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Apple, BBC und Pegatron.

Der britische Sender BBC hat sich über die Arbeitsbedingungen vom Apple Zulieferer Pegatron erkundigt und mit verdeckten Kameras Bilder aus dem Innern der Fabriken mitgebracht. Auch Apple hat man für die Dokumentation befragt. Apple hat eine Vielzahl von Informationen über die ständige Verbesserungsarbeit bei den chinesischen Zulieferer geliefert. BBC hat davon aber in der Doku kein Wort erwähnt und nur die Vergehen gegenüber dem Versprechen, dass chinesische Arbeiter gerecht behandelt werden, gezeigt. Tatsächlich zeigt der Film unbegreifliche Bilder von Mitarbeiter, welche mehr als 60 Stunden in der Woche arbeiten und nicht anders können als während der Arbeit einzuschlafen. Auch was die Arbeitssicherheit angeht, gibt es viele Verstösse.

Es gibt noch viel zu tun!

Apple selber nimmt Stellung zu der veröffentlichten Dokumentation und fühlt sich hintergangen in der Berichterstattung, gibt aber auch zu, dass es noch viel zu tun gibt. Leider unterlässt es die BBC ein Vergleich zu anderen Fabriken bei Samsung und Co. zu machen. Ich will damit nicht gutheissen weiss bei Pegatron passiert, jedoch darf wohl niemand mit anderen elektronischen Geräten mit dem Finger auf Apple zeigen. So ziemlich alle Hersteller von Smartphones, Tablets und Computer lassen ihre Geräte in chinesischen Fabriken herstellen mit gleichen oder weit schlimmeren Methoden. Apple bemüht sich zumindest und lässt durch unabhängige Organisationen die Arbeitsbedingungen kontrollieren. Selbst Greenpeace gibt Apple immer bessere Noten, weit bessere als anderen Smartphone-Hersteller. Der Druck der Medien und Konsumenten sollte sich nicht nur bei Apple zeigen, sondern bei allen elektronischen Marken, ansonsten wird sich in China und Co. nicht viel ändern.

Das ewige Thema Foxconn…

Foxconn

Klar, als Apple-Blogger wird man automatisch zur Zielscheibe von Apple-Gegner und bekommt dann gerne mal Mails oder Kommentare wie diesen hier von Moritz:

Sorry, aber das ist lächerlich. Apple sollte weiter die Situation der Arbeiter in China verbessern, statt die eigenen Mitarbeiter mit Rabatten fester an sich zu binden. Abgesehen davon: Der Artikel selbst ist leider mal wieder nur plumpes Apple-Gelobe. Ein bisschen mehr Kritikfähigkeit täte dem Apfelblog – genau wie vielen Apple-Fanboys – ganz gut. Denn: Man kann Apple-Produkte toll finden, und trotzdem all ihre Schwächen erkennen und kritisieren. Und Schwächen haben Apples Produkte und der Konzern jede Menge.

Der Kommentar ging beim Artikel „Neue Benefits für Apple Mitarbeiter“ ein und hier möchte ich gleich mal ansetzen. Der Artikel ist kein Lobgesang auf Apple, sondern ich schätze es, wenn ein weltweiter Grosskonzern wie Apple sich auf ihr stärkstes Gut rückbesinnt, nämlich die Mitarbeiter. Jeder einzelne Mitarbeiter sorgt dafür, dass Apple eben so erfolgreich ist und es, wie es im Moment scheint, auch bleibt. Es ist doch toll wenn diese Mitarbeiter nicht nur einen Klaps auf die Schulter bekommen. Da können mir die Mitarbeiter von ARP und MySign sicher zustimmen… Ich glaube hier dürfen sich andere Unternehmen gerne ein Beispiel an Tim Cook nehmen.

Nicht alles, was glänzt ist aus Gold.
Ich glaube schon dass das ApfelBlog.ch kritikfähig ist. Ich nehme Kommentare ernst und mache aus den Diskussionen sogar eigene Beiträge wenn es mir das Thema wert ist… Ich unterstelle dem Moritz nun einfach mal, dass er bisher das ApfelBlog.ch gar nicht richtig verfolgt hat. Denn sonst hätte er Kenntnis von meinem Interview im Zürcher Tages-Anzeiger mit dem folgenden Zitat:

Das iEvangelium

Auch sonst sind Produkte nicht immer nur gut, sondern könnten auch noch eine Verbesserung ertragen. Nur zu gerne wird ein Thema wie  Foxconn von den Medien und den Apple-Gegner immer wieder aufgegriffen ohne Müde zu werden. Zumindest die Medien haben davon nun langsam abgesehen, denn spätestens seit Tim Cook bei Apple für ein bisschen Transparenz sorgt, kann man kaum mehr was gegen das Unternehmen in Cupertino sagen.

Natürlich helfen die Zulieferer-Listen keinem Arbeiter in China. Sondern die Aktivitäten die Apple bei den chinesischen Firmen gestartet hat um die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Davon zeugt auch die neue Zusammenarbeit mit einer Non-Profit Organisation welche sich für die Arbeitnehmer einsetzt… Apple ist schon seit mehreren Jahren dabei gegen die Missstände vorzugehen. Was mich noch viel mehr interessiert, natürlich polarisiert Apple und ist ein gefundenes Fressen wenn es darum geht mit Schmutz zu werfen. Aber Foxconn arbeitet ja nicht nur für Apple, sondern hat auch andere IT-Schwergewichte in der Kundendatenbank wie Acer Inc., Amazon.com, Asus, ASRock, Intel, Cisco, Hewlett-Packard, Dell, Nintendo, Nokia, Microsoft, MSI, Sony Ericsson, Vizio, etc. Leider hört man von keinem dieser Unternehmen was man gegen schlechte Arbeitsbedingungen bei Foxconn macht. Wahrscheinlich warten bis Apple für Ordnung gesorgt hat und dann den Sonnenschein geniessen?

Aber auch Samsung, der starke Mitbewerber von Apple, steht mindestens seit dieser Woche nicht mehr im Sonnenlicht dank diesem schockierenden Video und der Nominierung zum diesjährigen Public Eye Award:

Traurige Bilanz in den Fabriken von Samsung: 50 Tote und hunderte von behinderten Menschen. Grundsätzlich ist es aber richtig und wichtig, dass man solche Missstände ob Apple oder Samsung aufdeckt und durch die Öffentlichkeit Druck auf die Firmen ausübt. In Sachen grüne Elektronik hat es bei Apple ja auch gewirkt und die anderen, weniger medienpräsenten Computer-Hersteller kamen in den Zugzwang. Vielleicht kommt es in Sachen China-Fabriken ja ähnlich. Vielleicht sehen Samsung, Acer, Intel, Dell, HP und Co., dass Apple tatsächlich was für bessere Arbeitsbedingungen tut und folgen dem Beispiel. Zumindest habe ich noch von keinem anderen Unternehmen gelesen, dass man was in diese Richtung tut…

Und zuletzt noch das, wenn jemand im ApfelBlog.ch Gegensteuer zu meinen Artikel geben möchte, Gastartikel sind jederzeit willkommen!

Update
Und ganz aktuell hat Tim Cook nun noch eine E-Mail an die Apple-Mitarbeiter verschickt: Tim Cook responds to claims of factory worker mistreatment: “We care about every worker in our supply chain”