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KUVO macht Shazam überflüssig!

Pioneer KUVO

Wie schon erwähnt, ist die Musik-Szene im Bereich elektronische Tanzmusik (EDM) händeringend am suchen von neuen Möglichkeiten dem Publikum die Musik schmackhafter zu machen die Songs einfach zu finden und vor allem zu kaufen.

Der DJ-Equipment-Ausstatter, der meisten Clubs weltweit, Pioneer hat eine spannende Idee in die Tat umgesetzt. Der Online-Service KUVO gibt über das Netz live gespielte DJ-Sets oder Radio-Playlisten bekannt, wenn vorbereitet und gewünscht mit persönlichen Nachrichten und Bilder des DJs oder Produzenten, wie das Video oben zeigt. Die Zuhörer am Radio oder im Club können über die zugehörige App sofort sehen wie der gespielte Song heisst, von wem er ist und natürlich ist man nur einen Klick vom Kauf entfernt. Mit KUVO wird Shazam überflüssig, zumindest in der EDM-Szene.

Während man bei Shazam beim Track sofort das iPhone aus dem Hosensack hervor kramen muss und darauf hofft, dass Shazam den Track einwandfrei erkennt, bzw. man genug Internet-Verbindung hat, kann man mit KUVO ganz entspannt weiter feiern und tanzen und erst am Tag darauf die Playlist im besuchten Club, bzw. vom gehörten DJ durchforsten und die Tracks vor hören, oder kaufen, welche man möchte von letzter Nacht.

Mit KUVO können kleine Labels plötzlich ganz einfach an die Endkonsumenten kommen, sofern man gute Tracks hat. Insbesondere für die Underground-Szene ist KUVO sehr spannend, weil gute Tracks an die Oberfläche kommen. Je mehr Leute die Tracks gut finden, desto prominenter die Platzierung in den Trending-Charts, unterteilt nach Club, Sound und DJ. KUVO bietet eine weiter, spannende Möglichkeit Musik, DJ, Labels und Clubs zu entdecken!

Egal was die Technik bringt, die Musik-Industrie sich ausdenkt oder so spezielle Cloud-Lösungen und Apps bringen, am Ende zählt immer die gute Musik. Ohne gute Musik, keine Verkäufe! Dennoch bin ich sehr gespannt wie schnell die Clubs und DJ auf den KUVO-Zug aufspringen.

Streaming tötet das Musik-Business. Schon wieder.

Amsterdam Dance Event Conference

Seit vielen Jahren reise ich immer im Oktober nach Amsterdam an die Amsterdam Dance Event. Eine Konferenz rund um elektronische Tanzmusik (EDM). Es geht um Artisten, Produzenten, Labels, Musikvertrieb, Event Manager und, und, und… Hier werden Bekanntschaften geknüpft, Geschäfte gemacht und sich über aktuelle und zukünftige Entwicklungen in der Szene ausgetauscht. Auf eine sehr unverkrampfte Art und Weise.

Natürlich bin ich aktuell auch in diesem Jahr wieder vor Ort. Das erste grosse Thema was mich hier, und die Branche, beschäftigt sind die aktuellen Entwicklungen im Bereich Musik-Streaming. Tatsächlich ist die Musik-Branche, nicht nur EDM jedoch insbesondere, wieder im Umbruch. Im Umbruch, weil die Technik sich im Moment rasant weiterentwickelt und dem Endkonsumenten neue Möglichkeiten bietet an Musik zu kommen. Zuerst immer illegal, später dann legal. Nach den MP3 und der Musik-Piraterie über Napster und Apple’s iTunes, was aufgeblasene Alben überflüssig machte killt Musik-Streaming das Business.

Man kann sich vorstellen, dass wenn der Endkonsument maximal CHF 13.- bezahlt um auf den gesamten Musikkatalog zu zugreifen, die Labels und die Artisten natürlich davon nicht mehr leben können. Spotify selber sagt von sich, dass man 70% aller Einnahmen an die Rechteinhaber ausschüttet. Je grösser die Spotify-Gemeinschaft ist, desto grösser ist der Ertrag den man dann auszahlen kann. [tweetable]Will ein Künstler bei Spotify 1’160 USD verdienen, so muss sein Song über 4 Millionen mal angehört werden.[/tweetable]

Digital Royalties

Wie geht es hier weiter? Können Musiker nur noch überleben, wenn man einen Zweitjob hat? Oder nur die grossen, welche mit Touren und Konzerten noch richtig Geld verdienen können? Oder muss das Umsystem der Künstler bestehend aus Manager, Musiklabel, Vertrieb und Services aussterben? Wehrt sich die Industrie und boykottiert die Streaming-Services?

Die Frage ist auch, wie verhalten wir Konsumenten uns? Gemäss Spotify will die Jugend gar keine Musik mehr besitzen wie es die ältere Generation vielleicht noch will. Dagegen spricht der Trend, dass vermehrt, auch bei Jugendlichen, der Musikstream aufgezeichnet wird, dass man die Musik unabhängig von Abo und Internet-Zugriff, hören kann.

Ich bin gespannt wie es weiter geht. Apple versucht ja mit iTunes Radio die Brücke zu schlagen. iTunes Radio streamt die Musik mit interessanten Playlists um die Endkonsumenten auf neue, frische und unbekannte Musik aufmerksam zu machen. Gefällt die Musik, ist man nur ein Klick vom Kauf entfernt. Zumindest wesentlich näher als bei Spotify und Co.

Apropos Spotify. [tweetable]Hier an der #ADE13 geht das Gerücht um, dass Spotify bald auch Musikvideos streamen wird.[/tweetable] Spotify selber will dazu nichts sagen.

Wie dem auch sei, am Ende wird wohl die Technik und Endkonsumenten gewinnen. Die Musik-Branche muss sich, wie auch immer, anpassen. Es lohnt sich sicher die Auen und Ohren weit offen zu halten und nicht wie beim Internet den Trends völlig zu verschlafen.