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Privatsphärenschutz von Apple kostet die Werbeindustrie viel Geld.

10. Januar 2018

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Privatsphärenschutz von Apple kostet die Werbeindustrie viel Geld.

Im September 2017 wurde von Apple für Safari auf iPhone, iPad und Mac ein Feature ausgespielt mit dem Namen Intelligent Tracking Prevention, kurz ITP. Die Funktion sorgt dafür, dass die Benutzer der Apple Geräte von Werbetreibenden nicht ständig überwacht und verfolgt werden können. Firmen mit Werbetechnologien spüren bereits einen Einbruch der Einnahmen und dabei hat Safari lediglich einen Marktanteil von 15%. Firmen in der Werbebranche wie Criterio erwarten 2018 einen fünftel weniger Einnahmen als 2017. Im Vergleich dazu, 2016 lag der Jahresumsatz bei 730 Millionen US-Dollar.

Auch Dennis Buchheim, General Manager bei Internet Advertising Bureau’s Tech Lab, rechnet mit geringeren Einnahmen.

We expect a range of companies are facing similar negative impacts from Apple’s Safari tracking changes. Moreover, we anticipate that Apple will retain ITP and evolve it over time as they see fit.

Werbeindustrie spricht von Sabotage

Die Werbeindustrie spricht offen von Sabotage und bittet Apple ITP wieder fallen zu lassen. Apple denkt aber nicht daran und hält an ITP fest. Besser noch, Criteo fand eine Möglichkeit ITP zu umgehen und korrigierte die schlechten Erwartungen nach oben. Apple entdeckte das und besserte im Update iOS 11.2 nach. Danach musste Criteo die optimistischen Erwartungen wieder nach unten korrigieren…

Apple braucht keine Werbegelder

Apple hat den Luxus, ausserhalb der Werbeindustrie arbeiten zu können. Die Einnahmen von Apple sind unabhängig von Benutzerdaten und Werbung im Gegensatz zu Google. Da nimmt man sich alle möglichen Daten Zuhilfenahme. Google weiss wo ihr seid, dank künstlicher Intelligenz und Street View können sogar die Wähler-Tendenzen in USA errechnet werden…

Ein echtes Katz und Maus Spiel zwischen der Werbeindustrie und der Privatsphäre der Benutzer. Noch ist der Schutz bei Apple nicht perfekt, aber bereits besser als bei den Mitbewerbern.

ist ein leidenschaftlicher Vollblut-Blogger. Apple Experte. MINI Fan. Kommuniziert leidenschaftlich gerne über digitale Kanäle. Ansonsten: Try, fail, think, learn, repeat.
3 Comments
  1. John

    Wie ich Apple doch liebe!!! :-)

  2. John

    Wie ich Apple doch liebe für solche Aktionen!!

  3. Jonny Appleseed

    Das grundlegende Problem an Apples ITP ist, dass es das Potential hat eine Vielzahl an grundlegenden Funktionen des Webbrowsers (z. Z. ja zum Glück nur Safari) zu stören. Und trotzdem existiert, meines Wissens nach (ich lass' mich aber gerne korrigieren), auch keine Dokumentation von ITP - dies stellt quasi eine unberechenbare 'Blackbox' dar. Konkret würde ich gerne mehr über den bei ITP eingesetzten Machine Learning Classifier wissen und, n.b. anhand welchen Data-Sets dieser trainiert wird. Insbes. im Lichte von Apples jüngerem Track-Record in den Belangen 'ehrlicher Kommunikation' (böse Zungen könnten in so manchen Fällen dem Unternehmen, mit guten Argumenten, absichtliche Desinformation vorwerfen), Datenschutz und Software-Qualität, darf man sich wohl berechtigterweise fragen wie lange Apple sich noch auf ihrem früher zu Recht aufgebauten, jedoch stetig schrumpfenden Polster an Goodwill ausruhen kann - 'ITP is great - trust us' sollte da jedenfalls längst nicht mehr ausreichen.

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