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Die dunkle Seite der Apple Warteschlange.

iPhone Warteschlange New York

Es ist ein offenes Geheimnis. Nicht nur Fans stehen vor den Apple Stores an… In vielen Ländern wird die Warteschlange für Erstverkäufe von Apple Produkten für den Schwarzmarkt missbraucht. So auch beim iPhone 6 und iPhone 6 Plus am letzten Freitag. In New York beispielsweise standen sehr viele Asiaten in der Schlange welche sich diesmal über drei Blocks zog… Um Hamsterkäufe zu unterbinden darf jede Person maximal 2 iPhones einkaufen. Egal ob Online oder im Shop. Und so schicken Organisationen wie die chinesische Mafia Leute in die Schlange, welche zwei oder drei Tage anstehen müssen um danach die eingekauften Geräte abzugeben. Natürlich mit Bargeld-Zahlung.

Die Frage drängt sich auf, was kann man gegen den Schwarzmarkt tun? Nicht wenige der Geräte werden dann in anderen Ländern zu einem grossen Preis verkauft. Auch in Europa reisen Menschen nach England oder Deutschland um dann mindestens eines der beiden iPhones beispielsweise in der Schweiz für teueres Geld zu verkaufen… Wenigstens ohne Mafia im Hintergrund, sondern um sich das Taschengeld aufzubessern. Solange die Nachfrage aber da ist, wird man wenig dagegen tun können…

Apple klaut Video-Material für eigenen Film.

Casey Neistat

Keine Frage. Apple versteht keinen Spass wenn man ihnen Produkte, Ideen oder Inhalte klaut. Andersherum will man es aber nicht so genau nehmen… Abgesehen davon, dass die hervorgebrachten Innovationen von Apple immer einen Ursprung ausserhalb von Apple hatte, ist vor einer Zeit ein Fall bekannt geworden, der wirklich bedenklich ist.

Der Regisseur Casey Neistat hat einen sehenswerten Film gedreht mit dem Titel „The Dark Side of the iPhone 5S Lines„. Wie der Titel schon erahnen lässt, geht es darum, dass es nicht immer nur rosig ist in der Warteschlange. Was früher nur von Apple-Fans gemacht wurde, wird heute kommerziell ausgeschlachtet. Firmen schicken ihre Mitarbeiter in die Linie, welche mit Logos auf den Shirts Stunden in der Schlange verbringen müssen. Es gibt auch immer mehr Leute, welche nur früh anstehen, um den Platz dann dem Meistbietenden zu verkaufen. Einige wissen eigentlich gar nicht warum sie eine oder mehrere Nächte vor dem Apple Store verbringen. Mit Freude und Enthusiasmus hat das leider nicht mehr viel zu tun. Und Casey weiss wovon er spricht, schliesslich hat er sich selber in die Warteschlange beim ersten iPhone gestellt und tolle Erlebnisse gemacht. Sogar für die Sega Dreamcast wartete er 1999 mehrere Stunden vor der Shopping Mall.

Aber zurück zu besagtem Film. „The Dark Side of the iPhone 5S Lines“ hat er, wie die meisten seiner Filme, auf YouTube veröffentlicht. Jedoch mit der YouTube Standard-Lizenz, welche nicht erlaubt das Videomaterial ungefragt zu benutzen. Das hat aber Apple nicht daran gehindert den Film zu nehmen, die negativen Szenen und Hinweise zum tatsächlichen Filmemacher zu entfernen und daraus einen internen Motivationsfilm zu machen. Der Film kann im Blog der New York Times angesehen werden. Wirklich dreist was sich hier Apple erlaubt hat.

Swisscom CEO: „iPhone-Kunden sind wirtschaftlich sehr interessant“

Apple & Swisscom

, seines Zeichens vom grössten Schweizer Mobilfunkprovider , wurde von der SonntagsZeitung interviewt. Darin war zu erfahren, dass er seit rund 10 Tagen ein iPhone 4 besitzt und keine Empfangsprobleme feststellen konnte. Er habe das Gefühl, dass der Empfang etwa gleich wie beim 3GS sei…

Swisscom hätte 10 mal mehr verkaufen können
Etwas lauter, jedoch immer noch durch die Blumen, wird seine Kritik wenn es um die Frage der verkauften iPhone 4 geht… Swisscom hätte rund zehn mal mehr iPhone 4 verkaufen können, leider aber hat die Swisscom nicht genug Smartphones von gekriegt. Bereits um 10 Uhr war am Verkaufsstart-Tag das neue iPhone ausverkauft! Schloter sagt weiter dazu:

Auch ein sehr erfolgreiches Unternehmen muss sich überlegen, wie man eine Markteinführung eines neuen Geräts optimal gestaltet, dass der Kunde am Ende des Tages zufrieden ist. Es kann ja durchaus sein, dass mit einem neuen Gerät nicht die gesamte Nachfrage befriedigt werden kann, aber dann sei die Frage erlaubt: Wenn ich am Einführungstag zehnmal mehr Nachfrage habe als lieferbare Geräte, wie gehe ich damit um? Wie steuere ich das? Einfach nach dem Ellbogenprinzip? Nach dem Motto: Wer als Erster in den Laden kommt, wird bedient. Oder baue ich ein Reservierungssystem ein? Apple darf den Bodenkontakt zu den Kunden nicht verlieren.

Reservierungen wären besser gewesen als Warteschlangen
Besonders die Auflage, dass die Mobilfunkprovider keine Reservationen annehmen dürfen ärgerte den Chef:

Es war nicht möglich, vor der Lancierung das neue iPhone zu reservieren. Das frustriert die Kunden total. Viele wussten bereits vor sechs Wochen, dass sie ein neues iPhone wollen. Aber nicht jeder Kunde hat die Möglichkeit, um Mitternacht bei einem Laden anzustehen. Ich finde es besser, wenn die Kunden Reservierungen machen können und informiert werden, wann ihr neues iPhone verfügbar ist. Bei den ersten beiden Lancierungen konnten wir Vorreservierungen entgegennehmen, jetzt ging das nicht mehr. Bis zum Verkaufsstart konnten wir lediglich Interessenbekundungen entgegennehmen.

iPhone Besitzer sind die besseren Kunden
Eine interessante Aussage machte Schloter zu den Umsatzzahlen der Kunden. iPhone-Besitzer sind statistisch gesehen die besseren Kunden, denn durchschnittlich sind deren Umsätzerund CHF 30 höher als von anderen Kunden. Schloter bestätigt weiter, dass iPhone-Benutzer gar wirtschaftlicher sind als Android-Benutzer.

Mein Fazit zur Lancierung
Apple wurde ganz offensichtlich vom Erfolg überfahren, trotz den anfänglichen Berichten über grosse Empfangsprobleme. Aber was wäre denn die geforderte Konsequenz vom Swisscom-Chef? Apple müsste noch weniger Länder zu noch späteren Zeitpunkten beliefern, damit wirklich mehr als genug Geräte vorhanden sind. Denn seien wir ehrlich. Die knappen iPhone 4 Stückzahlen hat doch nichts mehr mit Marketing zu tun. Im Gegenteil. Je länger es geht bis die Kunden endlich ein iPhone 4 in den Händen halten können, desto mehr Zeit haben die Kunden auf andere Geräte umzusteigen. Nicht auszudenken wäre auch die logistischen Meisterleistungen wenn man je eine Million Geräte pro Land zwischenlagern müsste, bis man endlich mit dem Verkauf starten könnte…

Ich kenne mich mit der Produktion elektronischer Geräten nicht aus, aber drei Millionen iPhone kann man wohl kaum in einem Monat so eben mal herstellen… Wären wir glücklicher, wenn die Schweiz erst Ende September, oder gar später, das iPhone 4 bekommen hätte, dafür wären dann 50% der Nachfragen bedient worden? Wie könnte eine solche Lösung aussehen?

Mein Fazit zur Reservierung
Welche Art von wäre wohl fair? Nicht jeder Kunde erfährt zur selben Zeit von der Reservationsmöglichkeit. So oder so muss man auf sein Gerät warten. Apple liebt nun mal Warteschlangen und daher wurden wohl die Reservationen den Mobilfunkanbieter untersagt. Es wäre jedoch schön, wenn man schon Reservationen nicht erlaubt, dass dann auch mehr oder weniger genug Geräte vorhanden sind. Durchschnittlich haben die Swisscom Shops aber gerade einmal 15 Geräte erhalten. Damit aber genügen Geräte vorhanden sind, sind wir wieder beim Punkt der Lancierung… Ein Teufelskreis. Wie kann man wohl in ca. 20 Länder eine zeitnahe Lancierung koordinieren mit ca. 10 Millionen Geräten ohne gleich sämtliche Container-Schiffe und Lagerhallen zu beanspruchen? Aus einer kleinen Ego-Sicht heraus interessiert das nicht. Man will nur das iPhone und zwar gleich! Vielleicht sollte man dann mal einen Schritt zurück gehen und das Problem etwas globaler anschauen! Millionen von Konsumenten wollen das iPhone als erster!