Spotify sitzt im Glashaus und wirft Steine gegen Apple.

Apple Apps 15. März 2019

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Renato

Spotify sitzt im Glashaus und wirft Steine gegen Apple.

Die Tech-Giganten Google, Amazon, Facebook und Apple müssen sich warm anziehen. Amerikanische Politiker befürchten, dass die Konzerne eine zu grosse Macht besitzen und daher zerschlagen werden müssten. Die Gunst der Stunde nutzt nun auch Spotify um gegen Apple zu schiessen.

Die US-Senatorin Elizabeth Warren könnte bei der kommenden US-Präsidentschaftswahl 2020 für die Demokraten antreten und hat auch Thema gefunden, mit welchem Sie weltweite Aufmerksamkeit bekommt: Die Zerschlagung von Google, Amazon und Facebook. Kurz darauf hat Sie sich dann auch dafür ausgesprochen, dass auch Apple ein Kandidat wäre.

Gemäss Warren sollten alle Unternehmen mit einem jährlichen Umsatz von über 25 Milliarden US-Dollar von der Regierung zerschlagen werden. Die Senatorin stört sich vor allem darüber, wenn ein Unternehmen eine Plattform anbietet, darauf aber selber auch eigene Artikel anbietet wie Apple es mit der Apple Music App tut.

It’s got to be one or the other. Either they run the platform or they play in the store. They don’t get to do both at the same time.

Elizabeth Warren

Diese Diskussion kommt Spotify nun zu Gute. In Schweden hat man sich ja schon länger darüber aufgeregt, dass wenn man die In-App Zahlung über das Apple Bezahlsystem im App Store benutzen möchte, man im ersten Jahr 30 % der Einnahmen abgeben muss, für jedes weitere Jahr den 15 %. Darum bittet Spotify nun die Nutzer Ihre Abonnements im Browser abzuschliessen.

Auf den öffentlichen Artikel von Spotify CEO Daniel Ek mit vielen Anschuldigungen reagiert Apple aber ungewöhnlich rasch und wehrt sich vehement gegen die Falschaussagen.

Persönlich finde ich es Vermessen von Spotify von Apple zu verlangen, dass alle Dienstleistungen kostenlose zur Verfügung gestellt werden sollten. Immerhin bietet Apple eine sichere und schnelle Plattform an. Der Zugang zu einem zahlungswilligen Publikum von mehreren hundert Millionen Nutzern. Sofern die App kostenlos ist, oder „nur“ über Werbung finanziert ist, darf man diese riesige Infrastruktur kostenlos in Anspruch nehmen.

Über die Vorwürfe, dass gewisse Apps wie Uber keine 30 % der Nutzungsgebühren abgeben müssten, dazu habe ich aktuell keine Stellungnahme gefunden. Das wäre sicher etwas, was untersucht werden müsste.

Andererseits sitzt Spotify selber in einem zerbrechlichen Glashaus. Sie selber haben auch eine wichtige Plattform für Musiker geschaffen. Wer auf Spotify Musik anbieten möchte, bekommt auch nur einen Bruchteil der Einnahmen. So wenig, dass Spotify im Branchenvergleich das Rücklicht ist.

Jüngst hat das US Copyright Royalty Board Spotify und andere Streaming-Plattformen aufgerufen, die Lizenzgebühren, bzw. die Auszahlung an die Musiker zu erhöhen. Wie hat Spotify reagiert? Mit einer Klage gegen Urheber aus dem Musikbereich! 

Wie denkt ihr darüber? Sollte Apple das Musik und Film Geschäft aufgeben? Sollte es neben dem Apple App Store noch weitere Stores geben damit App-Betreiber eine Wahl haben? Andererseits, die Wahl zwischen Android und iOS hat auch nichts gebracht. Beide Unternehmen haben ähnliche Lizenzmodelle… Und könnte das Betriebssystem, wie auch die Marke iOS und Apple darunter leiden, wenn Stores von Dritten unsichere Apps zur Verfügung stellen?

Renato

Renato Mitra ist ein leidenschaftlicher Vollblut-Blogger. Apple Experte. MINI Fan. Kommuniziert leidenschaftlich gerne über digitale Kanäle. Ansonsten: Try, fail, think, learn, repeat.
One Comment
  1. B.E. Iselin

    Als Musiker (wenn auch nur als Hobbymusiker) fand ich die tiefen Payouts schon immer stoßend. Es geht mir weniger darum, dass ein Künstler damit Geld verdienen soll. Sondern dass Streaming Dienste auf Inhalte angewiesen sind. Und darauf, dass es eben immer wieder neue Inhalte braucht. Ein fairer Payout symbolisiert deshalb so etwas wie Wertschätzung.

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