Unterstützt Ktipp Produkt-Piraterie?

iPhone Klone: KA08 - Mini Phone

Der Ktipp ist eine Schweizer Zeitschrift, die sich der Konsumenteninformation verschrieben hat. Durch Recherchen und Tests, will der Ktipp die Konsumentinnen und Konsumenten vor Fehlkäufen schützen und Betrüger entlarven. Im Grunde eine gute Sache.

Etwas stutzig wurde dann aber der ApfelBlog-Leser Donnerknall als er den folgenden Artikel gelesen hat: „iPhone-Klone haben Vor- und Nachteile„. Darin vergleicht der Ktipp Redaktor Darko Cetojevic das iPhone mit deren Klonen KA08, auch Mini Phone genannt, und das i9+. Beide Klone sehen dem Original äusserlich ähnlich aus. Beim dem KA08 ist zum Teil sogar noch der Apfel von Apple auf dem Gehäuse abgebildet. Beide Modelle verwenden die selben Icons im Hauptbildschirm, sind aber meistens mit anderen Funktionen hinterlegt.

Was Donnerknall dann aber gar nicht verstehen konnte war ein Hinweis ganz an Ende des Artikels:

Wichtig: Der Erwerb eines solchen iPhone-Klons ist legal.

Ich hab mich dann auch gefragt in wie weit das tatsächlich legal ist und meine entsprechenden Kontakte angeschrieben. Eine Informationsquelle, welche hier sicher weiterhelfen kann ist der Webauftritt Stop Piracy! Ein Auszug aus den FAQ’a:

Darf ich mit gefälschten oder unerlaubt kopierten Produkten handeln?
Nein: Der Handel mit Fälschungen und Raubkopien ist verboten. Sie riskieren insbesondere zivilrechtliche und strafrechtliche Sanktionen.

Darf ich gefälschte Markenprodukte kaufen und in die Schweiz einführen?
Nein. Weil Fälschung und Piraterie weltweit stark zunehmen und vermehrt Produkte betreffen, die die Sicherheit und Gesundheit der Menschen gefährden, wurde es nötig, die Gesetze anzupassen. So ist seit 1. Juli 2008 auch der private Import von Design- und Markenfälschungen in die Schweiz verboten. Beim Grenzübertritt kann der Zoll gefälschte Waren einziehen, auch wenn es sich dabei um kleine Mengen zum ausschliesslich privaten Gebrauch handelt.

Wird man als Privatperson bestraft, wenn das Produkt am Zoll eingezogen wird?
Nein. Im Gegensatz zur Rechtslage in gewissen Nachbarländern (z.B. Italien und Frankreich) hat der Schweizer Gesetzgeber davon abgesehen, den privaten Gebrauch unter Strafe zu stellen. Das Ziel der neuen Regelung ist, gefälschte Produkte konsequent aus dem Verkehr zu ziehen.

Wird das Produkt selbst dann eingezogen, wenn man gar nicht wusste, dass es sich um eine Fälschung handelt?
Das Nichtwissen bzw. Nichterkennen einer Fälschung schützt nicht vor der Einziehung der Waren. Auch die Tatsache, dass ein Produkt bereits vor langer Zeit gekauft wurde, kann keine Abhilfe schaffen. Liegt dem Schweizer Zoll ein Antrag des Rechtsinhabers vor, können Fälschungen bei jeder Ein-, Aus- oder Durchfuhr zum privaten Gebrauch eingezogen und vernichtet werden.

Somit lernen wir, der Kauf von Produktfälschungen einer Privatperson in der Schweiz ist nicht strafbar. Jedoch das erstellen und der gewerbliche Handel mit Produktfälschungen steht unter Strafe. Sollte dem Zoll Produktfälschungen auffallen, so kann das Produkt ohne Entgeltung eingezogen werden. Würde also Apple Schweiz einen Antrag stellen, falls dieser nicht schon gestellt ist, so muss der Zoll Postlieferungen und Einfuhren kontrollieren und allenfalls die Produkte einziehen.

Ist man also im Besitz einer solchen Fälschung, muss man immer damit rechnen, dass die Fälschung eingezogen wird. Und so was wird von einer Konsumenteninformation unterstützt? Also, nicht nur Versicherungen unterstützen die Produktfälschungen, sondern auch Konsumenteninformations-Zeitschriften.

20 Comments Unterstützt Ktipp Produkt-Piraterie?

  1. land.apfel

    Komischerweise kommen solche Dinge immer bei Apple-Produkten vor.
    Dass Ktipp und diese tolle Versicherung keine Strafe zahlen müssen war natürlich klar!

  2. Oli

    @land.apfel

    Naja, Dualsim wäre schon verdammt praktisch. Und wenn Apple die Business Kunden klar machen will, dann wäre das sicher ein guter Weg.

  3. _unerkennbar

    was sagt Ktipp dazu? wäre interessant was die dazu sagen…

    und wer kauft sich so einen Schrott:
    Die Geräte haben weder einen Browser noch ein Mail-Programm. Die Verkäufer versprechen zwar Internet, doch der K-Tipp-Anwender-Test zeigt: Nur über den veralteten Internet-Zugang WAP schafft man es mit Mühe und Not ins Netz.

  4. FiXU

    ich vermute mal, dass die Leute, die einen solchen Klon kaufen, schon genug bestraft werden… by using it!

  5. Pusche

    endlich mal jemand, der sich dem Kassensturz gegenüber kritisch äussert – RESPEKT!
    Die Sendung und das Magazin ist sowas von doof, arrogant und besserwisserisch. Vorallem die TV Sendung mit dessen Moderator ist unter aller Sau. Man lässt Gäste nie ausreden, legt ihnen Worte in den Mund, verdreht Tatsachen und lässt sie oft nichmal ausreden. Man klatscht sie einfach mit allen Vorwürfen an die Wand.
    Das mit den iPhone-Klonen erstaunt mich gar nicht – ist typisch für den Kassensturz: unfertige Informationen. Wahrscheinlich will man den Konsument vor den hohen iPhone-Kosten schützen *besse guet*

  6. Thomas

    Ich tendiere eher dazu, dass da der Ktipp einfach mal wieder auf der Apple- bzw. iPhone-Euphorie reiten möchte. Vielleicht sogar um Platz zu füllen?

    Und ja, ich sehe das wie Pusche. Ktipp und Kassensturz mögen ihre Daseinsberechtigung haben. Denn man darf ruhig diverse Sachen hinterfragen. Aber sie gehen teils wirklich zu tief unter die Gürtellinie oder kommen nur mit halbgaren Informationen und Vergleichen daher.

    Ich habe der Sendung schon lange den Rücken gekehrt – ebenfalls dem Ktipp.

  7. rouge

    Sorry aber ich seh mir den KTipp schon seit Jahren nicht mehr an. Irgendwie ist dem Format die Luft schon lange ausgegangen und alles da wird aufgepauscht.

  8. Andi

    Auf der einen die Apple-Fanatiker mit ihrem heiligen Apfel-Logo und dem Entsetzen darüber das Gerät zu kopieren, und auf der anderen Seite die Anti-Apple-Trend-Fanatiker beim Kassensturz, wo alles kritisiert wird was im Trend liegt.. naja ;) jedem das seine :D

  9. Andreas Hobi

    Sorry, aber kTipp, Kassensturz und ähnliche Medienerzeugnisse werden von je länger je weniger Menschen mehr ernst genommen. So gesehen würde ich diesem „Test“ keine allzu grosse Beachtung schenken.

    Ich würde sogar behaupten, dass es kontraproduktiv ist, in einer Art und Weise wie in diesem Artikel geschehen über solche Dinge zu berichten. Damit macht man doch nur noch mehr Leute darauf aufmerksam, dass es günstige (wenn auch nicht mit dem Original vergleichbare) Klone gibt. Der eine oder andere Leser könnte dann dazu tendieren, sich eine Fälschung statt das Original anzuschaffen.

    Wie seht ihr das?

  10. Noldor

    Ktipp und Kassensturz kann man schon lange nicht mehr ernst nehmen.

    Seit ich vor Jahren in der welschen Sendung A bon entendeur gesehen habe wie ein Test von Sandwiches, die in Bahnhöfen verkauft werden, gemacht wurde,
    schaue ich keine Konsumentensendungen mehr an.
    Haben die doch nur den Warenankauf mit dem Verkaufspreis verglichen und über die hohen Preise gelästert. Nix mit Löhnen, Miete, Energiekosten, Steuern usw. Von da an waren für mich die Konsumentensendungen gestorben.

    Sollen sie doch Werbung für die Apple-Klone machen. Da gibt es sicher billigere Handys die besser sind.

  11. Ronald Roggen

    Zu Pusche: „endlich mal jemand, der sich dem Kassensturz gegenüber kritisch äussert – RESPEKT!“ Es geht ja um den KTipp, nicht um den Kassensturz. An dem bin ich mit dem Kassensturzblog seit über einem Jahr dran.

  12. Patrick Mächler

    Die zentrale Idee von Markenschutz-Gesetze ist es, dass zwischen Händler und Konsument durch Anbringung von Zeichen ein Vertrauensverhältnis aufgebaut wird. Der Konsument soll Sicherheit über die Produktqualität erhalten und der Händler soll sich ein gutes Image aufbauen können. Daher ist auch der Handel, aber nicht der Besitz von Produktfälschungen untersagt. Das Einziehen von Produktfälschungen am Zoll sollte in erster Linie den unbedarften Konsumenten schützen, der sich ggf. selbst in Gefahr bringt (v.a. Medikamente). Wenn ich als Konsument aber wohl-wissentlich eine Produktfälschung kaufe, sollte das eigentlich mein Problem sein, solange ich damit das Image des Orginal-Herstellers nicht beeinträchtige.

    Ich gebe dem Blog-Schreiber allerdings recht: Der K-Tipp hätte unbedingt darauf hinweisen müssen, dass beim Übergang über die Zölle die Möglichkeit besteht, dass die Geräte eingezogen werden.

    Mit Urheberrechten hat das aber Ganze vermutlich kaum oder gar nichts zu tun; dieses dient dem Schutz der Ausgestaltung kreativer Werke (Musik, Filme, Bücher).

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