in Zukunft nicht unbedingt auf Objective-C angewiesen ist hat mehrere Vorteile. Zum einen ist nun die Schar von Entwickler noch grösser und wir dürfen noch mehr Apps für das iPhone erwarten. Gerade in der Entwicklung von Spielen könnte das interessant sein, weil OpenCL kein Zuckerschlecken ist. Es müsste dann auch relativ einfach sein bestehende Flash-Spiele gleich als iPhone App zu Portieren. Der geschriebene Code kann also mehrfach verwendet werden.

Fluch
Meine Befürchtung ist, dass im Bereich der iPhone App Entwicklung mit Flash CS5 die Qualität der iPhone Apps drastisch abnimmt. Es erinnert mich stark an den Markt des Webdesigns. Zu Anfang gab es Agenturen welche die Kunden betreut haben. Dank Adobe, Macromedia und Microsoft gab es dann aber so genannte WYSIWYG-Editoren (What you see is what you get) mit welchen man per Click und Drop eine Website zusammenschustern konnte. Der Code wurde automatisch geschrieben. Abgesehen von nicht optimierten Grafiken und einem hässlichen Code, litt insbesondere die Usability… Denn jetzt konnte wirklich jeder, beispielsweise der Neffe des Nachbars, eine Firmenwebsite dür ein paar Euro bauen. So ähnlich kommt es mir jetzt mit Flash CS5 vor. Ich befürchte das es bald eine Schwemme von App geben wird. Apps die grösser als 10MB sind, langsam weil der Code nicht optimiert ist und die Usability wird schlimm sein…

Aber vielleicht sehe ich das zu schwarz und die Qualitätskontrolle bei Apple filtert solche Verbrechen bereits vor der Veröffentlichung aus. Denn an dem iPhone Developer Day haben verschiedene Entwickler bestätigt, dass Apple unter anderem die App mit dem Marketing-Text vergleicht um zu prüfen das nicht das blaue vom Himmel versprochen wird. Auch die Usability wird untersucht. Verklickt man sich an der selben Stelle des öfteren, so wird die App abgewiesen.