
Der Usability Experte Jakob Nielsen hat sich mit dem iPad, besser mit den iPad-Apps auseinander gesetzt und ist zur folgenden, zusammenfassenden Schlussfolgerung gelangt:
iPad-Apps sind inkonsistent; ihre Funktionen sind schwer zu finden, und es gibt oft Bedienungsfehler wegen versehentlicher Gesten. Eine übertrieben ausgeprägte Zeitungsmetapher und sonderbare Interaktionsstile verursachen weitere Usability-Probleme.
Neben dieser Zusammenfassung und der Erkenntnis, dass die meisten Tester das iPad als grosses, schweres iPhone betrachteten, haben die Experten folgendes heraus gefunden:
- Die Tab-Leiste an der unteren Bildschirmkante funktioniert beim iPad viel schlechter als beim iPhone. Der Benutzer verliert auf dem grossen Screen den Fokus und vergisst die Buttons am unteren Rand.
- Auf dem iPad funktionieren normale Websites besser. Beim iPhone werden Websites wie Facebook oder Zeitungen nicht via Webbroser angesteuert, sondern man konsumiert die Inhalte mit Apps weil die Darstellung viel besser optmiert werden kann. Die Benutzer müssen sich jetzt wieder umgewöhnen.
- Problem mit den dicken Fingern. Wie alle Touchscreens hat auch das iPad das Problem, kleine Ziele zuverlässig zu treffen. Das iPad weist eine Asymmetrie zwischen Lesen und Antippen auf, weil der Text zwar gross genug ist zum Lesen, aber zu klein, um ihn anzufassen.
- Die iPad-Apps sind wie Website von 1993. Alles, was man zeigen und berühren kann, kann auf diesem Gerät ein Benutzungselement seien. Es gibt keine Standards und keine Erwartungen.
- Inkonsistentes Interaktions-Design. Um das Problem auf die Spitze zu treiben, können die Nutzer, wenn sie einmal herausgefunden haben, wie etwas funktioniert, dieses Wissen nicht von einer App auf die andere übertragen. Jede Anwendung verwendet für ähnliche Funktionen völlig andere Benutzungselemente.
Das Problem, so die Usability-Experten, liegt bei den Apps. Natürlich hat jeder Entwickler seine Vorlieben eine App zu gestalten. Das wiederrum führt dazu, dass jede App ein wenige anders bedient wird. Natürlich könnte hier Apple auf die Developer-Richtlinien pochen und entsprechende Apps nicht zulassen, aber wir wissen ja dann was passiert… Daher bleibt den den Experten nur an die Vernunft der App-Entwickler zu appellieren um benutzerfreundliche Apps zu bauen.
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“Natürlich könnte hier Apple auf die Developer-Richtlinien pochen und entsprechende Apps nicht zulassen, aber wir wissen ja dann was passiert… ”
Ja, die Apps würden ebenso gleichgeschaltet wie der Inhalt. Denn kein Entwicker will sich diese Einnahmequellen entgehen.
Ich meine, wenn Zensur schon weder Buchhändler noch die BILD abhält, warum sollte es die Developer dann stören vorgeschrieben zu bekommen wie eine App zu benutzen ist?
stimme voll und ganz zu…
bin mit der momentanen IPAD app situation absolut unzufrieden…
(man muss zwar auch sagen dass es das ipad auch erst seit Wochen zu kaufen gibt)
aber bis zum jetzigen zeitpunkt sind wenige apps wirklich gelungen (ausgenommen pages, oder die standart apps)
Ich stimme dem Experten auch zu. Aber wenn die iPad Apps heute wie Webseiten vor 15 Jahren sind, dann werden sie sich über die Zeit entwickeln und benutzerfreundlicher werden. Aus meiner Sicht ist kein Eingreifen von Apple nötig – die User haben das letzte Wort und werden schlecht designte Apps löschen und schlechter bewerten. Ich bin übrigens total glücklich mit dem iPad. Und für mich waren bis jetzt alle Apps genügend benutzerfreundlich gestaltet.
was für eine fragwürdig, wichtigtuerische kritik:
Die Tab-Leiste an der unteren Bildschirmkante funktioniert beim iPad viel schlechter als beim iPhone.
>>Würde ich zustimmen. Ich habe sie einmal auch übersehen. Aber ist sicher eine Frage der Gewöhnung.
Auf dem iPad funktionieren normale Websites besser. Die Benutzer müssen sich jetzt wieder umgewöhnen.
>>Nein. Warum denn? Auf dem iPhone sind Apps nötig, da man die meisten Webseiten sonst nicht sinnvoll nutzen kann. Dazu musste man sich umstellen. Auf dem iPad läufts es jetzt genau wie auf dem meist vorhandenen Notebook oder Desktoprechner.
Problem mit den dicken Fingern. Wie alle Touchscreens hat auch das iPad das Problem, kleine Ziele zuverlässig zu treffen.
>>Ich habe zwar auch nicht die dicksten Finger der Welt. Aber ich finde die Toucherkennung unglaublich genau. Das sind sicher eigene Erfahrungwerte. Aber 120 Kilo Leute mit größeren “Wurstfingern” haben im Alltag sicher nicht nur mit dem iPad ihre Probleme.
>>Die iPad-Apps sind wie Website von 1993. Jede Anwendung verwendet für ähnliche Funktionen völlig andere Benutzungselemente.
>>Das ist ja nun nicht nur auf dem iPad oder iPhone so. Das könnte auf fast alle Software zutreffen. Einzig und allein ein Problem, dass den Entwicklern zu geschrieben werden muss. Mit dem iPad an sich hat es meiner Meinung aber nichts zu tun. Zumal ich diese Aussage als zu kritisch erachte. Bin bisher mit den meisten Apps sehr gut zurecht gekommen. Und wenn nicht, dann wird es eben gelöscht.
Alles in Allem also eine wahrlich fragwürdige Kritik. Zudem noch von einem Mann kommend, der immer noch mit Netscape am browsen ist und noch nie etwas von einer typografisch sinnvollen Zeilenlänge gehört hat, sollte das im Hintergrund seine eigene Webseite sein. Vom Frisör ganz zu schweigen.
Nein, aber im Ernst. Wirklich wirklich wirklich nervig ist, dass Mobile Safari immer wieder alles und wirklich alles neu lädt!!!! Tab auf gemacht. Tab wieder zu und zurück auf Tab 1. Neu laden! Und so weiter. Das das auch anders geht sieht man ja beim Atomic-Browser. Dieses Neugelade ist wirklich mal eine Usabilty-Problem, das kaum irgendwo Erwähnung findet!!!!
Die Genialität des iPad steht und fällt mit den Apps. Und da gibt es wirklich zum Teil noch großes Verbesserungspotential – vor allem bei der Usability. Man merkt einfach deutlich, dass viele Entwickler unter Zeutdruck waren. Erst kürzlich veröffentlichte Apps scheinen weitaus durchdachter zu sein als die Apps der ersten Stunde.
Ich Stelle jedenfalls häufig fest, dass vielen Apps die durchgängig logische Bedienung fehlt. Aber ich bin zuversichtlich, dass das noch wird…
Das ist jammern auf hohem Niveau!
Zum Glück sind ja nicht alle Apps schlecht. Sehenswerte Apps sind definitiv Things for iPad, 1Password oder Angry Birds! Das sind alles Fremd-Apps der ersten Stunden. Es zeigt einfach, dass es sich lohnt etwas mehr Zeit in das Bedienkonzept und die Usability zu stecken. Auch der grafische Aspekt darf nicht zu kurz kommen.
Also mir gefällts ;)
Meine neue Lieblingsapp ist Early Edition. Macht wirklich Spass so die “Zeitung” (Rss Feeds) zu lesen! Und mit Game Table ist man jederzeit parat zu einem guten Glass Wein eine Schachpartie zu spielen!
War gestern noch im Apple “Fläääägschippstoure” in Zürich und mir ist aufgefallen, dass extrem viele Leute ällteren Semesters mit einem breiten Grinsen um die iPad Tische standen und am iPad rumfingerten. Wird wohl doch nicht sooo kompliziert sein zu bedienen….
Ich habe den Beitrag beim ersten Überfliegen echt für Satire gehalten …
Nichts gegen fundierte Kritik, aber was hier als Problem beschrieben wird, sehe ich eher als Feature: Vielfalt – in Form und Funktion.
Natürlich ist das App-Design „inkonsistent“. Es orientiert sich am jeweiligen Zweck und bedient sich gewohnter Metaphern. Ein Notizbuch sieht nun mal anders aus und wird anders bedient als ein Taschenrechner, ein Stadtplan anders als ein Adressverzeichnis, ein Backgammon-Spiel anders als ein Grill (ja, es gibt für alles eine App). Genau das macht den Reiz des Tablet-Konzeptes aus. Und die bisherigen Erfahrungsberichte von Anwendern zwischen 5 und 80 Jahren zeigen, dass dieses Konzept beim iPad offenbar sehr, sehr gut funktioniert.
Man kann Tablet-Software nicht akademisch mit den ergonomischen Maßstäben klassischer Desktop-Computer messen. Das ist Unfug. Außerdem werden hier zwei völlig unterschiedliche Dinge in einen Topf geworfen: Die Gestaltung von Webseiten und die von Apps, also plattformspezifischen Programmen. Dass sich auch unter letzteren durchaus Negativ-Beispiele finden lassen, ist kein generelles Problem von „Inkonsistenz“, sondern schlicht und ergreifend von individuell schlechter Umsetzung.
Fazit: Es mag sein, dass sich diese Usability-Experten in anderen Zusammenhängen eine positive fachliche Reputation erworben haben, aber bei der Entwicklung von Tablet-Software würde ich sie sicher nicht zu Rate ziehen, da sie ganz offensichtlich zu sehr an ihren ISO- und DIN-Normen kleben, um angemessen auf neue, innovative Geräte- und Bedienkonzepte reagieren zu können.
Ich persönlich finde, man kann dies einfach umdrehen und kurz und knapp schreiben: die User sind zu dumm das iPad zu bedienen.
Bücher zum Beispiel sind immer gleich aufgebaut, deshalb können diese auch von jedem Mensch bedient werden. Beim iPad steigt halt die Anforderung an den Benutzer gegenüber einem Buch ein wenig an.
Der Nielson (wer ist das eigentlich und interessiert mich, was er zu sagen hat?) soll sich lieber erst mal einen TFT kaufen und seinen alten CRT verschrotten. Und vielleicht mal zum Friseur.
Es muss vielleicht erwähnt werden, dass dieses Foto von Nielsen nicht gerade das neueste ist. Unterdessen hat er graue Haare und eine neue Brille.
Ganz unberechtigt ist die Kritik an die Benutzerfreundlichkeit der Apps aber nicht! Bei einer App streicht man mit dem Finger über das Bild um das nächste Bild anzuzeigen. Bei der nächsten App tappt man auf das Bild, im schlimmsten Fall auf eine Nummerierung, etc.
Bestes Besipiel für unterschiedliche Benutzung sind die ganzen News-Apps welche nun immer vermehrt in den App-Store trudeln. Natürlich gewöhnen sich die digital Natives schneller an die unterschiedlichen Navigationen. Das ältere Publikum sollte aber nicht vernachlässigt werden.
@ Renato: Es geht um intuitive(!) Nutzung von Anwendungen unterschiedlicher Funktionalität. Kein Mensch benutzt parallel drei Apps, die dasselbe tun.
Genau so könnte man kritisieren, dass die Benutzeroberflächen von Infoterminals, Geld- und Fahrkartenautomaten „inkonsistent“ sind. Das müssen sie aber sein, da sie verschiedene Funktionen haben und ganz unterschiedliche Abläufe darstellen.
@recipient: Doch natürlich kann man ähnliche Apps benutzen. Beispielsweise Die Welt, Tagi und USA Today. Unterschiedliche News aus unterschiedlichen Länder und immer passiert beim Klicken auf die Bilder was anderes… Nur so als Beispiel. Klar kann man ein Spiel und eine Message-App nicht direkt vergleichen. Aber der Benutzer erwartet eine gewisse Reaktion bei einer bestimmten Eingabe. Das ist auch bei Websites so.
Aber tatsächlich gibt es auch bei Automaten und Website immer noch viel Verbesserungspotential… Nichts ist perfekt auch so auch nicht bei den Apps. Aber wir alle können versuchen es noch einen Tick besser zu machen… =)
Vielleicht hilft auch dieses Video um zu zeigen was man besser machen könnte:
http://www.telegraph.co.uk/tec.....-guru.html
Also ich könnte mir vorstellen !wenn alle APPs
in einem gleichen Schema ablaufen und bedient würden , wäre die Gefahr gross dass das Ganze mit der Zeit langweilig wird.Wenn ich ein neues App runterlade ist es spannend für mich herauszufinden wie es funktioniert.Dieser Herr Nielsen sollte vielleicht einfach neue Sachen versuchen zu verstehen und benützen ,und nicht sofort als zu kompliziert einzustufen.Und das die Qualität diverser Apps zum teil grotten schlecht sind ! weis man ja schon vom iPhone her.Hierzu einfach Kommentare lesen und halt mal etwas bezahlen wenn man etwas rechtes will.
@ Renato: Da hast du dir natürlich ein sehr spezielles Beispiel rausgesucht: Zeitung lesen. Aber selbst da würde ich dir insofern widersprechen, als ich in dem Moment, wo ich so eine Zeitung als App beziehe, und nicht als Website oder PDF-Datei, auch ganz andere Erwartungen an Layout, Interaktion und multimedialen Content habe. Und das darf dann gerne auch jeweils individuell gestaltet sein.
Ich selbst habe hier den SPIEGEL, brand eins und iConist auf dem iPad. Alles Magazine, aber völlig unterschiedlich gestaltet. Und genau das macht den Reiz aus (und wird übrigens auch zu einem wichtigen Entscheidungskriterium für oder gegen eine Publikation). Die Zeiten, wo Zeitungen alle gleich aussahen und „bedient“ wurden, sind mit dem Tablet Vergangenheit.
Wichtig ist, das sich die jeweilige Bedienung intuitiv erschließt, also ohne langes Suchen, und das war bisher bei allen dreißig Apps, die ich bisher auf dem iPad genutzt habe, der Fall. Ich bin mit jeder sofort zurecht gekommen, obwohl sie völlig anders aussehen und von konsistenter Benutzerführung weit entfernt sind.
Natürlich gibt es viele Apps mit hässlicher GUI und schlechter Benutzerführung. Aber das hat nichts mit mangelnder Konsistenz zu tun, sondern mit der Unfähigkeit oder Gleichgültigkeit des jeweiligen Entwicklers. Das mit dem Logo bei USA Today ist ein gutes Beispiel dafür. Es ist einfach eine schlechte Idee, die Menüführung dahinter zu verstecken. Es gibt viele Publikationen, die es besser machen. Jede auf ihre Weise.
Alles unlogisch. Apple bietet nur die Plattform und die Inkosistenz – wenn es das überhaupt gibt – liegt bei den Entwicklern.
Einerseits ist Apple “böse” und macht das System auch für Entwickler so zu, dass es keine “Inkosistenz” auftreten kann. Andererseits beschwehren sich dann alle, dass Apple als Diktator gelte…
Ich finde das eine sehr schwere Gratwanderung und Apple meistert das ziemlich gut, find ich.
http://www.useit.com ist Jakob Nielsen’s Website. Also wenn eine einfach zu bedienende Website so auszusehen hat, dann verzichte ich in Zukunft aufs Internet!