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Hat Apple den Anschluss verloren?

20. Mai 2018

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Hat Apple den Anschluss verloren?

In letzter Zeit sehe ich oft, dass Benutzer sich unklar sind über die Zukunft von Apple und deren Produkte… Warum hat Apple dieses Produkt nicht auf den Markt gebracht? Wann bringt Apple die nächste Innovation? Apple verliert den Anschluss… Hat sich Apple tatsächlich verplant? War man zu langsam in der Umsetzung? Hat man gewisse Trends schlicht verschlafen?

Wenn man mich fragt, dann war Apple eigentlich in keiner technologischen Entwicklung führend. Es gab immer ein Unternehmen das die eine oder andere Technologie früher eingesetzt hat. Worin Apple aber immer Stärke gezeigt hat, dann im vereinfachen und zugänglich machen der neuen Technologien für die Endbenutzer. Das wiederum steigert natürlich die Benutzerfreundlichkeit und sorgt am Ende für die echte Innovation, dann nämlich, wenn Apple mit dem Produkt den Markt befriedigen konnte.

In Sache Smartphone war Apple lange führend, heute ist man wohl mit den Bewerbern gleichauf. Je nach Bedürfnissen der Endbenutzer hat der eine oder andere Hersteller die Nase vorn. Wenn man sich aber den Werbespot anschaut, bei dem sich Samsung mit dem neuen Galaxy S9+ am vier Jahre alten iPhone 6 (2014) messen muss, dann macht das schon ein bisschen nachdenklich und zeigt eine gewisse Hilflosigkeit.

Irgendwas mit Autos

Mit Apple CarPlay hat Apple 2014 den Einstieg in die Automobil-Branche gestartet. Wenige Monate später folgte Google mit Android Auto. Hier hat Google, ähnlich wie in der Smartphone-Branche, die Nase vorne. Der Marktanteil von Android Auto ist grösser. Allerdings gibt es immer noch Marken wie BMW und MINI welche Android Auto bis heute nicht unterstützen wegen Security- und Privatsphäre-Bedenken. Darüber hinaus möchte Apple aber mehr als nur ein Entertainment-System anbieten. Aktuell hat Apple rund 55 Testfahrzeuge auf den Strassen von Kalifornien für das autonome Fahren. Damit hat Apple mehr Fahrzeuge im Einsatz als Waymo. Apple wird in den Bereich sicher nicht zum Spass investieren, aber sicher die Füsse still halten, bis der richtige Zeitpunkt gekommen ist, an dem die Bevölkerung die Akzeptanz für autonome Fahrzeuge hat. Apple hat am zweitmeisten autonome Fahrzeuge in Kalifornien.

Irgendwas mit Gesundheit

Was Google mit Google Health nicht geschafft hatte, bzw. wegen Privatsphäre-Bedenken aufgeben musste, bearbeitet Apple nun seit längerem ziemlich erfolgreich. Hinter Apple Health gibt es nicht nur eine nette App welche die täglichen Schritte zählt und über die Apple Watch den Puls messen kann. Beispielsweise mit HealthKit und ResearchKit werden medizinische Forschung und direkte Hilfe für die Benutzer zusammengebracht. Bereits heute gibt es zahlreiche Beispiele wie die Apple Watch Leben retten konnte, und dabei ist man noch ganz am Anfang der Reise. In Sachen Gesundheit und Fitness werden wir wohl noch so einiges erleben…

Irgendwas mit Augmented Reality

Mit der Einführung von ARKit hatte Apple mit iOS auf einen Schlag die weltweit grösste Augmented Reality Plattform. Und es funktionierte erstaunlich einfach und gut! Natürlich konnte sich Google das nicht gefallen lassen und brauchte ein paar Monate später ARCore. Somit dürfte wohl Android nun die grösste AR-Plattform sein, in Sachen Erkennung der Umgebung, Motion Tracking, etc. hat aber Apple noch die Nase vorn. Allerdings kann man nicht sagen, ob ARCore im Moment noch Probleme hat, oder die Hardware von Samsung. Der Bereich Virtual und Augmented Reality wird aber sicher noch umkämpft. Schliesslich rechnet man mit einem ökonomischen Impakt von rund 30 Milliarden US-Dollar bis 2020. Also nicht ganz uninteressant… Für mich war immer klar, mit der Vorstellung von ARKit musste einfach ein Augmented Reality, vielleicht sogar Virtual Reality, Headset folgen. Die Frage ist nicht ob, sondern wann. Im Jahr 2020 soll es soweit sein.

Software wird die Zukunft entscheiden

Egal wie tolle die Hardware-Endgeräte sind, wirklich entscheidend ist die Software. Vielleicht auch deren Umsystem und die Schnittstellen. Da tut Microsoft grad einiges um den Anschluss nicht zu verpassen. Grundsätzlich ist Google natürlich offener im Umgang mit anderen Lösungen, was wiederum auch zu Problemen führen kann. Mehr und mehr werden die Benutzer sensible auf das Thema Privatsphäre und das ist genau das richtige Thema für Tim Cook. Seine Strategie ist, dass die Produkte und Lösungen den Menschen helfen sollen, aber nicht um jeden Preis. Die Kontrolle der eigenen Daten soll beim Benutzer bleiben.

Man muss aber auch zugeben, es gibt wichtige Baustellen, an denen verliert Apple tatsächlich ein bisschen den Anschluss… Sei es beim digitalen Assistenten oder bei der Smart Home Integration… Bereiche die in Zukunft entscheidend sein werden. Denn in Zukunft müssen viele System kompatible sein, nicht nur der Computer und das Smartphone, sondern das Haus mit dem Auto, mit den Haushaltgeräten und dem digitalen Assistenten. Was, wenn der digitale Assistent von Google so viel besser ist, dass man sich darum für Google-Ökosystem entscheidet?

Was denkst du? Verliert Apple den Anschluss? Oder bleibt sich Apple vielleicht nur treu und kündigt erst Entwicklungen und Produkte an, wenn diese zeitnah an den Markt gebracht werden können, während die Mitbewerber eher frühzeitig kommunizieren?

ist ein leidenschaftlicher Vollblut-Blogger. Apple Experte. MINI Fan. Kommuniziert leidenschaftlich gerne über digitale Kanäle. Ansonsten: Try, fail, think, learn, repeat.
11 Comments
  1. Stephan Hug

    Nun viel Auswahl hat man ja nicht. Mac OS oder Windows... vielleicht noch Linux. Mein 2011 Macbook Pro zeitigt langsam sein Ende. Und ich erwäge für den Wechsel immer mehr auf die Windows Schiene zurück zu wechseln. Der Grund: Apple für den Pro User immer weniger bietet. Und das 2017 MBP offenbar mit Tastaturproblemen zu kämpfen hat. Und ehrlich gesagt in dieser Preisregion inakzeptabel. Und das was Apple für mich ausmachte, das absolute Vertrauen eine perfekte Arbeitsumgebung zu erhalten, ist heute nicht mehr gegeben. Was das Design anbelangt haben andere längst aufgeholt und Leistungsmässig überholt und für den Preis erhalte ich weit weniger Einschränkungen (USB Port etc.). Was mich noch abhält ist die gründliche Abklärung einer reibungslose Migration. Zugegeben, schweren Herzens aber die immer offensichtliche Verschlechterung zu überteuertem Preis lässt einem- mir zumindest - keine andere Wahl. Aber was mir den letzten Ausschlag geben hat, die iPhone Leistung Manipulation! Das wiederum einem nur deutlich klarmachte wie skrupellos abgehoben Apple zum heutigen Zeitpunkt im Gegensatz zu früher geworden ist.

  2. Rolf

    Ich finde Apple hat in den letzten Jahren seine User mit einem hohen Standard verwöhnt den man schwer über Jahre hinweg hoch halten kann! Wenn man die grosse Popularität anschaut!Heute wo es hie und da zu kleineren Mängel kommt !reagiert der Apple Benutzer gleich wie er ein Hauptaktionär von Apple wäre und meint als müsse sofort zu Windows und Ko wechseln und denkt dann auch das Apple das auch spüren würde :-) Ich finde die Apple User sollten wieder mal wieder von ihrem hohen Ross steigen und ihre Erwartungen nicht höher Schrauben als Apple selbst.

  3. Renato

    @Stephan: Ich hab mittlerweile diverse MacBook Pro im Test gehabt und zwei Geräte länger im Einsatz gehabt. Probleme mit der Tastatur hatte ich nie. Ich persönlich mag die Butterfly-Tasten sehr, aber das muss auch nicht jedem zusagen. Viele Jahre konnte ich nun Windows und Mac Computer parallel benutzen. Ja, Windows hat zugelegt, aber was niemand ausser Apple bieten kann, der reibungslose Übergang vom iPhone über iPad bis Mac. Auf dem iPhone etwas Kopieren und auf den Mac einsetzen und umgekehrt... Daher war für mich Windows nie eine Option...

  4. Jonny Appleseed

    @Renato Ich glaube viele Nutzer empfanden den von dir angetönten Platform-Lock-In bei Apple nie als grossen Nachteil, solange Apple, eine Zeit lang wohl auch berechtigterweise, das Vertrauen genoss gute bis hervorragende Hard- und Software in Produkte zu giessen; so genoss man sprichwörtlich den fliessenden Honig im 'walled garden'. Leider wurde dieses Vertrauen in den jüngeren Jahren teils massiv strapaziert. Das obig angesprochene Tastaturproblem ist eines der schwerer-wiegenden Beispiele das man anführen könnte (auch wenn es dich nicht zu betreffen scheint); diese Aussage erlaube ich mir zu machen da ich die Fehlerquote über Zeit einer relevanteren Grösse solcher Geräte mit den neuen Tastaturen kenne.

  5. Renato

    @Jonny, klar ist es ärgerlich wenn man von einem Problem betroffen ist. Tatsächlich scheine ich grundsätzlich wenig Probleme zu haben. Aber wie ich immer zu sagen pflege, jede Benutzerin und jeder Benutzer hat eigene Bedürfnisse. Diese gilt es zu befriedigen. Daher wird es wohl nie ein "Produkt XY ist das Beste" geben, denn für die Einen stimmt es, für die anderen nicht. Ja, Geräte von Apple haben Fehler. Die Produktionsmassen haben in den letzten Jahren auch stetig zugenommen, entsprechend wird es auch mehr Fehler gegeben haben. Vielleicht muss Apple auch mal wieder etwas gesundschrumpfen. Die Breite der Produktpalette wird ja bereits zurückgefahren. Würde Google die Möglichkeit bieten, seine Services zu nutzen, ohne Werbeausspielung und ohne User Tracking, dafür mit einer monatlichen Benutzungsgebühr, dann würde es langsam aber sicher spannend werden mit der Konkurrenz. Bis dahin, ohne dass das Gegenteil bewiesen ist, glaube ich daran, dass Apple an dem Wertversprechen festhalten wird, die Privatsphäre der Benutzer zu schützen.

  6. Jürg

    @Renato: Dieses Hin- und her kopieren von einem gerät zum anderen ist bei mir eine Art Handstand; ich hatte es einmal geschafft, dann aber nie mehr. AirDrop ist auch so etwas: Dazu muss ich zuerst Internetsharing OFF schalten, was auch mühselig ist. Benutzerfreundlichkeit ist meines Erachtens bei Apple nicht besonders innovativ. Apple nutze ich nur, weil ich es gewohnt bin und ich die Geräte schöner finde als alles andere. Und Windows ist einfach immer einige Jahre hinterher, designmässig Jahrzehnte.

  7. Stephan Hug

    Und das ist genau der springende Punkt. Was ich zuvor ein MBP bedenkenlos kaufen konnte, ist heute nicht mehr gegeben. Wenn ich bei Apple mittlerweile mir die Frage stellen muss: Gehöre ich auch zu den glücklichen die z.B. keine Tastatur Probleme haben oder eben nicht.... wie lange fällt das Gerät aus ( ich verdiene meine Brötchen damit) was ist nach der Garantiezeit? Und wie schon zuvor beschrieben, mein 2011 MBP läuft heute noch. Lediglich mit den SW Anforderungen kommt es nicht mehr mit. Bin ich gezwungen in die AppleCare zu investieren (hatte ich noch nie gebraucht bislang)? .... all diese Fragen musste ich mir zuvor bei Apple nie stellen - finde den Fehler ;-)

  8. Rolf

    Also so schlimm wie sie es beschreiben ist es jetzt aber wirklich noch nicht! Ich darf viele Apple Produkte mein eigen nennen, aber ich hatte noch nie etwas schlimmeres als ein kaputtes IPhone Display weil ich es fallen liess! Und hier wurde mir Dank Apple Care innerhalb 2 Tage mein Problem gelöst! Ich habe im Moment vollstes vertrauen in Apple und seine Produkte und auch wenn mal etwas passieren sollte ist man bei Apple sehr gut aufgehoben!

  9. Jonny Appleseed

    @Rolf Ihre, die derzeitige Support-Qualität von Apple betreffende Aussage würde ich so nicht bedingungslos teilen. Wir haben Laptops von Lenovo und Apple im Einsatz (und es sind, wie oben bereits angetönt, von beiden nicht wenige ;) und mit Blick auf die Support-Leistungen, falls sie den benötigt werden, fällt das Urteil klar zu Gunsten von Lenovo aus. Da hab' ich die Möglichkeit am nächsten Arbeitstag (next business day) ein Techniker pünktlich vor Ort (on-site) zu haben der sich dem Problem sofort annimmt: Kein mühsames 'Terminbuchen' bei einer meist überfüllten und überbuchten Apple-Vertretung der dann meist sowieso nicht genau eingehalten wird, kein langes Warten auf das reparierte Gerät, keine Reise- oder anderen nennenswerten Zeit- oder Logistikaufwände. Zudem wie gesagt: Auf die Menge gesehen hatte Apple lange sehr zuverlässige Geräte, doch die Fehlerrate nahm bei den aktuelleren Modellreihen drastisch zu; gleichzeitig nahm die Reparierbarkeit ab (ein neuer Laptop besteht bei Apple nur noch aus sehr wenigen offiziellen teuren Komponenten auf denen alles andere wahlweise aufgelötet oder verklebt ist - das macht eine Reparatur jeweils häufig auch unnötig teuer).

  10. Rolf

    Wie gesagt kann ich nur von meinen Erfahrungen reden ! Wie die Lage in Firmen ist kann ich nicht beurteilen ! Bis jetzt kann ich mich persönlich wirklich nicht beklagen ! Ich bin aber immer noch der Meinung das Apple Leider Dank seiner steigenden Popularität immer mehr statt auf Qualität sich für Quantität entschieden hat und Apple sich da jetzt immer mehr in die Sch.... reitet.Ich hoffe das Apple sich in Zukunft umorientiert !

  11. Kevin

    Wir arbeiten bei uns im Unternehmen ausscchließlich mit Apple Produkten, also iPhone, iMac usw und wir haben teilweise auch 5 oder 6 Jahre alte Geräte im Einsatz die noch einwandfrei funktionieren. Das habe ich bei vergleichbaren Windowsprodukten nicht so erlebt, die sind schneller überholt als zB die Produkte von Apple. Die Wertstabilität ist auch immer ein Faktor den man nicht vergessen sollte. Das wichtigste für uns ist aber eigentlich das wir Hard- und Software aus einem Haus haben und uns immer an den gleichen Händler wenden können wenn denn mal was nicht läuft.

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