Apple ist nicht perfekt.

Apple Motorhaube

Der Google+ Benutzer Martin Thielecke hat über sein Profil folgende Meldung veröffentlicht:

Kunden, die Apple-Produkte kauften, kauften auch Autos bei denen man die Motorhaube nicht mehr öffnen kann.

Mich hat die Meldung amüsiert, denn auf mich trifft die Meldung voll und ganz zu! Ich persönlich hab nämlich überhaupt keine Ahnung von Motoren. Genauso wenig, bzw. weniger, Ahnung wie von Computer-Technologie, oder wann habt ihr zum letzten mal eine Platine gelötet? Um ehrlich zu sein, habe ich noch nie eine Motorhaube geöffnet. Und wenn ich dann mal die Gelegenheit hatte da rein zu schauen, dann hätte ich höchstens das Öl prüfen können, was mir aber mein Cockpit schon mitgeteilt hätte…

Ich will Computer und Autos benutzen und keine Ingenieurwissenschaften abschliessen um eventuell dann mal irgend ein Kabel von A nach B zu verlegen oder so… Wenn ich die Festplatte und den Arbeitsspeicher tauschen und erweitern kann, dann ist das alles was ich haben muss… Es muss einfach funktionieren, übersichtlich, bequem, unkompliziert sein und hübsch darf es auch noch sein. Ein wohl passenderer Vergleich war derjenige des Journalisten Barnaby Skinner in der SonntagsZeitung mit den Wohnungen.

Bei dem Hauptargument, dass Apple so verschlossen ist, bzw. „ein eingezäuntes Wirtschaftssystem, im dem einzig Apple die Regeln bestimmt“ mag stimmen, jedoch muss man auch sagen, auch die Offenheit ist Fluch und Segen zugleich.

Ich denke, es kommt drauf an was der einzelne Benutzer am Ende des Tages will. Will er ein Gerät einfach und schnell bedienen können ohne sich mit technischen Details auseinandersetzen zu müssen, oder es individualisieren und selber unter der Motorhaube rum werkeln. Es gibt Solche und Solche und darum stimmt es für mich, dass es beide Systeme gibt.

  • Andreas Stricker

    Es ist aber schon von Vorteil, wenn ich bei meinem Auto als Laie auch mal selber Öl oder Scheibenwasser nachfüllen kann. Und solange die Motorhaube nicht nur vom Fachmann mit einem Spazialschlüssel geöffnet werden kann, kostet das Öl- bzw. Scheibenwasser-Nachfüllen auch beim Fachmann nicht 300 Franken.

  • Auto und Mac? Ein echt perfekter Vergleich.

    Ich kann zwar selbst Wartung und kleinere Reparaturen durchführen wenn es denn sein muss, ich überlasse es aber lieber den Fachmännern. Selbst den Motor ausbauen? Keine gute Idee.

  • Super! Vielen Dank für den Schmunzler am Morgen! Bin genau der gleichen Meinung!
    Das werden Androiden, Windower und Linuxer niemals verstehen!
    Bin zwar mit der PC Technik vertraut und muss auch u.A. täglich mein Brot damit verdienen aber eigentlich hätt ich lieber eine verschweißte Motorhaube!

  • @Andreas Stricker: Naja, RAM und Festplatte kann ich beispielsweise ausbauen. Oder beim Mac Pro auch Grafikkarten austauschen… Wo nötig, können also kleine Modifikationen vorgenommen werden. Auch ohne Spezialisten.

  • Andreas Stricker

    @Renato: Mir gefällt beim Mac (nicht beim iPhone) ja auch, dass ich als Power User auch softwaseitig sehr viele Feinheiten in den Betriebssystem-Einstellungen selber anpassen kann, und zwar viel besser als damals bei Windows, so wie ich es in Erinnerung habe. Beim Mac gefällt mir ja eben gerade, dass die Haube *nicht* verschweisst ist. Anderes als beim iPhone, wo man bekanntlich nicht mal selber den Akku wechseln kann.

  • FJ

    Dann sag ich jetzt einfach mal Leute die Android Mobiles kaufen, kaufen auch Autos bei denen man nichts upgraden kann :-)

  • Sven

    Die Frage ist doch eher: Inwiefern soll das noch weitergehen? Bis wir überhaupt nicht mehr über das nachdenken, was wir machen?

    Mittlerweile kann man sich Apps beispielsweise wortwörtlich zusammenklicken, ohne jegliche Programmierkenntnisse. Ist das Sinn der Sache? Sollte der Mensch und sein Hirn nicht in irgendeiner Weise noch herausgefordert werden?

    Es wird immer weniger von uns erwartet, das ist, wenn man mal etwas weiterdenkt, irgendwie ziemlich beängstigend und besonders Firmen wie Apple schlagen diese Richtung intensiv ein.

    Ich möchte das nicht unbedingt kritisieren, immerhin nutze ich Apple Produkte auch unheimlich gerne. Ich finde es aber ganz interessant, darüber mal nachzudenken.

  • joyz

    @ sven
    Dann erklär mir mal die Quantenphysik und sag mir wie das Bild auf deinem Display flimmert und berichte mir über das aktuelle Wirtschaftssystem und programmiere mir was in Obejctive C….

    @ FJ
    Lool, das ist die richtige Formel, da studiert jemand kräftig mit.. aber wie es aussieht kaufen sich Android User lieber immer neue Autos die schlagartig wieder veraltet sind.. Da investiere ich lieber nachhaltig
    (und die Fachmänner/Automechaniker gibts wie Tankstellen am Meer)

  • Ralph Bolliger

    Dafür muss ich mit diesem Auto nie eine Werkstatt aufsuchen, es sieht wunderschön aus und ist jahrelang schneller als alle anderen Autos. Ausserdem kostet mich der neue Satz Winterreifen nur 30 Franken…

  • joyz

    Der Darwinismus wird falsch interpretiert.
    Man sollte nicht in einem Bereich der beste sein, sondern man sollte in vielem gut sein und so erschafft man sich Optionen und erweitert seinen Horizont..
    Und das Hirn wurde noch nie so gefordert wie heutzutage in einer MULTImedialen Welt.
    (wir müssen nicht 2/3 der Zeit mit einer Sache vergeuden und 1/3 produktiv sein)
    Aber die Wahrheit muss jeder selber herausfinden

  • solange alles funktioniert, lass ich den deckel drauf – geht mal was nicht, dann bin ich neugierig genug das ding auch auseinander zu nehmen – beim auto macht das mein paps, ist halt eher seine fede als meine (wie umgekehrt) :D

    wenn ich knifflige herausforderungen will, dann such ich mir schon etwas das mein hirn auf trab hält – wer diese herausforderung nicht sucht, dem geht sie auch nicht ab

    @Sven
    ich denk mir, dass es auch auf den jeweiligen menschen ankommt – das leben allein bietet schon sehr viel bei dem man weiterdenken muss

  • @Andreas: Bei den Smartphones gehen die anderen Hersteller aber auch in die Richtung, dass man eigentlich kaum noch was ändern kann. Nur so werden die Geräte nämlich kompakter. Im übrigen hab ich den letzten 10 Jahren bei keinem meiner Mobiltelefonen den Akku oder sonst was ausgewechselt. ich denke das sind einfach noch alte Denkmuster, man möchte im Fall der Fälle die Möglichkeit haben, dass… Aber dann muss man die Spezialteile ja eh wieder beim Händler kaufen.

  • Sven

    @joyz Du hast mich nicht ganz verstanden. Macht nichts. Es geht darum, nichts mehr kritisch zu sehen, nichts mehr zu hinterfragen, sich für nichts mehr interessieren zu müssen, weil ich weiß, dass das Maschinen für mich erledigen. Ich meine, schau mal in den App Store. Für jeden Scheiss (man möge mir verzeihen) gibt es mittlerweile eine App. FÜR JEDEN.
    Ich muss nicht mal mehr mit Menschen kommunizieren, um irgendwas in Erfahrung zu bringen. Ja es optimiert Prozesse, macht alles effizienter und alles so viel bequemer. Das ist auch gut so und ich finde es selbst toll.. Aber nochmals die Fragestellung, die ich anregen wollte und auf die ich mit diesem Artikel mal wieder gekommen bin: Wie weit soll das noch gehen und ist das alles gut so? Vielleicht ja, vielleicht auch nicht.

    Passendes, kürzlich veröffentlichtes Video dazu, das mein Gedanken eventuell anschaulicher macht (ab 2:40 wird’s interessant):

  • Yimmii

    Viele Artkel beschreiben das Iphone als totales Lifestyle Produkt, un das es alle hipster sind die es kaufen.
    Die die sich ein Produkt von Apple kaufen nur um aufzufallen sind einfach fehl am platz.

    Seit dem IOs sind touchscreen- und smart- phones erst richtg bedienbar geworden. Beruflich in pc / mac support tätig bin ich richtig froh ein system zu haben das einfach funtioniert!!

    Wenn ich noch 15 wäre würd ich mir auch ein android kaufen und darauf herumspielen…

  • dem

    @Yimmii Du meinst also 99% der Apple user.

    Apple zu kaufen ist wie ein zugeschweisster Golf ohne Türen, ohne Blinker und Sitze. Dafür kostet er wie ein Ferrari, hat aber die Grösse (Screen) von einem Smart. :)Das 4s ist im Vergleich mit dem One X ein dicker eckiger zu schwer geratener Betonklotz.

    Aber Ihr dürft ja auch bald gross…

  • techaholic

    Alle wollen es smarter, besser und schneller.
    Irgendwo muss man doch Komrpomisse eingehen?
    Wenn man es kompakt und leistungsfähig haben will, dann muss man nun mal eingehen, dass sich die Hardware nicht austauschen kann, ansonsten soll man nicht zu einem Mac greifen.
    Bei Apple ist immer alles einfach zu bedienen, man muss sich nicht mit irgendwelchen technischen Details ausseinandersetzen, da man weiss, dass die Komponenten perfekt aufeinander abgestummen sind.
    Das ist meiner Meinung nach Qualität! :-)

  • Pingback: Android vs. iOS - der kleine feine Unterschied » miZine()

  • Bei fast keine Handelsüblichen Computer muss man sich mit der Harware auseinander setzen, bei den anderen kann man es aber. Die Harware Upgrades auf der Store Website sind maßlos überteuert und ich kann nichts pgraden außer dem RAM. Ich finde es Schade das Apple nicht mal einen Computer baut bei dem ich alles an (fast) alles herankomme.

    Einfacheit kann auch heißen:
    Einfach die Grafikkarte wechseln.

    Apple tut dies natürlich nur weil sie uns so mit der Inkompatibelität ihrer Betriebssysteme in der Hand haben

    Ein Mann auf Twitter hat sich einmal beklagt das er vor 2 Jahren das teuerste Mac Book Pro mit allen erweiterungen gekauft hat und nun ist es nicht mehr „up-to date“

    FRAGE:
    Warum soll ich ein neues Auto kaufen wenn ich auch den Motor wechseln kann?

  • Da hab ich mal ein witziges Schaubild zu gemacht, dass gegen die Aussage von FJ spräche ;) https://plus.google.com/u/0/112457602357038466754/posts/gzneErPeSHy

  • iMarc

    Was hat das Öffnen der Motorhaube mit Perfektion zu tun?

    Tatsache ist doch, dass eben jenes Auto, bei dem die Motorhaube nie (oder nur durch Fachpersonal) geöffnet werden muss, nahe an der Perfektion ist. Schliesslich will ich mit meinem Auto fahren, und nicht daran rum basteln.
    Genau so verhält es sich auch mit meinen Apple-Geräten…

    Aber es hat was, Androiden sind eben Bastler…

  • Aus diesen Gründen verwende ich zurzeit MacBooks. Das Leben ist zu kurz, um sich mit IT-Basteleien zu verschwenden.

    Beim iPhone geht das halt nicht, weil das Display schlecht (mikrig klein) ist, die Oberfläche recht rudimentär ist (zB keine Widgets, was längst standard ist) und damals, als ich von iPhone weg wechselte, die ganzen SIM-Lock-Geschichten richtig mühsam waren. Ich bin halt auch gerne ausserhalb der Schweiz unterwegs – da geht es nicht sinnvoll mit SIM-Locks (und jailbreaken ist erfahrungsgemäss auch wieder Zeitverschwendung/Bastelei – also Motorhaube auf).

    Jetzt kriegt man unlocked iPhones ohne Probleme. Aber die anderen Limitationen sind noch da (wahrscheinlich einige auch nach dem Herbst).

  • Bei meinem Auto muss ich die Motorhaube auch nicht öffnen. Ich kann…

    Die Apple Produkte sind kein Auto mit verschlossener Motorhaube…denn selbst Fachpersonal kommt nicht an alle dinge heran bzw. Kann sie austauschen weil sie FESTGELÖTET oder GEKLEBT sind.

  • Wenn es gelötet oder geklebt ist, dann wird das komplette Gerät ausgetauscht. Was will man mehr?

  • Einen kleineren Abfallberg

  • Dafür gibt es doch das Recycling Programm… http://www.apple.com/chde/recycling/computer/

  • Aber Apple verbietet mir (und jedem Techniker) etwas aus zu tauschen. Die grenze ist nicht nach oben offen, für bessere Hardeware als die die Apple anbietet.

  • Danny

    @Viktor: zu deinem Vergleich hätte eine Nespresso Kaffeemaschine meines Erachtens besser gepasst. Die Kolbenmaschine im Bild ist doch potthässlich ;-)
    So vollkommen unflexibel ist iOS ja nun auch wieder nicht. Mir fehlt an nichts, und so ist es auch bei meiner Nespresso Maschine. Zudem sieht das Teil noch stylisch aus und ist super einfach zu bedienen. Aber halt ein geschlossenes System und ein ganzes Stück teurer.

  • @Danny
    Wer nicht über die Mauer sieht der weiss nicht was sich dahinter für Möglichkeiten verbergen. ;)